Neustadt
Wasserball: Neustadter U18 in Zwischenrunde um deutsche Meisterschaft
Die U18-Wasserballer des SC Neustadt wollen am Wochenende in Esslingen in der Zwischenrunde um die deutsche U18-Meisterschaft das Ticket für die Finalrunde lösen. Zwei der vier Teilnehmer kommen in die Endrunde. Die stärksten Brocken warten am Samstag mit Gastgeber SSV Esslingen und dem OSC Potsdam auf den Neustadter Nachwuchs. Doch diese Vereine wollen die Favoritenrolle nicht annehmen. Als schwächstes Team der Runde gilt Krefeld. Wird Neustadt der lachende Dritte und holt am Ende mindestens Platz zwei?
SCN-Spieler Luis Ananias geht mit viel Rückenwind in die drei Partien. Ihm gelang in der Vorrunde in Neustadt gegen Blau-Weiß Bochum ein Traumtor vom Anspielpunkt aus zum wichtigen 9:4. Ananias erinnert sich: „Es waren nur noch drei Sekunden vor Ende des ersten Viertels. Es war klar, ich muss direkt schießen. Ich entschied mich für einen Aufsetzer. Der ist schwerer für den Torhüter zu berechnen. Also volle Kanne drauf.“
1,95 Meter und 105 Kilo
Der 17-Jährige bringt für seinen Sport mit einer Größe von 1,95 Metern und einem Gewicht von rund 105 Kilogramm wichtige körperliche Voraussetzungen mit. „Größe und Masse sind schon vorteilhaft. Man kann nicht so leicht aufgehalten werden. Aber ich muss auch viel und hart trainieren, damit ich schnell unterwegs bin“, sagt er.
Sein Platz im Team ist vor dem Tor als Center im Angriff oder in der Abwehr als Verteidiger gegen den gegnerischen Center. Dann wird um jeden Zentimeter gekämpft, um eine günstige Position zu erhalten. Der Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hat neben Englisch und Biologie „natürlich Sport“ als Leistungskurs. Sein Berufsziel sei noch offen. Aber er wolle keinen Bürojob, sondern einen abwechslungsreichen Beruf, etwa bei der Bundespolizei, verrät er.
Samstag gegen Esslingen und Potsdam
Mit dem Selbstvertrauen, das er und sein Team beim klaren 27:14-Erfolg gegen Bochum und dem Einzug in die Zwischenrunde getankt haben, hofft Ananias auch auf die realistische Chance, die Endrunde zu erreichen. SCN-Trainer Peter Jacqué sieht allerdings Probleme auf seine Jungs zukommen. „Der Samstag bringt uns die zwei stärksten Gegner Esslingen und Potsdam. Ausrichter Esslingen ist auf jeden Fall Favorit wegen des Heimvorteils. Potsdam hat eine unheimlich starke Vorrunde in Hamburg gespielt mit drei hohen Siegen. Der Angriff dort ist gut eingespielt. Da müssen wir schwer dagegenhalten“, so Jacqué.
Doch er weist Überlegungen klar von sich, sich etwa im ersten Spiel des Tages gegen Esslingen zu schonen, um am Nachmittag gegen Potsdam ausgeruhte Jungs ins Becken zu schicken. Jacqué: „Wir gehen in jedes Spiel mit der Absicht zu gewinnen. Letztlich kommt es dann auch auf den Spielverlauf an. Esslingen hat einige Kaderspieler des Jahrgangs 2004 im Team und zwei starke Linkshänder.“
Über Nacht zu Hause
Auf jeden Fall ist der erste Turniertag für Neustadt entscheidend. Entweder Potsdam oder Esslingen müssen bezwungen werden. Nach dem Potsdam-Spiel fährt das Team nach Neustadt zurück. „Wir übernachten in den eigenen Betten. Das hat auch Vorteile“, sagt Jacqué. Am Sonntag steht das dritte Spiel, dann gegen den SV Krefeld 72, auf dem Spielplan. Krefeld gilt auch bei Jacqué als Außenseiter des Vierer-Turniers. Das SCN-Trainerteam hat in den vergangenen Tagen an den „Baustellen in Angriff und Abwehr“ gearbeitet. Jacqué: „Ziel ist, das Überzahlspiel zu festigen, die Abläufe zu automatisieren. Unsere Abwehr muss zudem beweglicher werden. Wir kassierten in der Vorrunde zu viele Treffer.“ Positiv seien aber die Konzentration und gute Stimmung im Team. Auch Henning Spandick und Jakko Vagts näherten sich wieder ihrer Bestform.
