Am Rande der Bande
Wasserball: Der Mann am Musikpult
Neustadt Manager Michael Heinz hätte am vergangenen Wochenende bei den Heimspielen des Wasserball-Zweitligisten SC Neustadt fast den Altersdurchschnitt der jungen Truppe kaputt gemacht. Beim Warmmachen vor dem Spiel war er selbst noch im Becken. Der 55-Jährige übernahm aber anschließend dann doch eine Position, bei der er mindestens genauso eine gute Figur macht, wie im Wasser. Er bediente die Musikanlage und spielte passend zu den jeweiligen Spielsituationen Songs aus der altersgerechten „Ü50-Playlist“ ein. Zur Mannschaftspräsentation am Beckenrand hieß es etwa „Auf ihr Brieder in die Palz“. Gab es eine gute Parade der SCN-Keeper Kai Ulrich und Hendrik Hummel ertönte „Er steht im Tor“ von Wencke Myhre. Und erzielten trotz der guten Gegenwehr des SCN die Gäste einen Treffer, spielte Heinz den Hit von Katja Ebstein: „Wunder gibt es immer wieder.“ Beim Wasserball gibt es naturgemäß großen Körpereinsatz, und daraus resultieren einige Zeitstrafen. Heinz hatte für die gegnerischen Spieler, die dann für 20 Sekunden an den Beckenrand mussten, Demis Roussos’ „Goodbye, My Love“ parat. Und nachdem seine Jungs einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet hatten, riet er musikalisch aus dem Dschungelbuch: „Probier's mal mit Gemütlichkeit.“ Mit dieser musikalischen Unterstützung geht auch das Publikum, das überwiegend aus den Angehörigen der jungen Spieler besteht und daher auch die jeweiligen Hits noch aus der eigenen Jugendzeit kennt, gerne ins Stadionbad.