Neustadt Weinfest in Wernigerode: Werbeträger für Neustadter Tropfen

Der Küfertanz 2022: Damals noch mit Peter Gaffert (Zweiter von rechts) als Oberbürgermeister, rechts daneben Neustadts Bürgermei
Der Küfertanz 2022: Damals noch mit Peter Gaffert (Zweiter von rechts) als Oberbürgermeister, rechts daneben Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich.

Das Neustadter Weinfest – seit Jahrzehnten gehört es zu den Höhepunkten im Veranstaltungsjahr der Partnerstadt Wernigerode. Am Wochenende wird wieder gefeiert – aber auch Abschied genommen.

Zwar ist mit 66 Jahren laut Sänger Udo Jürgens noch lange nicht Schluss. Aber mit stolzen 76 hat sich Armin Haffa dann doch gedacht, etwas kürzer treten zu wollen. Zum letzten Mal organisiert der Neustadter in diesem Jahr das Neustadter Weinfest in der Partnerstadt Wernigerode, den größten Werbeträger für die Pfalz im Harz. Denn die Menschen kommen immer, auch wenn das Wetter mal nicht so mitspielen sollte. Was für das kommende Wochenende 30. Juni bis 2. Juli allerdings nicht gilt: angenehme Temperaturen bei Sonne und Wolken bieten laut Meteorologen beste Aussichten.

„Zum Wohl die Pfalz“ ist dabei wie immer auf dem Wernigeröder Marktplatz angesagt. Sechs Winzer aus Neustadt sind mit ihren Tropfen vertreten, am Freitag ab 17 Uhr kann angestoßen werden. Tobias Kascha ist zum ersten Mal als Oberbürgermeister der Partnerstadt dabei – im August 2022 hatte er die Nachfolge von Peter Gaffert angetreten, der nun im Ruhestand ist. Indes muss Kascha das Weinfest nicht allein eröffnen. Schützenhilfe bietet Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich, vor allem aber helfen zwei waschechte Hoheiten mit: die pfälzische Weinprinzessin Sandra Eder und Wernigerodes Weinprinzessin Christine I. Neben wohlgesetzten Worten steht der Küferschlag im Mittelpunkt der Eröffnung: ein Zunft- und Handwerkstanz der Küfer rund um ein Weinfass, gefolgt von – Freiwein.

Schon ewig dabei

Armin Haffa hat das alles schon viele Male erlebt. Zunächst über Jahrzehnte als Mitglied des Neustadter Vereins „Woisträßler“, nach deren Auflösung einige Jahre lang zusammen mit anderen „Ehemaligen“ und seit 2019 allein, unterstützt von einer Interessengemeinschaft. Um das Fest für die nächsten fünf Jahre zu sichern, hatten die Oberbürgermeister Peter Gaffert und Marc Weigel 2019 eine Art Rahmenabkommen unterzeichnet. Der Vertrag regelt organisatorische Fragen, wie die Bereitstellung des Platzes, Gebühren und ähnliches mehr. Auch eine Mindestanzahl von Winzerständen ist festgeschrieben. „Wenn es zu wenige sind, ist es ja kein Fest mehr“, sagt Haffa. Fünf sind nach seinen Worten zu wenige, sieben ideal für die Größe des Marktplatzes in der Partnerstadt.

Seit langem dabei sind die Weingüter Müller-Kern, Hambach, die Hambacher Schloss Kellerei eG, Erich Ferckel, Gimmeldingen, Schäfer, Lachen-Speyerdorf, und Werner Winkelmann, Duttweiler. Die „Jüngsten“ im Winzerreigen sind die Weingüter Hammer-Sommer aus Königsbach und Hellmer aus Mußbach. „Sieben tolle Angebote“, sagt Haffa und verrät, was es 2023 zusätzlich gibt: Saumagen. Im Kühlgerät geht die Pfälzer Spezialität mit in den Harz, „mal sehen, wie das ankommt“.

Testlauf für Saumagen

Eine Premiere ist das allerdings nicht. Denn schon die „Woisträßler“ haben bei ihren Gastauftritten immer wieder versucht, für den Saumagen zu werben. Haffa hat dazu etliche Anekdoten auf Lager, darunter jene von einem „Gastauftritt“ in Neustadt am Rübenberge. Dort hätten sie bei einem dreitägigen Fest alle bekannten Pfälzer Spezialitäten angeboten und „sonntags waren wir ausverkauft, bis auf den Saumagen“. Als Besucher an ihrem Stand nach etwas zu essen nachfragten, hätten sie kurzerhand aus dem Saumagen einen Presskopf gemacht, der überaus gut angekommen sei. „Es sprach sich schnell herum, und eine halbe Stunde später war auch der ganze Saumagen weg“, freut sich Haffa immer noch. Allerdings sei das noch zu Zeiten gewesen, bevor Helmut Kohl den Saumagen bekannt gemacht habe.

Und die Nachfolge?

Abschied nehmen heißt es am kommenden Sonntag aber noch von einem ganz anderen Aushängeschild des Neustadter Weinfests im Harz. Weinprinzessin Christine I., mittlerweile Mitte 60, wird auf eigenen Wunsch „abgekrönt“. Ob sich eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger findet, bleibt laut Haffa abzuwarten.

Und wie ist es mit der Nachfolge für ihn selbst? Der Neustadter geht davon aus, dass künftig die Wernigeröder Touristiker die Organisation des Neustadter Weinfests ganz übernehmen. Sollte dabei sein Rat gefragt sein, würde er nicht Nein sagen. Aber alles „vollverantwortlich“ zu organisieren, sei ihm einfach zu viel. Zumal es gerade in jüngerer Zeit immer wieder Unwägbarkeiten gebe, die sehr kurzfristig zu einem guten Ende gebracht werden müssten.

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