Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: U18 des SC Neustadt ist in Zwischenrunde um deutsche Meisterschaft

Jakko Vagts hat Trainingsrückstand: Der Neustadter hat sich beim Fußball Bänderrisse am Fuß zugezogen.
Jakko Vagts hat Trainingsrückstand: Der Neustadter hat sich beim Fußball Bänderrisse am Fuß zugezogen.

Im Vorrundenturnier um die deutsche U18-Mannschaft ging es für den SC Neustadt und den zwei Gästeteams aus Hannover und Bochum im Stadionbad um den Einzug in das Halbfinale. Die SCN-Fans zitterten und fieberten sogar mit, als ihr Team gar nicht im Wasser war.

Am Vormittag duellierte sich der SCN-Nachwuchs zunächst mit dem amtierenden deutschen Meister White Sharks Hannover im Vorrunden-Turnier um die deutsche U18-Meisterschaft der Wasserballer. Neustadt verlor mit 6:16 (3:2, 1:4, 1:4, 1:6). Die Neustadter Jungs, betreut von Peter Jacqué und Davorin Golubic, starteten gut im ersten Viertel. Doch leichte Fehler im Angriff und gelungene Konter der Gäste brachten den Norddeutschen einen klaren Sieg.

Vergeblich drückten die Grünstadter Annette und Frank Baaden dem SCN die Daumen. Ihr Sohn Brian wird vom Feldspieler zum Wasserball-Keeper ausgebildet und rückte im letzten Abschnitt für Hendrik Hummel zwischen die Pfosten. Familie Baaden investiert viele Fahrtkilometer, um Brian viermal pro Woche zum Training zu bringen. Der Vorteil für Brian, der heute, Montag, 18 Jahre alt wird: Er durfte mit dem „Führerschein auf Probe“ in den vergangenen Monaten reichlich Fahrpraxis sammeln mit Mama Annette als Beifahrerin. Die Buchhalterin im Vollzeitjob atmet auf: „Nun gewinne ich viel Zeit, auch wenn ich im vergangenen Jahr im Homeoffice gearbeitet habe und nicht ins Büro fahren musste.“

Vagts lange verletzt

Der SCN war wegen des Trainingsrückstands von Jakko Vagts geschwächt. Er hatte sich vor acht Wochen beim Fußballspielen einen zweifachen Riss der Außenbänder am linken Fuß zugezogen. Der 18-Jährige arbeitete hart, um Anschluss zu finden. „Drei Wochen lang Krücken, da durfte ich gar nichts machen. Danach ins Wasser und wenigstens mit den Armen kraulen. Auch jetzt schmerzt es. Mir fehlt das Tempo“, berichtete er. Trainer Jacqué war nach der Niederlage im ersten Spiel milde gestimmt: „Das Ergebnis drückt nicht das aus, was wir im Wasser gezeigt haben. Es ist zu hoch ausgefallen.“

Wesentlich besser präsentierte sich danach Blau-Weiß Bochum gegen Hannover. Bochum ging mehrmals in Führung. Die Gesichter der Neustadter Fans wurden immer länger, weil Bochum mit einem Sieg gegen die Norddeutschen mit viel Rückenwind in die abschließende Partie gegangen wäre. Bei einem Bochumer Sieg hätte den westdeutschen Gästen gegen den SCN ein Remis genügt, um Zweiter zu werden und sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Doch die lauten Anfeuerungsrufe der Neustadter für die White Sharks Hannover brachten zumindest ein 11:11 (2:3, 2:2, 4:3, 3:3). Jobst Lange, Hannovers Trainer: „Wir haben in beiden Spielen nicht das gebracht, was wir können. Aber im zweiten Spiel waren wir kaputt. Unser Zusammenspiel hat nicht funktioniert.“ Er verdonnerte seine Jungs gleich nach dem Bochum-Spiel zum „Ausschwimmen. Alle Mann. Zehn Bahnen“.

„Endspiel“ gegen Bochum

Ob der Traum von der Zwischenrunde wahr wird, musste das Spiel SCN gegen Bochum entscheiden. SCN-Manager Michael Heinz wagte vor dem Anpfiff einen Tipp: „Wir gewinnen souverän.“ Er sollte recht behalten. „Seine“ Jungs zauberten im Wasser, profitierten auch davon, dass sich Bochum gegen Hannover verausgabt und die kürzere Regerationszeit hatte. Mit einem 27:14 (9:4, 5:4, 6:4, 7:2)-Sieg verblüffte der SCN auch den Schiedsrichterbeobachter Klaus Lehn: „So was habe ich noch nicht erlebt. So viele Tore und so souverän.“

Die Enttäuschung von Bochums Trainerin Katrin Dierolf war groß: „Ich hatte erwartet, dass wir auch in der zweiten Partie noch Power und den richtigen Kopf für ein gutes Spiel haben.“ SCN-Trainer Peter Jacqué gestand: „Ich habe mit einem klaren Sieg von uns gerechnet. Wir haben von Beginn an unser Konterspiel durchgezogen. Es war ein Handballergebnis.“ Er gab auch den Ersatzspielern angesichts des klaren Vorsprungs Einsatzzeit. Luis Ananias überzeugte zudem mit einem Traumtor: Vor Ende des ersten Viertels zeigte die Uhr nur noch drei Sekunden an, der SCN war nach einem Bochumer Tor am Anspiel. Luis Ananias „zog ab“: 9:4.

Jetzt ist der SCN in der Zwischenrunde mit acht weiteren Teams. Manager Heinz: „Wir überlegen, ob wir uns erneut für die Austragung bewerben oder uns diese Option für die Finalrunde aufheben. Vorausgesetzt, wir erreichen sie.“

So spielten sie

SCN – Hannover: Hummel, Baaden – Vagts (1 Tor), Hrvic, Bauer (2), Beck (1), Spandick (1), Tim Schwarzkopf (1), Guth, Ananias, Schädler, Stedler, Lukas Schwarzkopf.

SCN – Bochum: Hummel, Baaden – Vagts (1), Hrvic (1), Bauer (7), Giese (2), Spandick, Tim Schwarzkopf (1), Guth (4), Ananias (5), Schädler (5), Stedler (1).

Spieler anderer SCN-Jugendmannschaften sorgten für Stimmung am Beckenrand.
Spieler anderer SCN-Jugendmannschaften sorgten für Stimmung am Beckenrand.
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