Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Stadtratswahl in Neustadt: Die Spitzenkandidaten im Kurzporträt

Der Neustadter Stadtrat: Um die 44 Mandate bewerben sich sechs Listen.  Archivfoto: Mehn
Der Neustadter Stadtrat: Um die 44 Mandate bewerben sich sechs Listen. Archivfoto: Mehn

Am nächsten Sonntag wird der Neustadter Stadtrat gewählt. Fünf Parteien und die Freie Wählergruppe treten mit einer Liste an. Mit Ausnahme des Linken sind die Spitzenkandidaten altbekannte Gesichter. Ein kleiner Überblick – kombiniert mit vier Fragen.

Matthias Frey, FDP

„Wer seine Heimat liebt, macht sie besser“, sagt Matthias Frey und spielt damit auf die Stadtratspolitik an, die sich die FDP erneut vorgenommen hat. In der Neustadter Kommunalpolitik ist der liberale Spitzenkandidat aus Gimmeldingen seit 35 Jahren aktiv, seit 2004 gehört er als Fraktionsvorsitzender dem Stadtrat an, zuvor war er eine Legislaturperiode im rheinland-pfälzischen Landtag vertreten. Im Hauptberuf ist der 54-Jährige Direktor des Amtsgerichts Neustadt. Frey ist verheiratet, Vater von vier Kindern und in der Freizeit, die ihm verbleibt, ein begeisterter Imker.

Wen würden Sie gerne treffen?
Den Dalai Lama.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Den Großvenediger in den Hohen Tauern besteigen.

Ihr glücklichster Moment im Leben, jenseits privater Ereignisse?
Da gab es einige ...

Was schätzen Sie am amtierenden OB und was nicht?
Ich schätze sein Bemühen, umfassend zu informieren und viele Menschen einzubinden; ich schätze nicht an ihm, dass er früher Dinge massiv kritisiert hat, die er nun selbst genauso macht wie sein Amtsvorgänger.

Clemens Stahler, CDU

Auch für Clemens Stahler ist das kommunalpolitische Engagement „ein Grundpfeiler unserer Demokratie“. Dafür setzt sich der 59 Jahre alte CDU-Politiker aus Geinsheim seit Jahrzehnten ein, gehört seit 1994 dem Stadtrat an und führt dort seit sieben Jahren die Fraktion. Hauptberuflich ist Stahler bei der BASF beschäftigt, aktuell als Referent für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit bei den Technischen Services, einer Abteilung mit 1800 Mitarbeitern. Seit 33 Jahren verheiratet, ist der Sport neben der Kommunalpolitik eine Leidenschaft, egal ob Skifahren, Schwimmen oder – Gartenarbeit.

Wen würden Sie gerne treffen?
Grundsätzlich inspirierende Persönlichkeiten. Bill Gates zum Beispiel wäre so eine.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Eine Asienreise. Oder ein Musikinstrument erlernen.

Ihr glücklichster Moment im Leben, jenseits der Familie?
Als leidenschaftlicher Skifahrer am frühen Morgen die Natur zu genießen und ihre Allmacht zu erkennen – und dann als Erster eine frisch präparierte Piste runterfahren.

Was schätzen Sie am amtierenden OB und was nicht?
Dass er mit genauso viel Leidenschaft wie ich Politik macht. Was ich nicht an ihm schätze, sage ich ihm unter vier Augen.

Barbara Hornbach, Grüne

Sie ist die einzige Frau unter den Spitzenkandidaten: Barbara Hornbach, 54 Jahre alt und in der Kernstadt zuhause, will es für die Neustadter Grünen wissen. Wieder einmal, denn die versierte Kommunalpolitikerin trat 2009 im OB-Wahlkampf gegen den damaligen Amtsinhaber Löffler an. Hornbach, die beruflich der Geschäftsleitung des Beratungsunternehmens Corivus AG in Lachen-Speyerdorf angehört, kam vor über zwei Jahrzehnten über eine Bürgerinitiative zur Kommunalpolitik. Im aktuellen Stadtrat ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Ein Anliegen ist ihr schon immer eine Verbindung von Wirtschafts- und Umweltpolitik.

Wen würden Sie gerne treffen?
Die Eltern von Greta Thunberg.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Ein eigenes Gewächshaus anlegen.

Ihr glücklichster Moment im Leben jenseits der Familie?
Ich versuche, die glücklichen Momente im Alltag wertzuschätzen. Das macht mich zufrieden.

Was schätzen Sie am amtierenden OB, und was nicht?
Das bespreche ich gerne persönlich mit ihm.

Christoph Bachtler, FWG

Christoph Bachtler führt seit knapp anderthalb Jahren die FWG-Fraktion im Stadtrat, dem er seit 2004 angehört. Der Freie Wähler wohnt in der Kernstadt, ist Vater zweier Kinder und von Beruf selbstständiger Architekt. Insofern gehört kreatives Gestalten für den 52-Jährigen einfach zum Leben dazu, folglich auch in der Kommunalpolitik. Dass sich Bachtler in seiner Freizeit seit vielen Jahren bei der Schauspielgruppe Neustadt engagiert oder auch mal gerne bei Fantasy-Rollenspielen mitmacht, könnte da ebenso auf der Hand liegen.

