Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Zweitliga-Saison abgebrochen, Neustadt wieder im Training

Hendrik Hummel hütet künftig das Neustadter Zweitliga-Tor.
Hendrik Hummel hütet künftig das Neustadter Zweitliga-Tor.

Wasserball: Die Saison in der Zweiten Liga Süd ist von Rundenleiter Daniel Waas wegen der Corona-Pandemie abgebrochen worden. Es gibt weder Aufsteiger noch Absteiger. Die Runde wird nicht gewertet. Der SC Neustadt war gut platziert, hatte aber ohnehin keine Aufstiegsambitionen.

Der SCN lag im März auf Tabellenrang drei. Ende März sollte gemäß des ursprünglichen Spielplans Spitzenreiter SV Cannstatt zum Topspiel ins Stadionbad kommen. Rundenleiter Waas informierte jetzt über den endgültigen Abbruch. Fast einstimmig hatten sich vorher bei einer Umfrage die beteiligten Zweitligateams für eine Beendigung der Saison ausgesprochen. „Es ist nicht absehbar, wann wieder uneingeschränkt und flächendeckend trainiert werden kann. Es gibt keine Wertung in der Zweiten Liga“, teilte Waas mit. Aktuell werde zwar für die kommende Saison geplant. Doch ob diese wie gewohnt starten könne, werde man erst in den nächsten Monaten sehen.

Mehrere Konditionstests

Für SCN-Manager Michael Heinz ist dieser Entschluss nachvollziehbar. „Wir waren in dieser Saison nicht am Aufstieg interessiert, und mit dem Abstieg hatten wir sowieso nichts am Hut“, sagt er. Dennoch legte er sich schwer ins Zeug, um den Wasserballern bereits Mitte Mai wieder Training Stadionbad zu ermöglichen. Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept wurde mit dem Gesundheitsamt erarbeitet und sorgte dann für sechs Trainingseinheiten in der Woche. Trainingskoordinator Peter Jacqué berichtet: „Die Jungs waren alle ganz wild, wieder ins Wasser zu können. Wir haben das Training langsam aufgebaut, um sie wieder an die Ausdauergrundlagen Stand März heranzuführen. Dieses Niveau haben wir jetzt fast erreicht.“

Überprüft wird dies mit mehreren Konditionstests über jeweils 1200 Meter, die in Strecken einmal 400 Meter, zweimal 200 Meter und viermal 100 Meter unterteilt sind – und alles muss in acht Minuten erledigt sein. Jacqué: „Es ist ein sehr anstrengendes Programm.“ Zweikämpfe und taktisches Training sind momentan unter den aktuellen Bedingungen noch nicht möglich. So stehen neben den Schwimmeinheiten Torschüsse und Technik im Plan.

Training in den Sommerferien

„Das war die einzige Lösung, zumal jetzt auch unterschiedliche Ferienzeiten in den Bundesländern der Zweiten Liga Süd folgen“, sagt Trainer Davorin Golubic zum Saisonabbruch. Er bedauert, dass einige Wochen nicht habe trainiert werden können. Gerade die jungen Spieler hätten dadurch wertvolle Zeit verloren. Die Trainingspläne, die am Anfang des Jahres aufgestellt worden seien, seien auf Eis gelegt worden. Er plant mit dem Trainerteam, während der Sommerferien durchzutrainieren.

Kai Ulrich weggezogen

Im Tor des Zweitligisten wird es voraussichtlich einen Wechsel geben. Stammkeeper Kai Ulrich ist nach Würzburg gezogen. Für ihn übernimmt Nachwuchstorwart Hendrik Hummel die Verantwortung.

Golubic hofft, dass eventuell im September das Viertelfinale um den süddeutschen Pokal gegen die SG Leimen/Mannheim ausgetragen werden kann. „Denn die Halbfinalisten sind dann für den kommenden Wettbewerb um den Deutschen Wasserballpokal qualifiziert.“

Zur Sache: SCN-Wasserball-Jugend

Für das U18-Team des SC Neustadt hätte es zunächst die Zwischenrunde in der Bundesliga zum Aufstieg in die A-Gruppe gegeben. Der SCN beendete die B-Gruppe in der Hauptrunde im März auf Rang eins und stellte mit Tobias Bauer (Platz eins, 50 Tore) und Xaver Schädler (Rang vier, 35 Tore) in der Torschützenliste zwei starke Torjäger. Trainingskoordinator Peter Jacqué hofft, dass Zwischen- und Endrunde zur U18-Meisterschaft eventuell im September gespielt werden können.

Auch die U16-Mannschaft wäre für die Vorrunde qualifiziert und könnte sich ebenfalls für weitere Runden zur deutschen Meisterschaft durchspielen. Der verantwortliche Rundenleiter für die Jugend beim Deutschen Schwimmverband, Holger Sonnenfeld, erklärt auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Wir können noch keine konkreten Pläne veröffentlichen, weil sich alles ständig ändert. Wichtig wird sein, dass die Vereine gleiche Trainingsbedingungen im Vorfeld hatten und dann alle auf einem ähnlichen Stand sind. Wir wollen den Jungs aber eine Perspektive geben und hoffen wirklich auf Ende September oder Anfang Oktober.“

Peter Jacqué betont: „Wir trainieren so, dass wir in drei Monaten voll da sind. Außerdem blicken wir schon auf die Saison 2020/2021, wenn unsere Jungs dann der älteste Jahrgang in der U18-Klasse sind.“

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