Von Heike Klein
Wasserball: SC Neustadt bastelt sich Gegenspieler fürs Training
Wie so oft zeigt sich das Führungsteam des SCN erfinderisch: Trainer Peter Jacqué und Manager Michael Heinz waren schlaf- und ruhelos. Sie wollten das Training effektiver gestalten. Jacqués Idee mit irgendwelche Dummies, also Plastikpuppen, wie sie etwa im Fuß- und Handball eingesetzt werden, stieß bei „Mike“ auf offene Ohren. Schließlich sollte es endlich wieder Körperkontakt im Training geben. Heinz recherchierte: „Doch die klassischen Dummies, wie sie im Fußball eingesetzt werden, würden im Wasser nicht funktionieren.“ Also kaufte der SCN-Manager fünf Wagenschläuche in der Größe, die für Lastwagenräder notwendig ist. Aufblasbare Affen und Palmen, die eigentlich bei harmlosen Poolpartys zum Einsatz kommen, waren ebenfalls schnell bestellt. Mit jeweils zwei Kilo schweren Gewichten und Nylonschnur halten die „Abwehrspieler“ ihre Position.
Heinz pumpte die Teile schließlich mit der elektrischen Pumpe, mit der auch die kleinen Kinderwasserballtore aufgeblasen werden, im Stadionbad auf. Dann baute er die Konstruktionen unter den staunenden Augen der Spieler aus dem U16-, U18- und Zweitliga-Team zusammen.
Zu den künstlichen Gegnern muss nun kein Mindestabstand eingehalten werden. „Das ist beispielsweise beim Überzahlspiel praktisch“, verdeutlicht Heinz den Vorteil. Damit die Jungs auch schwimmerisch das Gefühl haben, ein Gegner hängt an ihrem Körper, hat Heinz zudem kleine Fallschirme gekauft. Im Wasser wirken sie als künstlicher Widerstand. Heinz: „Der SCN lässt sich von Corona nicht unterkriegen und sucht immer nach Lösungen, wie man das Beste aus der jetzigen Situation macht.“