Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wein auf Rädern: Neustadter Weingut liefert persönlich nach Norddeutschland aus

Sebastian und Julia Reis vom Neustadter Weingut Rudolph beim Beladen der Weinkisten.
Sebastian und Julia Reis vom Neustadter Weingut Rudolph beim Beladen der Weinkisten.

Der persönliche Kontakt zu „ihrem“ Winzer ist besonders älteren Kunden wichtig. Das Neustadter Weingut Rudolph hat eine Lösung parat: Es liefert Wein direkt zu seinen Kunden.

Inhaber des Weinguts Rudolph in Hambach sind Julia und Sebastian Reis. „Schon meine Eltern haben Wein ausgeliefert. Zu Anfang noch mit einem kleinen Auto. Heute sind wir mit einem Sprinter unterwegs, der mit Weinkisten vollgeladen ist. Das ist schon etwas Besonderes, besonders für unsere älteren Kunden, die sich sehr darüber freuen, wenn wir ihnen den Wein liefern“, erklärt Julia Reis.

Sie stellt die Anfragen zusammen oder ruft selbst Kunden an, ob sie Interesse an einer Lieferung haben. So sei die aktuelle Reiseroute entstanden, die sie und ihr Mann Sebastian unter anderem einmal im Monat in den Landkreis Karlsruhe, jeden zweiten Monat nach Oldenburg, alle sechs Monate nach Göttingen, Hannover und ins Ruhrgebiet führt, erklärt die Inhaberin.

Manchmal auch Seelsorger

Laut Reis entstünden persönliche Beziehungen besonders zu Kunden, die sie öfters sehen. Man lerne die Leute besser kennen, sei auch mal Gesprächspartner, Zuhörer bei persönlichen Geschichten und manchmal wie ein „Seelsorger“. Zu Kaffee und Kuchen werde man nicht selten eingeladen, auch wenn man den Zeitplan immer im Hinterkopf behalten müsse – die nächsten Kunden würden auf die Weinlieferung warten, so Julia Reis.

Die 40-Jährige erklärt weiter: „Wein ist ein Lebensmittel, ein Genussmittel. So ist das auch eine Vertrauenssache zwischen dem Winzer und dem Kunden.“ Vertrauen darauf, dass das Produkt in Ordnung ist und auch Vertrauen darauf, dass der persönliche Bezug zum Winzer dem Aspekt „mein Winzer“ immer gerecht wird.

Dazu zähle auch, dass der Kunde, wenn er nicht da ist, einen Abstellort nenne, wo sie die Weinkisten abstellen können. Ansonsten werde laut Reis auch den Kundenwünschen entsprochen und die Kisten zum Beispiel in den Keller getragen. Mit dabei ist natürlich eine Flaschenkarre – unverzichtbar zum Weinkistentransport. Und ohne ihren sogenannten Sprinter geht sowieso gar nichts. Das Ehepaar Reis ist ein eingespieltes Team: Bei den meist langen Fahrten wechselten sie sich beim Fahren ab. Auf die Frage, wer besser Auto fahre, antwortet Sebastian Reis lächelnd: „Natürlich meine Frau!“

Werbung für die Pfalz

Gibt es auch Anekdoten vom Weinausliefern? Der 39-jährige Weinbautechniker Reis weiß zu berichten, dass ihnen einmal ein Bauer beim Herausziehen aus einer nassen Wiese geholfen habe, in der sie mit dem Sprinter stecken geblieben waren. „Die Reisen sind abwechslungsreich, die unterschiedlichen Regionen gefallen mir. Ich finde die Landschaft in der Lüneburger Heide schön“, erläutert Reis.

Auch in sogenannten Biergegenden im Norden oder Süden gebe es viele Weinliebhaber. Spezielle Weinsortenvorlieben in den Regionen könne er nicht nennen. Das ist auch schwer, die Auswahl im Weingut Rudolph in Neustadt-Hambach ist schließlich groß: 30 verschiedene Weinsorten stehen auf der Weinkarte. Pfälzer Weine, die zu den Kunden in Deutschland gebracht werden wollen. Und nicht nur das. „Mit unseren Reisen zu den Kunden machen wir sicher auch Werbung für hiesigen Wein und die Wein-Kultur“, ist sich Sebastian Reis sicher.

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