Wen würden Sie gerne treffen?
Prinz Charles – wegen seines Engagements im Denkmal- und Naturschutzbereich, aber auch weil ich mich gern mit ihm über seine Auffassung zum Dienst an der Allgemeinheit unterhalten würde.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Eine Mehrtages-Wandertour, mindestens eine Woche, im Pfälzerwald mit Gepäcktransport. 2017 habe ich ein Zwei-Tagestour nach Ramberg gemacht, die toll war.

Ihr glücklichster Moment im Leben, jenseits der Familie?
Da fallen mir mehrere Augenblicke ein, von denen jeder eine eigene Qualität hat. Aber dazu gehören sicher die Premiere des Theaterstücks „Die Verspätung“, bei dem ich die Hauptrolle spielen durfte, und die Altarweihe in der St. Pius-Kirche, als Schlusspunkt einer sehr langen und intensiven Planung, die ich als Architekt begleitet habe.

Was schätzen Sie am amtierenden OB und was nicht?
Sein Engagement, seine Offenheit, seine Intelligenz und dass er völlig in einer Sache aufgehen kann. Was mich manchmal stört, sage ich ihm immer selbst.

Pascal Bender, SPD

Wie alle Spitzenkandidaten, will auch Pascal Bender seine Begeisterung für Neustadt auf möglichst viele Bürger übertragen. Das galt schon für seinen Wahlkampf bei der Direktwahl des neuen Oberbürgermeisters 2017, wo Bender als SPD-Bewerber ein gutes Ergebnis erzielte. Der 49-Jährige ist seit 2004 in der Neustadter Kommunalpolitik unterwegs, gehört seit 2009 dem Stadtrat an, führt sowohl die Fraktion als auch den SPD-Stadtverband. Beruflich ist er im Risikomanagement tätig, gründete 2006 die unabhängige Makleragentur Martens & Prahl Versicherungskontor Neustadt. Bender wohnt in Hambach. Und wenn ihm seine Patchworkfamilie, Beruf und Kommunalpolitik Zeit lassen, liebt er unter anderem das Motorradfahren und den Einsatz für die Neustadter Schauspielgruppe.

Wen würden Sie gerne treffen?
Emmanuel Macron.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Klavierspielen lernen.

Ihr glücklichster Moment im Leben, jenseits der Familie?
Jenseits der Familie geht nicht, denn einer der glücklichsten Momente war es, meine Schwester nach 42 Jahren kennengelernt zu haben – und auf einmal zu wissen, dass man Familie hat.

Was schätzen Sie am amtierenden OB und was nicht?
Dass er mit dem Ziel angetreten ist, in Neustadt einen Wandel herbeizuführen. Dafür steht auch die SPD Neustadt.

Stefan Huber-Aydemir, Linke

Stefan Huber-Aydemir führt die Liste der Linken an. Der 43 Jahre alte Erzieher ist verheiratet, hat drei Kinder und interessiert sich schon lange für die Bundespolitik. Soziale Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität sind ihm wichtig, weshalb er sich vor einem Jahr dazu entschieden hat, der Linken beizutreten. Sich nun kommunalpolitisch zum Wohl der Neustadter engagieren zu wollen, ist für ihn nur folgerichtig.

Wen würden Sie gerne treffen?
Jeden Tag mindestens einen Menschen, der Glück und Empathie in sich trägt, ohne Neid oder Hass auf andere.

Was wollten Sie schon immer mal tun, haben es aber noch nicht geschafft?
Den Garten für meine sieben Hühner grundlegend zu erweitern. Global gesehen, ist das natürlich kaum erwähnenswert. Meine Hühner würden es mir trotzdem danken.

Ihr glücklichster Moment im Leben jenseits der Familie?
Ich erlebe jeden Tag glückliche Momente bei meiner Arbeit mit geistig behinderten Menschen, vor allem dann, wenn ich sie losgelöst vom Wohnheim- und Werkstattalltag in ihrem Urlaub erleben kann.

Was schätzen Sie am amtierenden OB und was nicht?
Mit Herrn Weigel habe ich bislang nur einmal auf einer Wahlveranstaltung gesprochen. Daran habe ich eine positive Erinnerung. rhp/ahb

Barbara Hornbach.  Foto: Grüne
Barbara Hornbach.
Christoph Bachtler.  Foto: FWG
Christoph Bachtler.
Pascal Bender.  Foto: SPD
Pascal Bender.
Stefan Huber-Aydemir.  Foto: Linke
Stefan Huber-Aydemir.
Matthias Frey.  Foto: FDP
Matthias Frey.
Clemens Stahler.  Foto: CDU
Clemens Stahler.
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