Stadtleben Warum das Weingut Weegmüller an frühere Zeiten anknüpfen will

Blick in den Hof des Weinguts Weegmüller.
Blick in den Hof des Weinguts Weegmüller.

Im Frühjahr 2021 ist das Haardter Weingut Weegmüller verkauft worden. Nachdem elf Generationen der Familie sich um edle Tropfen gekümmert hatten, fand sich kein Nachfolger mehr. Danach wurde es etwas komplizierter, denn die damals vorgestellten neuen Eigentümer sind inzwischen nicht mehr auf der Haardt tätig. Jan Kubat ist Ende 2021 als Geschäftsführer eingestiegen und seit dem Vorjahr allein für das Weingut verantwortlich.

2023 soll zu seinem Schlüsseljahr werden. „Wir haben viel verändert“, sagt Kubat. Grund für den Kurswechsel: Nach dem Verkauf des Weinguts durch die Weegmüllers, das seit 1685 in deren Familienbesitz war, sei zunächst an vielen Stellschrauben gedreht worden. Dazu habe auch der Abschied von einigen Bestandteilen des bekannten Sortiments sowie das Erhöhen der Preise gehört, so Kubat. Er betont: „Das stellen wir wieder um. Wir wollen wie bei Weegmüllers ein klassisches Familienweingut sein.“

Vinothek neu gestaltet

Er habe erlebt, dass wegen der Neuerungen viele Stammkunden nicht mehr gekommen seien. Diese wolle er nun zurückgewinnen. Dabei helfen soll, dass früher bekannte Weegmüller-Weine wie Cuvée fleur wieder im Angebot seien, „und wir haben die Preise wieder aufs frühere Niveau gesenkt“. Das Hoftor sei nun regelmäßig für Kunden offen. „Wir hoffen, dass viele mal wieder vorbeischauen und sehen, was wir machen“, sagt er. Kunden wolle er überraschen – auch mit Rabatten beim Hofeinkauf. Für zusätzliches Flair sollen dabei die neu gestaltete Vinothek sowie die Probierstube in den alten Gemäuern sorgen. Kubat arbeitet mit einem neuen Kellermeister und dem langjährigen Außenbetriebsleiter zusammen. „Der Betrieb lebt, daher ist der Hofverkauf für uns elementar“, so Kubat.

Der Fokus des Betriebs, der 16 Hektar bewirtschaftet, liegt traditionell bei Weißweinen. „Aber wir probieren jetzt mit Spätburgunder und Merlot sowie einem Cuvée auch mal Rotwein. Ich liebe Rotweine, wir haben die Trauben, daher wollen wir das versuchen“, sagt Kubat, der weiß, dass es bei Weegmüllers keine Rotweine gab. Ab Herbst wolle er im Weingut auch eine Eventlocation für Feste eröffnen. „Wir haben eine tolle Lage am Schloss, das sollen die Leute erleben“, wünscht sich Kubat.

Dass ihm die Neustadter beim Kurswechsel eine neue Chance geben, davon ist er überzeugt. Beim Haardter Weinfest sei der Hof richtig voll gewesen, „da haben viele gemerkt, dass es hier wieder Spaß macht“, sagt Kubat und will die „Familienbetriebsidee“ konsequent weiterführen. Über sich selbst und die Vergangenheit will er dabei übrigens gar nicht sprechen, „es soll nur ums Weingut gehen“.

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