Neustadt Vom Zug aus auf Schusters Rappen

Der Bahnhof Maikammer-Kirrweiler soll zum anerkannten „Wanderbahnhof“ werden. Die beiden Gemeinden wollen eine Bewerbung um dieses Prädikat für den gemeinsamen Bahnhof unterstützen.
Der Bahnhof liegt östlich der Landesstraße 516, am Ortseingang von Kirrweiler. Mit dieser Bewerbung greifen beide Gemeinden eine Idee von Barbara Späth, der neuen Wanderwartin des Pfälzerwald-Vereins (PWV), Ortsgruppe Maikammer-Alsterweiler, auf. Das teilte der Maikammerer Ortsbürgermeister Karl Schäfer mit. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des PWV Maikammer-Alsterweiler. Der Vorstand des Vereins habe ebenfalls diese Idee begrüßt. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass attraktive Wanderwege am Bahnhof starten und/oder enden. Zumindest sollte am Bahnhof der Einstieg in die Wanderwege möglich sein. Darüber hinaus soll eine Hinweistafel den ankommenden Wanderern entsprechende Informationen geben. Im Internet-Auftritt der Gemeinden soll auf die Anreisemöglichkeiten mit dem Zug hingewiesen werden. Die Bewerbung wurde beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, Kaiserslautern eingereicht. Seit 2011 zeichnet der Rheinland-Pfalz-Takt Bahnhöfe aus, deren Kommunen sich besonders um eine kundenfreundliche Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs an die örtlichen Wanderwege verdient machen. In der Pfalz ist es der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, der das Prädikat verleiht. Mit bisher guter Resonanz. Zehn Wanderbahnhöfe gibt es bereits pfalzweit, darunter Albersweiler an der Südlichen Weinstraße, zwei im Kreis Germersheim, zwei in der Südwestpfalz, aber auch im Norden und Westen der Pfalz. Von ihnen aus sind zumeist thematisch besonders interessante Wanderwege wie der Schusterpfad oder die Westwall-Rundwanderwege erreichbar. An Wanderwegen, die vom Bahnhof Maikammer-Kirrweiler aus zu erreichen sind, mangelt es fürwahr nicht. So führt der Prädikatswanderweg „Pfälzer Weinsteig“ durch den Wald bei Maikammer, unter anderem über die Kalmit und in den Ortskern von St. Martin. Eine Etappe ist von Neustadt nach St. Martin ausgeschildert. Sie ist fast 20 Kilometer lang und wegen der vielen zu absolvierenden Höhenmeter als „schwer“ eingestuft. Viel leichter haben es dagegen Wanderer, die bei Kirrweiler auf den Spuren des preußischen Feldherrn Gebhard Leberecht von Blücher wandeln wollen. Der hat im Jahr 1794 bei Kirrweiler eine siegreiche Schlacht gegen die Franzosen geschlagen. Der Rundweg, der an Blücher erinnert, ist nur fünf Kilometer lang, geeignet zum gemütlichen Gang in der Ebene – kleiner Geschichtsunterricht inklusive. Daneben gibt es den Expo-Rundweg, den Auerochsenweg, den Quellenwanderweg und andere mehr. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Wandertouren im Pfälzerwald, bestens erschlossen mit Hütten wie dem „Haus an den Fichten“. dem Kalmithaus oder der Totenkopfhütte. Ziel des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr ist es natürlich, möglichst viele Wanderer dazu zu bringen, mit dem Zug ihre Ziele anzusteuern. Pro Quartal soll ein Bahnhof in der Pfalz mit dem Prädikat Wanderbahnhof ausgezeichnet werden. „Dem wanderwilligen Gast soll der Ausflug so einfach wie möglich gemacht werden. Ohne großen Rechercheaufwand oder irreführende Fußmärsche durch verwinkelte Gassen“, so beschreibt der Zweckverband die Intention. (ff)