Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Schädler, Hummel und Vlantoussis in Nationalkader berufen

Torwart Hendrik Hummel gehört nun dem Nationalkader I der Jahrgänge 2003/2004 an.
Torwart Hendrik Hummel gehört nun dem Nationalkader I der Jahrgänge 2003/2004 an.

Die Wasserball-Termine des SC Neustadt sind Corona-bedingt ins Schwimmen geraten. Wegen der steigenden Infektionszahlen und des neuen Lockdowns haben der Deutsche Schwimmverband (DSV) und der Süddeutsche Schwimmverband (SSV) den Spielbetrieb bis 31. Dezember eingestellt. Dennoch haben die jungen SCN-Spieler Anlass zur Freude.

Die Nachwuchswasserballer des SC Neustadt, Torwart Hendrik Hummel und Torjäger Xaver Schädler, sind für die in den rund 20-köpfigen Nationalkader I der Jahrgänge 2003/2004 des Deutschen Schwimmverbandes berufen worden. Außerdem ist Torwart Alexandros Vlantoussis in den Nationalkader II (Jahrgang 2005/2006) aufgerückt. SCN-Trainer Peter Jacqué wertet das als „großen Erfolg für den Standort Neustadt“.

Schädler und Hummel trainieren bereits seit Anfang Januar nach den Vorgaben des DSV und führen ein regelmäßiges Trainingstagebuch, das den Verantwortlichen wöchentlich gemailt wird. Außerdem wird zweimal jährlich der gesamte SCN-Kader nach den DSV-Kriterien in verschiedenen Disziplinen getestet. Diese Zahlen seien dann die Grundlage für den DSV, informiert Jacqué. So seien sogar weitere Spieler im grünen Bereich. Aber alle könnten jetzt noch nicht als Kaderspieler nominiert werden, betont er.

Hoffen auf A-Gruppe

Die Einstufung dreier Spieler in den Nationalkader hat aber eine wichtige Bedeutung für die Gliederung der U18-Bundesliga. Jacqué: „Man hat uns signalisiert, dass in der A-Gruppe, also der stärkeren Gruppe der höchsten Liga, nur Teams spielen können, die auch Spieler haben, die im Kader stehen. Jetzt können wir fast sicher davon ausgehen, dass wir in dieser Saison in der A-Gruppe spielen.“

Das war das Ziel des SC Neustadt, nachdem die jungen Spieler bereits zweimal souverän die Runde in der B-Gruppe für sich entschieden hatten. Doch Corona lässt alle Planungen absolut unsicher werden. So wurde der Start der U18-Bundesliga von Dezember ins Jahr 2021 verschoben. Die Endrunde der U16, für diesen Herbst geplant, wurde erst von zwölf Teams auf acht reduziert und jetzt komplett gestrichen.

Defizite im taktischen Bereich

Für Peter Jacqué sind die weiteren Wochen ohne Spielpraxis indes kein Beinbruch: „Wir haben noch Defizite im taktischen Bereich.“ Das konnten seine jungen Spieler jüngst bei einem Video-Pflichtprogramm feststellen. Am Wochenende wurde das Finale der besten vier U18-Bundesligateams per Livestream übertragen. „Wir haben uns die Spiele angesehen und bemerkt, auf welch hohem Niveau gespielt wurde“, sagt Peter Jacqué. Dabei war aus dem Finalquartett kurzfristig ein Trio geworden. Weil Spandau Berlin einen Corona-Fall in der Mannschaft hat, spielten nur Duisburg, Esslingen und Hannover. Deutscher Meister wurde Gastgeber White Sharks Hannover.

Jacqué sieht keine Motivationsprobleme wegen der Verschiebung der Spieltermine: „Die Jungs wissen immer, wo wir uns befinden. Jetzt waren wir noch in der Aufbauphase. Erst später im November/Dezember sollten mehr Spielanteile im Training folgen.“ Für die vier Wochen im November holt Jacqué die Pläne vom ersten Lockdown im Frühjahr aus der Schublade. Dann erhalten die Jungs Video-Anweisungen von Athletikcoach Max Schneider und sollen drei- bis viermal wöchentlich zu Hause Krafttraining machen. In Zweier-Gruppen soll die Ausdauer mit Waldläufen trainiert werden.

Die dreiwöchige Wasserpause, in der das Stadionbad für den Winterbetrieb umgebaut worden ist, überbrückten die jungen Spieler mit zwei Trainingstagen in Mannheim. Doch jetzt steht bundesweit gar kein Schwimmbecken zur Verfügung.

Zur Sache: 2020 keine Wasserballspiele mehr

Ingolf Berger, Wasserballwart des SC Neustadt (SCN), hat nach vielen Telefonaten dem Süddeutschen Schwimmverband (SSV) einen Zweitliga-Spielplan für die kommende Saison vorgelegt. Doch mit dem Lockdown ab Montag sind alle Pläne zunichte gemacht. „Die Termine der Ersten Liga wurden verschoben. Ich vermute daher im Umkehrschluss, dass auch die Zweitliga-Termine ins Jahr 2021 gelegt werden“, hatte Berger vorab schon überlegt.

Laut seinem Plan hätte der SCN am 21. November im DSV-Pokal antreten sollen. Die ersten Rundenspiele der Zweiten Liga waren für den SCN am 28./29. November geplant. Mit der Fixierung sämtlicher Rundenspiele hat Berger seine Hausaufgaben für den SSV gemacht. Doch wegen der gestiegenen Coronazahlen erfragte der SSV gleichzeitig bei allen Vereinen der Zweiten Liga Süd die aktuelle Meinung zu Spielansetzungen.

Mitte Dezember Lage prüfen

Der SC Neustadt hatte schon vor Bekanntgabe des Lockdowns vorgeschlagen: „Vielleicht ist es möglich, dort mit Spielen zu starten, wo es gesunde Spieler und geöffnete Bäder gibt. Auch sollte man darüber nachdenken, auf Absteiger zu verzichten. Sinnvoll wäre, monatlich zu prüfen, ob der Spielbetrieb aufgenommen werden kann.“ Aber diese Vorschläge sind mit der jüngsten Entscheidung der Politik nicht umzusetzen.

Von SSV-Wasserball-Fachwart Gert Buchheit kam jetzt der Stopp für einen Rundenbetrieb 2020. Er schreibt den Vereinen: „Mehrheitlich entschieden sich die Clubs, keine Spiele mehr 2020 durchzuführen. Die Schwimmbäder stehen im November nicht zur Verfügung. Es wird kaum möglich sein, die Mannschaften fit zu machen. Wir prüfen die Lage Mitte Dezember mit dem Ziel, den Betrieb eventuell Mitte Februar zu starten. Das werden wir mit den Vereinen abstimmen.“

Auch Neustadts Torjäger Xaver Schädler ist in den 20-köpfigen Nationalkader berufen worden.
Auch Neustadts Torjäger Xaver Schädler ist in den 20-köpfigen Nationalkader berufen worden.
x