Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: SC Neustadt in Videokonferenz zur U18-Bundesliga

Peter Jacqué (stehend, Zweiter von links) weiß noch nicht, ob und ab wann in der U18-Bundesliga gespielt wird.
Peter Jacqué (stehend, Zweiter von links) weiß noch nicht, ob und ab wann in der U18-Bundesliga gespielt wird.

Die U18-Bundesliga-Wasserballer des SC Neustadt trainieren nach wie vor im Stadionbad. Möglicherweise könnten sie und ihre Ligakonkurrenten ab 10. April Spiele austragen. Dann allerdings im Freibad. Sicher ist derzeit allerdings noch gar nichts.

Peter Jacqué, Trainingskoordinator und Juniorenwasserball-Trainer des SC Neustadt, hat an einer Videokonferenz des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) mit allen potenziellen U18-Erstligisten teilgenommen. Wolfgang Rühl, verantwortlich für die Rundenleitung der männlichen Jugend, und Klaus Lehn, Schiedsrichter und Spielbeobachter, haben die Sitzung geleitet.

Es sei abgefragt worden, wer vor Ort überhaupt trainieren könne, erzählt Peter Jacqué. Das Ergebnis: „Vier, fünf von 13 können gar nicht trainieren. Einige nur eingeschränkt.“ Der SCN-Trainer weiß, dass außer den Neustadter U18-Wasserballern derzeit nur noch jene in Esslingen, Potsdam und Hannover im Wasser trainieren können.

Vier Schwimmer aus dem Landeskader

Dass die Neustadter ins eigentlich wegen der Corona-Pandemie geschlossene Stadionbad können, hat zwei Gründe: Die Schwimmbäder müssen derzeit in der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Profi- und Spitzensports ist laut 15. Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz „auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen zulässig, sofern ein von den Sportfachverbänden oder Ligaverantwortlichen erstelltes Hygienekonzept vorliegt und beachtet wird“. Zuschauer sind allerdings nicht erlaubt. Spitzen- und Profisport sind laut Verordnung unter anderem Bundes- und Landeskaderathleten in olympischen Disziplinen sowie Mannschaften aller olympischen und paralympischen Sportarten der Ersten bis Dritten Ligen sowie der Regionalliga im Männerfußball. Die U18-Wasserballer des SCN gehören der Ersten, die Männermannschaft der Zweiten Liga an. Während die Wasserballer im Stadionbad ihrem Sport nachgehen, trainieren dort zudem vier Schwimmer, die dem Landeskader angehören.

Grund Nummer zwei: Der SC Neustadt nutzt das Stadionbad in der Pandemie nicht kostenlos. Wie bereits im November berichtet, trägt der Förderverein Wasserball des SC Neustadt die Kosten für die Badnutzung.

Weitere Beschlüsse abwarten

In der Videokonferenz habe sich die Tendenz gezeigt, so Peter Jacqué, dass „wir nur im Freibad spielen können“. Zum Beispiel seien die Hallenbäder in Hamburg und auch in Bochum für die Sportler geschlossen. So sollen nun alle betreffenden Vereine bis 26. Februar abklären, wie die Pläne vor Ort zur Öffnung der Freibäder aussehen. Zudem muss abgewartet werden, welche Beschlüsse in der nächsten Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder gefasst und welche Regeln nach dem 14. Februar gelten werden. Bislang dauert der Lockdown bis 14. Februar.

Peter Jacque berichtet, dass der DSV möglichst ab 1. März die Vereine vier Wochen lang zunächst nur trainieren lassen will. „So ab 10. April könnte eventuell die U18-Bundesliga-Saison im Freibad losgehen“, informiert er aus der Konferenz.

Einzelspiele oder Turnierform?

Das Hygienekonzept des DSV sei nicht diskutabel, sei in der Konferenz betont worden. Es sei noch nicht festgelegt worden, in welchem Modus eventuell gespielt werde, sagt Jacqué. „Ob Einzelspiele oder eine Turnierform, ist von der Anzahl der gemeldeten Mannschaften abhängig.“ Die Turnierform werde jedoch favorisiert.

Das hat simple Gründe. Wenn drei Mannschaften an einem Tag im Modus jeder gegen jeden spielen, pro Team also zwei Partien anstehen, gibt es weniger Reise- und Übernachtungskosten. Laut Hygienekonzept müssen drei Tage vor einem Spieltag alle Spieler und Betreuer einer Mannschaft einen PCR-Test mit einem Abstrich aus dem Mund-Rachen-Raum machen. Bei einem solchen Test wird bei einem Erkrankten das Erbgut des Coronavirus’ nachgewiesen. „Das ist für viele eine Kostenfrage“, betont Jacqué. Ein Test koste nämlich zwischen 70 und 120 Euro.

Preiswertere Pooltests

„Es gibt aber auch die Möglichkeit der Pooltestung“, erklärt der Wasserball-Coach. Bei 16 Spielern beispielsweise gebe es 16 Stäbchen für die Abstriche. Jacqué: „Ein Stäbchen wird in eine Nase geschoben. Am Ende kommen alle 16 Stäbchen aber in ein einziges Röhrchen mit einer Flüssigkeit.“ Sei das Ergebnis dieses Pooltests negativ, seien alle Spieler gesund und könnten spielen. Der Pooltest sei insgesamt preiswerter, als pro Spieler einen PCR-Test zu machen. Der Test müsste zudem an einem Turniertag mit zwei Spielen pro Team nur einmal vor Turnierbeginn gemacht werden.

Vor einem Spiel oder Spieltag müssten Mannschaften, Kampf- und Schiedsrichter überaus frühzeitig anreisen, um sich vor Ort ebenfalls einem Schnelltest zu unterziehen. Der Gastgeber würde dann, so Jacqué, das medizinische Personal und eventuell die Testkits organisieren. Die Anreisenden müssten für die Test bezahlen. Oder aber sie brächten Testkits mit.

Mit Leistungstests motivieren

Der DSV habe signalisiert, sollte ein Spieler, der im Mannschaftsbus mit Mitspielern (möglicherweise ohne Maske) angereist sei, ein positives Ergebnis haben, dass alle gleich wieder nach Hause fahren könnten. Wer hingegen mit dem Zug, in dem FFP2-Maskenpflicht herrsche, anreise, könne spielen, auch wenn der Schnelltest eines Mitspielers positiv sei.

Jacqués Fazit: „Man ist gewillt, das Ganze durchzuziehen.“ Doch wegen der vielen Unwägbarkeiten sei es schwer, selbst bei den Neustadter Junioren, die trainieren dürften, die Motivation hochzuhalten. „Wir bauen deswegen im Training Zwischenschritte ein.“ Der SCN bittet seine Spieler regelmäßig zu Leistungstests, sodass jeder einzelne sehen kann, ob er sich verbessert oder verschlechtert hat, ob andere schneller sind.

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