Fußball Warum Ex-Oberliga-Spieler Elias Rheinheimer jetzt in der A-Klasse kickt
Was hat Sie dazu bewegt, im Januar 2024 nach Niederkirchen zu wechseln?
Für den Wechsel habe ich mich entschieden, da ich aufgrund der Arbeit und des Studiums nicht mehr die Zeit hatte, um weiterhin vier- bis fünfmal pro Woche zu trainieren. Die Prioritäten in meinem Leben haben sich an diesem Punkt verändert: Vom Fußball weg, hin zu meinem Studium und der Arbeit, womit ich mir eine finanziell sichere Zukunft erarbeiten möchte. In meinem letzten halben Jahr bei Hertha Wiesbach in der Saarlandliga habe ich gemerkt, dass die Doppelbelastung Fußball und Arbeit zusammen mit einem Studium nicht zielführend ist.
Sie haben zuvor nie in einer so tiefen Klasse gespielt, aber wirken trotzdem immer motiviert. Was ist der Grund?
Für mich spielt die Klasse in dieser Hinsicht keine Rolle. Vor allem im vergangenen Jahr habe ich als Kapitän der Mannschaft eine Führungs- und Vorbildfunktion eingenommen, der ich gerecht werden möchte. Ich möchte meine Kenntnisse und Fähigkeiten nutzen, um der Mannschaft zu helfen. Hierzu gehört auch, mit gutem Vorbild voranzugehen und die richtige Einstellung an den Tag zu legen.
Mussten Sie Ihre Spielweise umstellen?
Natürlich muss man sich in seiner Spielweise an die Liga entsprechend anpassen. Das Tempo und die individuelle Qualität stellen noch einmal einen großen Unterschied zur Oberliga dar. Da ich mich allerdings bewusst für den Klassenwechsel entschieden habe, muss ich den Unterschied annehmen und mich dementsprechend an die Liga und das Team anpassen.
Als Tabellenvierter der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt gehört TuS Niederkirchen trotz der 2:3-Niederlage bei der SG Limburgerhof zu den Mannschaften, die um den Aufstieg spielen. Ist der Wiederaufstieg mit dem TuS das Ziel?
Nach einer solch kurzen Zeit in der Hinrunde macht es für mich wenig Sinn, über einen eventuellen Wiederaufstieg zu reden. Mit unserer Qualität muss es natürlich das Ziel sein, im ersten Drittel der Tabelle mitzuspielen. Alles andere wird sich im weiteren Verlauf der Runde zeigen.
Die Schlussphase in Limburgerhof war turbulent, da Niederkirchen nach einem 0:2-Rückstand in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich erzielte, aber danach noch verlor. Wie haben Sie diese Minuten erlebt?
Wir sind nach einer schwachen ersten Hälfte drangeblieben und noch einmal zurückgekommen. Natürlich ist es dann umso bitterer, wenn man mit null Punkten nach Hause fährt. Das Spiel haben wir allerdings nicht in den letzten Minuten, sondern schon in der ersten Hälfte verloren. Wir wissen, dass wir eine bessere Leistung zeigen müssen und auch können, damit wir in den nächsten Spielen wieder die drei Punkte holen.
Sie führen als eher defensiver Spieler die Torschützenliste der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt mit neun Treffern an. Ist das für Sie überraschend?
Ich freue mich über jeden Treffer, mit dem ich der Mannschaft helfen kann. Viele Tore sind außerdem bisher durch Standards erzielt worden. Daher gibt es keinen Grund, übermütig zu werden.
Sie haben für die Reserveteams der beiden Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und SV 07 Elversberg insgesamt 44 Oberligaspiele bestritten und waren zuvor für den FCK in den A- und B-Junioren-Bundesligen aktiv. Warst Sie damals nah an einer Karriere als Profi dran?
Ich bin sehr stolz darauf, für solche Vereine gespielt haben zu dürfen. Vor allem auf meine Zeit beim FCK blicke ich mit Freude und Stolz zurück. Es war immer mein Kindheitstraum, bei meinem Lieblingsverein zu spielen. Umso schöner war es natürlich, dass ich meine Erfahrungen dort im Herrenbereich in der Oberliga sammeln durfte. Ich denke schon, dass ich als Oberligaspieler zu diesem Zeitpunkt mithalten konnte. Es ist dann allerdings noch einmal ein großer Schritt hin zur Profikarriere. Vermutlich haben zu diesem Zeitpunkt ein paar Prozent und etwas Glück gefehlt, um diesen Schritt zu schaffen.
Trauen Sie mehr dem FCK oder Elversberg zu den Aufstieg in die Bundesliga zu?
Obwohl ich FCK-Fan bin, beeindruckt mich die Spielweise der SV Elversberg schon seit den vergangenen Saisons. Ich gehe allerdings davon aus, dass dieses Jahr keine der beiden Mannschaften aufsteigen wird. Für den FCK wünsche ich es mir natürlich mehr.
Sie sind in Landstuhl geboren und ein echter Westpfälzer. Gibt es Mentalitätsunterschiede zur Vorderpfalz?
Ich bin natürlich gerne zu Hause in meiner Heimat, bei meiner Familie und Freunden. Allerdings finde ich schon, dass die Mentalitäten etwas verschieden sind. Ich fühle mich in der Vorderpfalz aber sehr wohl. Die Menschen sind hier meiner Meinung nach etwas offener und genießen das Leben etwas mehr als in der Westpfalz. Das liegt vermutlich auch an der Landschaft und dem guten Essen und Trinken.
Zur Person
Elias Rheinheimer ist 22 Jahre alt, gehört aber trotzdem bereits zu den erfahrensten Spielern in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt. Obwohl er beim 1. FC Kaiserslautern den Übergang von den A-Junioren in die Aktivität schaffte und als Westpfälzer nicht aus der Region stammt, wechselte er im Januar 2024 vom saarländischen Verbandsligisten FC Hertha Wiesbach zum TuS Niederkirchen und blieb diesem auch nach dem Abstieg aus der Bezirksliga Vorderpfalz erhalten.
Es spielen
Bezirksliga Vorderpfalz: TSG Deidesheim - SV Obersülzen (Freitag, 19.30 Uhr), SV Geinsheim - FC Lustadt (Sonntag, 15 Uhr), FC Phönix Bellheim - 1. FC 08 Haßloch (Sonntag, 16 Uhr)
A-Klasse Rhein-Mittelhaardt: TuS Maikammer - SG Limburgerhof (Samstag, 17 Uhr), TuS Niederkirchen - FG 08 Mutterstadt II (Sonntag, 15.30 Uhr), VfB Haßloch - SV Gommersheim (Mittwoch, 19.30 Uhr)
A-Junioren-Landesliga Südwest, Staffel A: TSG Deidesheim - FC Arminia Ludwigshafen (Samstag, 16 Uhr)
B-Junioren-Landesliga Südwest, Staffel A: 1. FC 23 Hambach - FSV Offenbach II, JFV Ganerb - TSG Deidesheim (beide Samstag, 16 Uhr)
C-Junioren-Landesliga Südwest, Staffel A: SV Viktoria Herxheim II - TSG Deidesheim (Samstag, 15.30 Uhr)
D-Junioren-Landesliga Vorderpfalz, Staffel A: 1. FC 23 Hambach - VfR Friesenheim (Mittwoch, 18 Uhr)
Frauen-Verbandsliga Südwest: SV Kottweiler-Schwanden - 1. FFC Niederkirchen (Samstag, 19 Uhr).