Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Vorerst nicht mehr „abgepollert“

Der Wirtschaftsweg am Parkplatz Andergasse mit Pollern.
Der Wirtschaftsweg am Parkplatz Andergasse mit Pollern.

Niedrige Kunststoff-Hürden haben seit Ende 2019 für viel Gesprächsstoff gesorgt. Die Rede ist von Kurzpollern auf Wirtschaftswegen bei Diedesfeld und Hambach. Seit einigen Wochen sind sie verschwunden. Ob für immer, wird sich weisen.

Ein Kommunikationsleck hat unlängst im Ortsbeirat Diedesfeld zu leichter Aufregung geführt. Beklagt wurde, dass die kleinen Poller am Ende der Straße Zum Klausental – am Übergang zum Wirtschaftsweg Judengasse – verschwunden sind. Als „Verursacher“ ausgemacht wurden die Amtskollegen in Hambach. Dort war heftig über die gleichen Absperrungen am Ende des Wirtschaftswegs kurz vor dem Parkplatz Andergasse diskutiert worden.

Seit Ende 2019 beschäftigt das Thema vor allem die Hambacher Winzer in der Andergasse. Die städtische Umweltabteilung hatte die Kurzpoller aufgestellt, um den unerlaubten und unerwünschten Durchgangsverkehr auszubremsen. Gute Erfahrungen hatte sie damit in Duttweiler und Lachen-Speyerdorf gemacht, mit vehementem Protest in Hambach hatte sie folglich nicht gerechnet.

Problem programmiert

Das Problem war allerdings programmiert: Zwar liegen die Poller-Standorte allesamt auf Diedesfelder Gemarkung, doch betreffen sie nahe des Parkplatzes vorneweg Andergasser Winzer. Die Verwaltung hatte zuvor zwar mit den Bauern und Winzern in Diedesfeld gesprochen, die Hambacher aber außen vor gelassen, was nicht so gut ankam.

Diese protestierten auch deshalb, weil sie den Wirtschaftsweg als „Umleitung“ sehen, wenn die Andergasse zumindest kurzzeitig zugeparkt ist. Ein weiterer Kritikpunkt aus Hambach: Mit großen Nutzfahrzeugen seien die Poller leicht zu überfahren, bei normalen Autos sei das nicht immer garantiert. Indes würden Winzer auch mit Privat-Pkw zu den Wingerten fahren.

Landwirte gegen Poller

In einer Sitzung des Ortsbeirats Hambach Mitte Januar 2020 versprach Umweltdezernentin Waltraud Blarr, das Gespräch mit den Bauern und Winzern aus Hambach nachzuholen und dann neu zu entscheiden – auch in Abstimmung mit den Ortsbeiräten. In der Folge hatte sich die Bauern- und Winzerschaft Hambach gegen die aktuellen Poller-Standorte ausgesprochen, ihre Kollegen aus Diedesfeld schlossen sich dem an. Zwischenzeitlich hat die Stadt die Poller wieder abgeschraubt. Folgen sollte ein Ortstermin mit allen Beteiligten aus Landwirtschaft, Gastronomie (wie die Betreiber der Klausentalhütte) sowie Ortspolitik, um über Alternativlösungen zu reden.

Corona hat dem allerdings einen Riegel vorgeschoben. Gleichzeitig wurde offensichtlich der Ortsbeirat Diedesfeld nicht auf den neuesten Stand gebracht – und damit auch nicht Ortsvorsteher Volker Lechner, wie er auf Nachfrage bestätigt. Indes ist er mit dem geplanten Vorgehen völlig einverstanden. Beigeordnete Blarr wiederum will nun einen Ortstermin im kleineren Kreis ansetzen, um das Thema zu diskutieren. Außerdem wurden an den bisherigen Poller-Standorten „Einfahrt-verboten“-Schilder aufgestellt.

Alternative Standorte

Das ist zumindest im Sinn der Bauern und Winzer. Ein weiterer Vorschlag lautet, an der Einfahrt Ecke Zum Klausental/Weinstraße ein Schild aufzustellen, das über die Weißkreuzstraße zu den Hütten führt und den Wirtschaftsweg Judengasse entlasten würde.

Von Hambach aus sollte der Verkehr über Winzerstraße, Kirschgarten und Andergasse geleitet werden, was wiederum auch die Weißkreuzstraße schonen würde. Möglich wären aus Sicht der Landwirte auch Kurzpoller im Bereich der Weinstraße und der Von-Dalheim-Straße. Das und mehr, wird demnächst bei dem Ortstermin geklärt.

Der Wirtschaftsweg am Parkplatz Andergasse ohne Poller.
Der Wirtschaftsweg am Parkplatz Andergasse ohne Poller.
x