Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Handball-Training mit den Eulen für Neustadter Jugendspieler

Yessine Meddeb (links) und Enes Keskic (rechts) zeigen den Jugendwasserballern des SC Neustadt eine Abwehrsituation.
Yessine Meddeb (links) und Enes Keskic (rechts) zeigen den Jugendwasserballern des SC Neustadt eine Abwehrsituation.

24 Nachwuchsspieler des SC Neustadt, darunter zwei Mädchen, trainieren im Feriencamp nicht nur in ihrer Sportart. Sie wagen sich an Fußball-Golf und Klettern. Mit zwei Zweitliga-Spieler der Eulen Ludwigshafen haben sie Handball ausprobiert.

Das Probetraining der Nachwuchs-Wasserballer des SC Neustadt mit zwei Spielern des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen brachte für die 24 Teilnehmer eine verblüffende Erkenntnis: Die beiden Mannschaftssportarten haben trotz der sehr verschiedenen Spielfelder viele Gemeinsamkeiten.

Erneut bietet der SC Neustadt seinen Spielern zwischen zwölf und 17 Jahren in den beiden letzten Ferienwochen ein spannendes, anstrengendes und abwechslungsreiches Trainingsprogramm. „Es ist quasi der Auftakt in die neue Saison und der Einstieg in die Vorrunden zu den deutschen Meisterschaften der U14 und U16“, sagt Trainer Peter Jacqué. Täglich wird zweimal im Wasser trainiert. Nach dem Mittagessen folgt jeweils eine besondere Aktivität wie Kajakfahren, Fußball-Golf in Sembach, eine Fahrt zum Kletterpark in Kandel oder eben ein Besuch der beiden 21-jährigen Zweitliga-Handballer Yessine Meddeb und Enes Keskic von den Eulen Ludwigshafen.

Drei Schritte, drei Sekunden

Die Handballer bieten den Jugendlichen in der Turnhalle des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums einen Einblick in ihre Sportart. Zum Aufwärmen nutzen die Wasserballer natürlich den Handball. Mit dem Ball sollen die SCN-Jugendlichen den Basketballkorb anpeilen. Es folgen spezielle Übungen für die Koordination und Staffelspiele. Die Schrittfolge mit dem notwendigen Ballprellen fällt den Wasserballen auf dem ungewohnten Element „Hallenboden“ zunächst schwer. „Nach drei Schritten muss der Ball auf den Boden geprellt werden. Länger als drei Sekunden darf der Ball nicht in der Hand gehalten werden“, erklärt Yessine Meddeb die Regeln. Sein Teamkamerad Keskic weiß: „Die Hand-Augen-Koordination ist beim Handball wichtig – das ist bei den Wasserballern nicht so ausgeprägt.“

Zwei Wasserballerinnen

Doch die Jungs und die zwei Wasserballerinnen Leonie Kluck und Reka Meszaros lernen schnell. Die Jugendlichen verhalten sich zudem sehr diszipliniert. Auch wenn die 24 Bälle auf dem Hallenboden wie die Stampede einer wilden Rinderherde klingen, wird es plötzlich leise, wenn die Handballer eine neue Übung erklären. Zum Abschluss der 90-Minuten-Einheit gibt es ein kleines Spiel und ein Siebenmeterwerfen.

Die Wasserballer zeigen sich danach begeistert. „Toll, dass wir bei unserem Camp auch andere Sportarten kennen lernen“, meint Marius Schuler. Benedikt Grüne ergänzt: „Es ist sehr anstrengend, aber wir verbessern unser Ballgefühl.“ Sie erkennen auch die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Sportarten. „Teamgeist, Kondition, Kraft, mit Power Tore werfen“, zählen die Wasserballer diese Ähnlichkeiten auf. Den harten Körperkontakt, den es im Hand- wie im Wasserball gibt, erfahren sie an diesem Nachmittag nicht. Meddeb: „Wir wollen Verletzungen vermeiden.“

Vier Jungs zu Lehrgang

Trainer Peter Jacqué vermeldet anschließend den Jungs die nächsten Termine. So nehmen an einem Lehrgang des Süddeutschen Schwimmverbandes vier Spieler teil: Matteo Ananias, Max Boeckmann, Flynn Preuß und Joona Vagts sollen sich dort „zeigen“. Jacqué: „Dort können sie sich beweisen, um für die süddeutsche Länderauswahl nominiert zu werden, die im September am Länderwettbewerb der U14, am Stamm-Pokal, teilnimmt.“ Für die Vorrunde zur deutschen Meisterschaft ist die U14-Mannschaft des SC Neustadt bereits qualifiziert. Sie wird am 25. und 26. September ausgetragen. Der SCN hat sich um die Ausrichtung im Stadionbad beworben. Der Deutsche Schwimmverband (DSV) hat noch nicht entschieden, wo das Vorrundenturnier gespielt wird.

U20-WM ohne Xaver Schädler

Xaver Schädler ist vor einigen Jahren den gleichen Weg wie der aktuelle SCN-Nachwuchs gegangen, war bei den Trainingscamps des Clubs dabei. In den Sommerferien weilte der 17-jährige SCN-Spieler diesmal auf Einladung von DSV-Bundestrainer Nebosja Novoselac, der von den Spielern Nebo gerufen wird, mit dem U20-Nationalkader in vier Wasserball-Lehrgängen. Darunter waren zwei Trainingslager in Kroatien und Serbien. Nach jedem Lehrgang sortierte der Bundestrainer einige Spieler aus. Ziel ist die U20-Weltmeisterschaft Ende August in Prag. Als einer der jüngsten Teilnehmer war Schädler zwar bis jetzt dabei, doch im WM-Aufgebot steht er nicht.

„Ich habe es nicht wirklich erwartet, aber bin doch ein bisschen frustriert, weil ich quasi die ganzen Ferien unterwegs gewesen bin“, gesteht Schädler. Der Bundestrainer habe ihm nicht genau erklärt, wieso er nicht im WM-Kader stehe. Schädler: „Ich vermute, es liegt daran, dass ich noch unerfahren bin. Doch Nebo sagte, er habe sich gefreut, dass ich dabei gewesen sei und mich gut präsentiert habe. Er versicherte mir, ich sei für die U19-Europameisterschaft 2022 ein fest eingeplanter Bestandteil.“

Schädler ist in seinem Fazit eines besonders wichtig: „Mein Dank geht an das Trainerteam und Manager Michael Heinz. Ohne ihre manchmal verrückten Ideen und tollen Feriencamps wäre das alles für mich nicht möglich geworden. Ich bin jetzt froh und stolz, dass ich die Farben des SCN im Nationalteam gut vertreten durfte.“ Nun hofft Schädler, dass ihm das Trainerteam zwei Wochen Pause gönnt, damit er sich von den vielen Wassereinheiten erholt. kle

Auch im Kletterpark in Kandel haben sich die Wasserballer bewegt. Zuvor allerdings sind sie ins Klettern eingewiesen worden.
Auch im Kletterpark in Kandel haben sich die Wasserballer bewegt. Zuvor allerdings sind sie ins Klettern eingewiesen worden.
Xaver Schädler
Xaver Schädler
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