Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Mit neuem Coach peilt SC Neustadt Bundesliga-Aufstieg an

Mit Thomas Jonas (links) hat Thorsten Preuß bereits 2003 die Zweitliga-Wasserballer des SCN betreut.
Mit Thomas Jonas (links) hat Thorsten Preuß bereits 2003 die Zweitliga-Wasserballer des SCN betreut.

Der frühere Spieler Thorsten Preuß trainiert die Neustadter Männermannschaft. Ein sehr junges Team, das in der vergangenen Runde aus der Bundesliga abgestiegen ist. Ein erfahrener Neuzugang soll ihm helfen, den Aufstieg zu verwirklichen.

Thorsten Preuß, der neue Trainer des Wasserball-Zweitligisten SC Neustadt, atmet auf. Im Stadionbad beginnt am Samstag die Wintersaison. Die Traglufthalle steht längst. Trotz Energiekrise hat der Stadtrat der Wintersaison im Moby Dick zugestimmt. Aber mit nur 23 Grad Wasser- und 26 Grad Lufttemperatur.

Preuß’ Alternativpläne für den Fall, dass der SCN ohne Hallenbad in die Saison hätte gehen müssen, bleiben in der Schublade. Ziemlich umständlich wäre dann die Trainingsplanung geworden. Heimspiele hätten die Neustadter eventuell beim Gegner absolviert. Ab und zu hätte das Team weite Fahrten zu Trainingsturnieren zurücklegen müssen. Doch das ist erst einmal alles vom Tisch.

Golubic selten in Neustadt

Der 54-Jährige Studiendirektor tritt die Nachfolge von Davorin Golubic an. Golubic war in der vergangenen Saison beruflich und krankheitsbedingt selten in Neustadt. Die lange Anreise von seinem Wohnort Mainz ließ ohnehin nur zwei Trainingseinheiten in der Woche zu. Preuß: „Die Spieler brauchen jemanden, der immer am Beckenrand steht. Sie müssen wissen, wie das Training läuft. Sie brauchen Kontinuität, also eine feste Bezugsperson.“ Vor allem, wenn man auf die Altersstruktur des Kaders blickt: Von den 20 gemeldeten Spielern sind 15 vom Jahrgang 2003 oder noch jünger. Dieser Unerfahrenheit war hauptsächlich der Abstieg aus der B-Gruppe der Bundesliga in der vergangenen Runde geschuldet.

Stubenvoll zum SCN

Jetzt heißt das Ziel von Preuß: „Mit diesem Kader kann es nur der direkte Aufstieg sein.“ Denn der SCN hat neben den erfahrenen Spielern Matthias Held und Stefan Ehrenklau auch Timo van der Bosch an Bord, einen ehemaligen Nationalspieler. Der Neuzugang soll Preuß bei der Trainingsarbeit unterstützen. Vom Wasserballzweitligisten Leimen/Mannheim wechselt Kai Stubenvoll zum SCN. Preuß: „Unsere jungen Wasserballer, die gerade von der Schule in die Ausbildung gegangen sind, sind mit dieser Veränderungen wieder besser motiviert. Sie wussten zunächst nicht, wie es weitergeht und wie sie Ausbildung oder Studium mit Wasserball unter einen Hut bringen.“

Preuß überlegt, dass jetzt nur abzuwarten ist, wie sich die niedrigere Wassertemperatur auf die Gestaltung der Übungseinheiten auswirkt. Vielleicht müsse man Alternativen suchen, um die Wassereinheiten kürzer zu absolvieren, sagt er. Er versteht sich, ganz Pädagoge, als Coach auf „horizontaler Ebene“, möchte also auf Augenhöhe mit den Spielern umgehen. Preuß: „Die Spieler kommen freiwillig, machen den Sport, weil sie Spaß haben. Da kann ich nicht autoritär auftreten oder herumbrüllen. Geduld ist gefragt. Ich bin kein Feldherr und brauche auch keine Krawatte. Die Spieler spüren, wenn man es ernst meint, ihnen Tipps gibt und damit helfen möchte.“

25 Jahre in Erster und Zweiter Liga

Als Fachschaftsvorsitzender Sport am Käthe-Kollwitz-Gymnasium ist er verantwortlich für die Organisation der schulinternen Veranstaltungen, ist Ansprechpartner für die übergeordnete Behörde, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), sowie seine zehn Sportlehrer-Kollegen. Der gebürtige Neustadter hat mit zwölf Jahren mit Wasserball angefangen. In einem neu gebildeten Jugendteam unter Trainer Peter Jacqué arbeitete sich Preuß ab 1979 hoch bis zum Bundesliga-Spieler. 25 Jahre lang war er in der Zweiten Liga und der höchsten deutschen Spielklasse am Ball, darunter auch mit Michael Heinz, Lars Ananias, Stefan Ehrenklau und Matthias Held in einem Team. Preuß engagierte sich anschließend in der Jugendarbeit und brachte über die Einstiegsvariante Aquaball Schüler mit dem Wasserballsport in Berührung. Mittlerweile spielen diese Jungs in der U14, darunter auch Flynn, Preuß’ 14-jährige Sohn.

Preuß hat die A-Trainer-Lizenz und ist damit auch berechtigt, in der höchsten deutschen Spielklasse zu coachen. Diese Berechtigung muss er in zweijährlichem Abstand mit Fortbildungen erneuern. Sein Amt als Verbandstrainer für die Jugend im Südwestdeutschen Schwimmverband behält er bei. „Das ist vom zeitlichen Aufwand gut zu überblicken. Es gibt einige gemeinsame Turniere und Termine.“ Die Männermannschaft des SCN wird er dreimal in der Woche trainieren.

Pokalspiel am 15. Oktober

Die Rundenspiele sind noch nicht festgelegt. Die Zweitliga-Vereine vereinbaren die jeweiligen Termine in gemeinsamer Absprache, je nach Verfügbarkeit der Hallenbäder. Die ersten Zweitliga-Begegnungen werden voraussichtlich erst ab November ausgetragen. Die Sitzung der Vereinsvertreter ist für den 8. Oktober vorgesehen.

Doch bereits am Samstag, 15. Oktober, hat das SCN-Team seinen ersten wichtigen Auftritt. In der ersten Runde um den Deutschen Wasserball-Pokal geht es zum West-Zweitligisten SGW Essen.

So spielen sie

Der Kader des Zweitligisten SC Neustadt: Hendrik Hummel, Torwart (19 Jahre), Alexandros Vlantoussis, Torwart (17) Luis Ananias (19), Silas Beck (18), Timo van der Bosch (29), Stefan Ehrenklau (48), Moritz Giese (17), Philipp Guth (18), Matthias Held (38), Amer Hrvic (19), Benedikt Hummel (24), Linas Orth (18), Xaver Schädler (19), Tim Schwarzkopf (19), Henning Spandick (19), Paul Stedler (19), Jakko Vagts (19), Adel Yakout (18), Kai Stubenvoll (30).

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