So spielen sie
Zeitplan: Samstag, 11.30 Uhr: SSV Esslingen – SCN, 17 Uhr: OSC Potsdam – SCN; Sonntag, 10 Uhr: SCN – SV Krefeld 72.
SC Neustadt: Hummel, Baaden – Bauer, Beck, Giese, Guth, Muffang, Schädler, Lukas Schwarzkopf, Tim Schwarzkopf, Spandick, Stedler, Hvric, Vagts, Ananias.
Potsdam, Esslingen und Krefeld sind die Zwischenrunden-Gegner des SC Neustadt
Die drei Neustadter Gegner in der Zwischenrunde um die deutsche U18-Meisterschaft der Wasserballer heißen OSC Potsdam, SSV Esslingen und SV Krefeld. Keines der Teams sieht sich in der Favoritenrolle.
André Laube, Cotrainer des OSC Potsdam: „Wir waren zufrieden mit der Vorrunde in Hamburg.“ Darauf angesprochen, dass er untertreibe – denn Potsdam besiegte den Hamburger TB mit 35:0, die SG Neukölln Berlin mit 26:3 und Spandau Berlin mit 22:4 – lacht Laube. „Es war die schwächste Vorrundengruppe“, erklärt der Cotrainer. „Und gegen Spandau hat einfach alles funktioniert, so was erlebt man nicht oft.“
Seine Mannschaft wolle in der Zwischenrunde einfach ihre Außenseiterchance nutzen. Es sei das jüngste Team mit nur vier Spielern des Jahrgangs 2003. Der Druck liege auf Esslingen. Dahinter folge ein Dreikampf zwischen dem SCN, Krefeld und Potsdam, prognostiziert er.
Die Ostdeutschen waren vor Ostern im Trainingslager in Neustadt, daher kennen sich Neustadt und Potsdam aus einigen Trainingsspielen mit leichtem Übergewicht in den Resultaten für den SCN. Laube: „Das Trainingslager war perfekt von Neustadt organisiert. Inzwischen haben wir uns aber weiterentwickelt.“
„Wir sind froh, dass wir überhaupt in der Zwischenrunde stehen“, sagt Markus Zilken, Trainer in Krefeld. Das SV-Team sei erst seit Ende März im Training. Zilken: „Wir fahren locker nach Esslingen, wollen einfach Spaß haben.“ Doch für den SCN werde es sehr schwer werden, Platz zwei zu erreichen. Dass der SV Krefeld in der Vorrunde nur knapp im Heimturnier mit 9:11 gegen Esslingen verloren hat, möchte Markus Zilken nicht überbewerten: „Esslingen fehlten viele wichtige Spieler in der Vorrunde.“
Edwin Finkes, stellvertretender Sportlicher Leiter des SSV Esslingen, weist die Favoritenrolle von sich und seinem Team: „Nach den Vorrundenergebnissen ist Potsdam klar am stärksten.“ Allerdings bestätigt Finkes, dass im Vorrundenturnier einige Nachwuchsspieler gefehlt hatten, die im Esslinger Bundesligakader im Einsatz waren. „Die Jungs trainieren bei den Männern mit. Wir setzen in der Ersten Liga stark auf die Jugend. Für die Zwischenrunde sind wir aber komplett, sofern keine Verletzungen passieren“, sagt der Esslinger.