Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Pfadfinder zum Sommertagsprinzen: Wofür Danny I. sein Amt nutzen will

Am Sonntag wird der 18-jährige Danny Weitzel zum Sommertagsprinzen gekrönt.
Am Sonntag wird der 18-jährige Danny Weitzel zum Sommertagsprinzen gekrönt.

Wenn Haßloch am Sonntag den Winter verabschiedet, steht eine Person besonders im Mittelpunkt: Sommertagsprinz Danny I. Warum der 18-Jährige das Rampenlicht eigentlich meidet.

Die Autogrammkarten sind gedruckt, ein Großteil schon unterschrieben, die Aufregung ist spürbar. Am Sonntag ist es so weit: Bevor ein bunter Tross mit mehr als 70 Wagen und Fußgruppen durch die Haßlocher Ortsmitte zieht und beim 37. Sommertagsumzug feierlich die kalte Jahreszeit verabschiedet, wird Danny Weitzel auf dem Jahnplatz zum Sommertagsprinzen Danny I. gekrönt.

Den passenden Handschlag hat der 18-Jährige schon einmal drauf. Bei der Begrüßung legt er die zweite Hand mit auf – eine herzliche, verbindliche Geste, die sich in seinem offenen Lächeln spiegelt. Weitzel strahlt, wenn er spricht, wenn er zuhört und selbst dann noch, wenn er erzählt, dass ihm seine Ansprache nach der Krönung durchaus Respekt einflößt.

„Ich bin zwar eine extrovertierte Person, ich mag Menschen und bin gerne unter Menschen. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich dann vor so vielen Leuten auf der Bühne stehe und eine Ansprache halten werde, bin ich schon aufgeregt“, sagt Weitzel, der derzeit eine Ausbildung zum Elektrotechniker bei der BASF absolviert. Damit auf der Bühne alles klappt, habe er vor dem Spiegel schon einmal geübt.

Raus aus der Komfortzone

Routinierter bewegt sich der naturverbundene 18-Jährige im Wald. „Ich mag das große Stadtleben nicht wirklich, ich bin gerne im Wald und am Wandern.“ Haßloch habe für ihn die perfekte Größe. „Hier kommt man überall schnell mit dem Fahrrad hin, auch in die Natur.“ Seit rund zehn Jahren engagiert er sich bei den Pfadfindern. Inzwischen leitet er eine eigene Kindergruppe. „Da muss man auch selbstbewusst auftreten, damit sich die Kinder sicher fühlen.“

Das Amt des Sommertagsprinzen sieht er vor allem als Chance, um sich persönlich weiterzuentwickeln. „Es ist ein bisschen aufregend, aber ich dachte, man muss auch mal aus seiner Komfortzone rausgehen und mal was Neues probieren und sich was Neues trauen.“ Für seine Freundin sei die Bewerbung zunächst eine Überraschung gewesen. „Sie hätte nicht gedacht, dass ich mich auf die Bühne traue, aber sie freut sich“, sagt er und lächelt. Auch seine Eltern und Großeltern freuten sich darauf, bald eine „Hoheit“ in der Familie zu haben.

Vom Straßenrand auf den Wagen

Der Sommertagsumzug gehört für den gebürtigen Lachen-Speyerdorfer zum festen Jahresritual. „Seit wir hier wohnen, waren wir immer auf dem Sommertagsumzug. Und da hat man ja schon immer das Sommertagspärchen gesehen oder die Prinzessin.“ Dass er selbst einmal mit Krone und Schärpe gemeinsam mit dem Bürgermeister auf einem Wagen stehen und am Ende den Schneemann entzünden würde, hätte er damals wohl nicht gedacht.

Dass er sich vergangenes Jahr bei der Tourist-Info um das Amt beworben hat, habe vor allem mit einer Person zu tun: seinem besten Freund und noch amtierenden Sommertagsprinzen William Grimm, der vergangenes Jahr zum ersten alleinigen Sommertagsprinzen William I. gekrönt wurde. In den Jahren zuvor hat immer ein Sommertagspärchen den Umzug angeführt. Kennengelernt haben sich die beiden in der siebten Klasse. Grimm war neu an der Schule, gerade aus Speyer zugezogen. „Nach den Ferien kam ich in den Klassensaal, und da war er schon da, ein fremdes Gesicht. Da ich eine offene Person bin, habe ich ihn direkt angequatscht“, erinnert sich Weitzel. Aus dieser spontanen Begegnung entwickelte sich eine enge Freundschaft, die bis heute hält.

Ein Amt, zwei Freunde

„Wäre William nicht gewesen, weiß ich gar nicht, ob ich mich beworben hätte“, sagt Weitzel. „Ich glaube, wenn ich das nicht schon bei ihm gesehen hätte, hätte ich nicht den Mut zusammengenommen, mich das zu trauen.“ Er habe aus nächster Nähe erlebt, mit wie viel Herzblut sein Freund das Amt ausgefüllt habe. Rund 50 Termine hat Grimm während seiner Amtszeit absolviert. Neben den Pflichtveranstaltungen in Haßloch – etwa dem Andechser, dem Sommertagsumzug oder den Leisböhler Weintagen – war er auch bei zahlreichen weiteren Festen vertreten. „Er hatte eine tolle Amtszeit und hat das ganz toll gemacht“, sagt Weitzel anerkennend. „Er war bei vielen Sachen dabei, auch über das Pflichtprogramm hinaus. Das ist auf jeden Fall Ansporn, das auf diesem Niveau fortzuführen.“

Rund 50 Veranstaltungen hat der noch amtierende Sommertagsprinz William I. während seiner Amtszeit absolviert.
Rund 50 Veranstaltungen hat der noch amtierende Sommertagsprinz William I. während seiner Amtszeit absolviert.

Der 18-Jährige Grimm blickt mit Dankbarkeit zurück. „Es war einfach ein wunderschönes Jahr. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, neue Feste besucht und durfte so viel Neues sehen“, sagt er. Besonders freue ihn, die Krone nun an seinen besten Freund weiterzugeben. So habe er weiterhin die Möglichkeit, ihn zu Festen und Veranstaltungen zu begleiten und behalte den Anschluss an die „Wochenendfamilie“, wie sich die Gruppe regionaler Hoheiten selbst nennt. Seinem Nachfolger und Freund rät er vor allem eines: authentisch zu bleiben, offen zu sein und die neuen Erfahrungen mitzunehmen.

Alle Infos zum Ablauf des Sommertagsumzugs finden Sie hier.

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