Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: SC Neustadt geht in Weiden unter

Hendrik Hummel (unser Bild) war gegen die Weidener Angreifer genauso machtlos wie sein Torwart-Kollege Alexandros Vlantoussis.
Hendrik Hummel (unser Bild) war gegen die Weidener Angreifer genauso machtlos wie sein Torwart-Kollege Alexandros Vlantoussis.

Auch im Flachwasser kann man untergehen. Mit 9:18 (2:4, 2:6, 3:3, 2:5) verlor Wasserball-Bundesligist SC Neustadt am Samstag beim SV Weiden.

Das Besondere am Auswärtsspiel in Weiden: Die Gastgeber dürfen mit einer Ausnahmegenehmigung in einem kleinen Becken mit kürzerem Spielfeld und geringer Wassertiefe spielen. Bei 1,80 Metern bis zum Beckenboden können groß gewachsene Spieler quasi durch das Wasser laufen. Bestens eingespielt auf dieser Besonderheit sind die Weidener Wasserballer, die sich den Heimvorteil nutzten. Routiniert stießen sich die süddeutschen Spieler am Boden ab, um dann an den Verteidigern vorbeizuhechten. SCN-Trainer Peter Jacqué: „Unsere Jungs waren zu unerfahren und versuchten dann, die Angreifer mit den Händen zu stoppen. So gab es natürlich Pfiffe der Schiedsrichter und Hinausstellungen.“ Jugendtrainer Jacqué war für SCN-Chefcoach Davorin Golubic eingesprungen, der aus terminlichen Gründen verhindert war. Auch Jacqué konnte das Desaster nicht verhindern. Vielleicht auch gerade deshalb, weil es im Grunde eine Bundesliga-unerfahrene Mannschaft war, die er ins Wasser schickte.

Bis auf Kapitän Mathias Held und Benedikt Hummel waren nur unter 20-jährige SCN-Eigengewächse im Aufgebot, darunter drei Spieler aus der aktuellen U18-Mannschaft. Einzig Alexandros Vlantoussis hätte als Nationaltormann der deutschen U18-Auswahl noch Schlimmeres verhindern können. Doch auch er war gegen die Weidener Angreifer machtlos, genauso wie der etatmäßige Keeper des SCN, Hendrik Hummel.

U18-Nationalkeeper im SCN-Tor

Vlantoussis steht normalerweise für die SCN-Einsätze gar nicht zur Verfügung. Als Nationalspieler hat er ein Zweitspielrecht. Vlantoussis trainiert drei- bis viermal in der Woche in Neustadt. Der 16-Jährige lebt aber in Karlsruhe und spielt normalerweise in der U18-Formation des SSV Esslingen. „Denn das Team spielt in der A-Gruppe der Junioren-Bundesliga. Das ist schon ein anderes Niveau als in der B-Gruppe, in der die Neustadter Junioren sind.“ Außerdem ist er zweiter Torwart im Esslinger Männerteam, das ebenfalls in der Bundesliga-A-Gruppe antritt.

Doch da am Wochenende alle Esslinger Spiele krankheitsbedingt abgesagt worden sind, stand Vlantoussis dem SCN zur Verfügung. „Die Entscheidung fiel kurzfristig am Samstagvormittag“, erzählt er. Vlantoussis kam über SCN-Spieler Moritz Giese in der süddeutschen Auswahl mit Neustadt in Kontakt. Er betont: „Hier sind die Trainingsmöglichkeiten hervorragend, und die Anreise nach Neustadt ist kürzer als die nach Esslingen.“

Rote Karte für Philipp Guth

Diesmal kam er für Hendrik Hummel in der zweiten Spielhälfte zum Einsatz. Doch egal, welche Kniffe sich Coach Peter Jacqué auch einfallen ließ: Gastgeber Weiden kontrollierte die Begegnung. Jacque: „Wir haben unsere Überzahlgelegenheiten nach Hinausstellungen der Weidener nicht genutzt und unsere Konter nicht erfolgreich abgeschlossen. Lediglich beim Stand von 9:14 waren wir kurzzeitig stabiler und hatten einige Chancen, die wir aber nicht verwerteten.“ Dazu kamen einige widersprüchliche Entscheidungen der Unparteiischen, wie etwa eine Rote Karte für Philipp Guth im letzten Viertel. Jacqué: „Es war eine ganz normale Aktion, wir haben kein schlimmes Foul gesehen.“ Entsprechend war Luis Ananias frustriert. „Wir gingen motiviert in die Partie. Aber wir konnten nicht viel gegen Weiden ausrichten. Ich bin enttäuscht, eigentlich wollten wir mindestens einen Punkt mitnehmen. Auf die Schiedsrichterentscheidungen durften wir nicht emotional reagieren, auch wenn ich deren Leistungen als sehr schlecht einschätze.“

So geht der SC Neustadt als Letzter der B-Gruppe in die Weihnachtspause. Doch weil für den Kampf gegen den Abstieg nach den Rückspielen noch eine Zwischenrunde mit den Teams der C-Gruppe folgt, läuten noch keine Alarmglocken.

So spielten sie

SC Neustadt: Hendrik Hummel, Alexandros Vlantoussis – Beck (1 Tor), Hrvic (1), Guth, Vagts (1), Spandick, Benedikt Hummel, Giese, Luis Ananias (2), Schädler (1), Lukas Schwarzkopf (1), Held (2). kle

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