Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: SC Neustadt wieder in Trainingsspielen mit Körperkontakt

Das Wasser im Stadionbad brodelt: Die Akteure des SC Neustadt durften am Wochenende erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wie
Das Wasser im Stadionbad brodelt: Die Akteure des SC Neustadt durften am Wochenende erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder »richtig« Wasserball mit Körperkontakt spielen.

Endlich dürfen die Wasserballer des SC Neustadt wieder in voller Mannschaftsstärke in Trainingsspielen Taktik und Kondition testen. Wegen der Corona-Pandemie war das bislang verboten. Auch ein 17-Jähriger aus Bulgarien trainiert derzeit mit dem SCN.

Jetzt ging es in einem Trainingsspiel der Aktiven, der U18- und U16-Spieler zur Sache. Trainer Peter Jacqué, der mit dem SCN-Trainerteam seit Anfang Mai das Wassertraining leitet, hat die Neustadter Spieler gleichmäßig auf zwei Mannschaften verteilt. Auch die Aktiven Stefan Ehrenklau, Matthias Held, Benedikt Hummel, Csaba Freiberger und Johannes Weigert sind im Einsatz. Gespielt wird dreimal 15 Minuten. „Das entspricht ungefähr einem Spiel von vier Vierteln mit acht Minuten reiner Spielzeit. So sparen wir uns im Training die genaue Zeitnahme, denn im echten Spiel wird die Uhr ja oft angehalten beim Pfiff des Schiedsrichters“, erklärt Jacqué die ungewöhnliche Spielzeit.

Endlich wieder richtige Zweikämpfe im Becken, auch wenn niemand über die erzielten Tore Protokoll führt. Für manche Spieler fühlt sich der direkte Körperkontakt noch etwas ungewohnt an, doch sie finden schnell in den alten Kampfmodus zurück. Jacqué hat noch einen besonderen Anlass, es mal wieder richtig „krachen“ zu lassen.

17-Jähriger aus Bulgarien

Er testet einen bulgarischen Jugendlichen, der für einige Tage in Neustadt Station macht. Der 17-jährige Martin Donchev kommt aus Sofia. Sein Plan: „Hier auf die Internationale Schule gehen und hier spielen.“ Zunächst absolviert der junge Spieler einige Schwimmtests über verschiedene Distanzen, die Jacqué gewissenhaft mit der Stoppuhr protokolliert. Noch aber misst er den Zahlen keine große Bedeutung zu: „Der Junge kommt ja gerade vom Flughafen.“

Ganz anders dagegen die Protokolle der U18-Spieler. Jacqué hat verschiedene Distanzen und Schwimmstile im offiziellen sportmotorischen Test, wie ihn auch der Deutsche Schwimmverband (DSV) für seine Spieler fordert, in einem Computerprogramm aufgelistet. Bei vielen SCN-Jugend-Spielern erscheinen die Ergebnisse von Anfang Juli grün umrandet. Der Trainer erklärt: „Das zeigt, dass diese Spieler mit ihren Werten die aktuelle Kadernorm des DSV erfüllen. Wir wollen damit dokumentieren, dass wir in die A-Gruppe der U18-Bundesliga gehören.“

Jedes halbe Jahr ein Test

Ein zweiter Blick beweist, dass sich die Jungs von Dezember bis zum Juli weiterentwickelt haben. Der aufwendige Test wird halbjährlich durchgeführt. Und trotz der rund zweimonatigen Schwimm-Zwangspause von März bis Mai haben die Jungs ihre Zeiten jetzt verbessert. Für die Trainer ein Zeichen, dass viel und richtig gearbeitet worden ist.

Beim Trainingsspiel werden noch einige Abstimmungsprobleme deutlich, die fehlende Spielpraxis macht sich bemerkbar. Peter Jacqué sieht einige Fehlpässe und noch kein optimales Zusammenspiel. Doch der junge Donchev fügt sich gut ein, brilliert in der Centerverteidigung und als Spielgestalter. Der Coach lobt ihn: „Er hat schöne Ansätze, ergreift die Initiative und hat eine flache Wasserlage.“

Coronatests vor dem Spiel

Jetzt hoffen die Neustadter Wasserballer, dass das aktuelle Hygienekonzept des DSV, das momentan noch sehr eng ausgelegt wird, noch überarbeitet wird. Peter Jacqué nennt einige Beispiele: „Der DSV sieht momentan vor, einen Tag vor dem Spiel anzureisen, die Spieler sofort zu testen. Das Corona-Testergebnis soll dann vor dem Spiel vorliegen. Zuschauer sind lediglich mit großem Abstand zur Wasserfläche erlaubt, das wäre bei uns in Neustadt schwer zu realisieren. Aber das ist hoffentlich nur ein Vorschlag und wird nach den jeweiligen Ideen der Vereine jetzt noch überarbeitet.“

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