Am Rande der Bande
Wasserball: Liveübertragungen des SC Neustadt aus dem Stadionbad
Das Finale um die deutsche U18-Meisterschaft hat der SC Neustadt live aus den Neustadter Stadionbad übertragen. Trotz Corona-Einschränkungen durften aber auch 200 Zuschauer rund um das Becken sitzen. Sogar der Hubboden im 50-Meter-Becken hinter dem nördlichen Tor wurde hochgefahren und bestuhlt. Für die drei Gästeteams gab es jeweils ein Kontingent von 25 Plätzen.
Weil dies die Nachfrage bei Weitem nicht deckte beziehungsweise auch nicht jeder eine weite Anreise in die Pfalz auf sich nehmen wollte, kümmerte sich SCN-Manager Michael Heinz um Abhilfe. Er organisierte mit „Sport Deutschland TV“ die nötigen Zutaten, um alle Spiele von SCN, White Sharks Hannover, SSV Esslingen sowie ASC Duisburg live im Internet übertragen zu können. Dabei war Heinz froh, dass er nur die ersten Formalitäten einleiten musste. Benedikt Hummel, Spieler der Männer-Mannschaft, kümmerte sich um die restlichen Vorbereitungen. Das Equipment wurde geliefert, Hummel erhielt eine Schulung.
Zwölfjähriger Kameramann
Der 22-jährige Student im Bereich Ingenieur für Versorgungstechnik arbeitet zurzeit an seiner Bachelorarbeit. Seine schnelle Auffassungsgabe im Bereich der digitalen Technik erleichterte ihm den Umgang. So leitete er auch die Kameramänner wie den zwölfjährigen Tim Weißler an. Für Weißler, ebenfalls Wasserballer, war es schließlich logisch, was er im Bild einfangen sollte. „Einfach genau das Spiel beobachten, und mit der Kamera dort sein, wo der Ball ist“, erklärt er. Der 15-jährige Marius Schuler war indes für die Einblendungen der jeweiligen Schriftanzeigen zuständig.
Auf dem Schwimmmeistergebäude
Weitere Helfer wechselten sich ab. Nur Hummel musste bei jedem Spiel auf dem Dach des Schwimmmeistergebäudes ausharren. Er moderierte jede Begegnung mit fachlich passenden Informationen. Als Spieler sei es für ihn relativ einfach, die Spielzüge zu erkennen und dann auch zu kommentieren, erzählte Hummel. Wie alle Fernsehmoderatoren hatte er sich akribisch vorbereitet. Er studierte die Aufstellungen der Gegner, machte sich Notizen zu ihrer Erstliga-Erfahrung und zur Zugehörigkeit zum Nationalkader. Bei den Spielen ohne SCN-Beteiligung blieb er gelassen. Aber wenn der SCN im Wasser kämpfte, verließ er die neutrale Position. „Da bin ich doch so, wie es auch die Fernsehreporter bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft während der Europameisterschaft sind. Da kann ich nicht unparteiisch bleiben. Wenn ich als Fan am Beckenrand sitzen würde, wäre ich noch viel lauter“, verriet er. Er hatte vor allem im Spiel gegen Duisburg viel zu jubeln, denn in dieser Partie machte der SCN die Vizemeisterschaft klar.
Die Spiele der Endrunde sind noch im Internet über https://bit.ly/3huvr3s abrufbar. Dort können sich die Fans die mitreißenden Szenen noch einmal entspannt ansehen mit dem Wissen, dass es für den SCN ein Happy End gegen Duisburg mit dem 9:9-Ausgleich in der letzten Spielminute gegeben hat.