Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Zwei Spiele für SC Neustadt in zwei Wettbewerben

Zuletzt haben die Zwillinge Lukas (hinten) und Tim Schwarzkopf für ihre mündliche Abiturprüfung im Fach Deutsch gebüffelt. Wasse
Zuletzt haben die Zwillinge Lukas (hinten) und Tim Schwarzkopf für ihre mündliche Abiturprüfung im Fach Deutsch gebüffelt. Wasserball sei ein guter Ausgleich für sie gewesen, sagen sie.

Zwei schwierige Gegner warten auf den SC Neustadt. Befreit aufspielen können Tim und Lukas Schwarzkopf. Die Zwillinge im SCN-Team haben ihre Abiturprüfung hinter sich. Obwohl sie für Außenstehende zum Verwechseln ähnlich sind: Gleich sind sie nicht.

Am Samstag, 18 Uhr, trifft Wasserball-Bundesligist SC Neustadt zunächst in der Abstiegsrunde auf den SV Duisburg. Der landete in der zweiten B-Gruppe, die beim Deutschen Schwimmverband (DSV) in der Hauptrunde als C-Gruppe geführt wurde, mit 11:5 Punkten auf Rang drei. Am Sonntag, 14 Uhr, geht es für den SCN im Stadionbad gegen den SV Krefeld im DSV-Pokal-Wettbewerb um den Einzug ins Viertelfinale. Der SV Krefeld spielt das Platzierungsturnier für die folgende Relegationsrunde gegen ein A-Gruppenteam. Er beendete die C-Gruppe als Erster und führt im Platzierungsturnier (D-Gruppe) mit 6:0 Zählern.

SCN-Coach Davorin Golubic hat indes Personalsorgen. Torwart Hendrik Hummel fehlt erkrankt. Hinter den Einsätzen von Jakko Vagts, Fernando Mongrell und Henning Spandick stehen wegen Erkrankungen ebenfalls Fragezeichen. Immerhin darf der 16-jährige Nationalkeeper der U18-Mannschaft, Alexandros Vlantoussis, erneut im SCN-Tor aushelfen. Vlantoussis trainiert unter der Woche im SCN, wohnt in Karlsruhe und spielt für die U18-Mannschaft Esslingens in der U18-A-Gruppe der Bundesliga. Weil Esslingen am Wochenende spielfrei ist, wird Vlantoussis in beiden Neustadter Spielen dabei sein. Zuletzt war er in Partien der Abstiegsrunde gegen Würzburg (6:6) und gegen Weiden (9:8) eine große Stütze.

Am Samstag in Abstiegsrunde

Für Golubic zählt das Samstagspiel als wichtige Station für den Klassenverbleib. „Vor heimischen Publikum zählt jeder Punkt“, betont er. Der SCN müsse auf drei Spieler mit Erstligaerfahrung bei den Gästen achten. Golubic: „Wir sind kein Favorit, aber wir werden alles geben.“ Das gilt auch für das Pokalspiel am Sonntag. Gegner im Viertelfinale in Neustadt wäre der SV Bayer Uerdingen, der ebenso wie Krefeld in der Platzierungsrunde der D-Gruppe um die Relegationspositionen spielt. Golubic wagt zu träumen: „Wir haben eine historische Chance auf den Einzug ins Viertelfinale gegen Krefeld. Dann könnte alles passieren, auch Uerdingen ist zu Hause zu schlagen.“ Das Pokalspiel am Sonntag könnte zum Krimi werden. Steht es nach vier Vierteln remis, entscheidet ein Fünfmeter-Schießen.

Golubic hofft, dass seine Nachwuchsspieler bis zum Wochenende den Kopf frei haben und die meisten von ihnen ihre mündlichen Abiturprüfungen hinter sich haben.

Unterschiedliche Zwillinge

Lukas und Tim Schwarzkopf haben auf jeden Fall den „Kopf frei“. Die 19-Jährigen legten in dieser Woche an der Integrierten Gesamtschule in Ludwigshafen in Deutsch ihre mündliche Abiturprüfung ab. Sie lassen sich äußerlich gut unterscheiden: Während Lukas längere Haare hat, bevorzugt Tim den kurzen Haarschnitt. „Die Haare sind schneller trocken“, erklärt er. Die Jungs trachteten auch nicht danach, im gleichen Deutschkurs zu sein, sondern hatten unterschiedliche Lehrer und an verschiedenen Tagen ihre Prüfung. In einem sind sie sich einig: „Unser Abischnitt soll nicht in der Zeitung stehen.“

Beide sind erleichtert, dass die Schulzeit vorüber ist. Lukas hat schon konkrete Pläne. Er wird zunächst ein halbes Jahr jobben, danach plant er „Work and Travel“ (Arbeiten und Reisen) in Australien. Welches Studienfach er mit den Leistungsfächern Sport, Mathematik und Erdkunde wählen wird, ist für ihn noch offen. Tatsächlich wird es während seines Aufenthalts auf der anderen Seite der Erdkugel auch eine Wasserballpause geben. Erst 2023 soll der Schritt ins Studium erfolgen.

Garanten für ersten Angriff

Tim bezeichnet sich als zurückhaltend, während Lukas sich als „gelassen, ruhig und offen“ charakterisiert. „Von daher kann man uns schon gut auseinanderhalten“, sagt Tim. Er möchte am liebsten im Herbst gleich in ein Studium einsteigen. Auch er ist noch auf der Suche nach dem passenden Berufsbild. Jetzt wollen beide mal „die Seele baumeln lassen und sich auf Wasserball konzentrieren“.

Im Wasser gibt Tim seine Zurückhaltung auf, „da darf man nicht schüchtern sein in den Zweikämpfen“. Die Brüder überzeugten zuletzt abwechselnd im Anschwimmen. Wenn nach jeder Viertelpause der Schiedsrichter den Ball in die Beckenmitte wirft, kämpfen die schnellsten Schwimmer beider Teams auf der Außenbahn um den Ball. Mit 12,5 Sekunden auf 25 Meter sind die Zwillinge Garanten für den ersten Angriff. Sie lieben diesen Nervenkitzel. „Wir haben dabei den Tunnelblick“, sagen sie.

Vater auch ein Wasserballer

Auch ihr Vater Jens hat Wasserball gespielt und unterstützt den SCN als Betreuer. Doch hätten ihre Eltern ihnen zunächst andere Sportarten wie Hockey, Handball und Fußball vorgestellt und Wert darauf gelegt, dass sie kein Wasserball spielten, erzählen die Zwillinge. Dann starteten die Jungs mit Wasserball bei Vorwärts Ludwigshafen. Jetzt sind sie seit sechs Jahren im SCN. Und sammelten eine Menge Fahrpraxis mit dem „Führerschein ab 17“ und dem begleiteten Fahren bis zur Volljährigkeit, wenn es nach Neustadt zum Training ging.

Jetzt sitzen sie abwechselnd am Steuer. Für ihre Schulkarriere waren die vielen Stunden im Auto und im Training wichtig. „Das machte immer den Kopf frei. Am nächsten Tag war man richtig frisch und wach in der Schule. Das Training half, sich zu entspannen. Die Schule war eine lange, harte Zeit. Aber Wasserball war ein extrem guter Ausgleich“, betonen sie.

So spielen sie

SCN: Vlantoussis; Ehrenklau, Hrvic, Guth, Giese, Lukas Schwarzkopf, Tim Schwarzkopf, Benedikt Hummel, Luis Ananias, Schädler, Beck, Vagts (?), Mongrell (?), Spandick (?).

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