Deidesheim Vom Falkner bis zum Politiker: Verdiente Deidesheimer geehrt
Es ist immer der Jahrestag, an dem König Wenzel von Böhmen Deidesheim 1395 die Stadtrechte verlieh: Verdiente Bürgerinnen und Bürger werden dann für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Dieses Mal führte der neugewählte Stadtbürgermeister Dieter Dörr (CDU) erstmals durch die Veranstaltung im Museum für Weinkultur. Er zeichnete am Freitagabend seinen Vorgänger im Amt, Manfred Dörr (CDU), für sein 50 Jahre währendes Engagement in der Kommunalpolitik aus. Er bekam die Ehrenplakette in Gold. Dörr war Ratsmitglied, Beigeordneter und Bürgermeister. Erst vor wenigen Tagen hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, dass Dörr auch zum Ehrenbürger der Stadt ernannt werden soll.
Was sich in der Stadt getan hat
Der frühere Stadtbürgermeister war jedoch nicht der Einzige, der an diesem Abend mit einer Ehrenplakette ausgezeichnet wurde. Diese erhielten auch die aus dem Stadtrat ausgeschiedenen Mitglieder Franz Arnold (Freie Wähler) sowie Christdemokrat Klaus-Werner Iselborn. Die ebenfalls aus dem Gremium ausgeschiedenen Mitglieder Gaby Zürker (Grüne) und Achim König (FDP), die nicht anwesend sein konnten, sollen die Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.
Vor den Ehrungen ging Dieter Dörr auf die aktuelle Entwicklung der Stadt ein und erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren auch sehr viel bewegt wurde. So nannte er als Beispiele die Einweihung des Baugebietes D5 östlich des St. Martinswegs, die weitere Verwirklichung des Baugebietes D8, um weiteren neuen Wohnraum zu „bezahlbaren Preisen“ für Deidesheimer Familien zu schaffen sowie die Einrichtung eines betreuten Wohnens für ältere Menschen.
Darüber hinaus verkündete er die Absicht, dass eine neue Multifunktionshalle als Ersatz für die Stadthalle entstehen soll. Ein weiterer Kindergarten werde geschaffen. Und die Stadt habe einen weiteren Teil des Schlossgartens von Familie Kern gepachtet, um einen Rundweg im Schlosspark zu erschließen. „Sie sehen in Deidesheim bewegt sich etwas“, sagte Dörr und erinnerte immer wieder an das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die dem Gemeinwohl dienten.
Dörr ging auch auf die Geschehnisse in den vergangenen Wochen und Tagen ein, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung ins Wanken gebracht hätten und lobte all diejenigen, die erneut auch in Deidesheim auf die Straße gingen. „Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen. Es ist erfreulich, dass Menschen mit Mut bei den Mahnwachen für den Erhalt unserer Demokratie einstehen“, meinte Dörr.
In ganz verschiedenen Ehrenämtern aktiv
Bei der von den Kerwebuwe und Comedian Boris Stelija umrahmten Feierstunde hob Dörr das Engagement von Weinprinzessin Anna III. hervor und überreichte ihr eine Kette. Gleichzeitig würdigte er ehrenamtliche engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihren beispielhaften Einsatz in der Stadt. So wurde unter anderem Bernhard Bücker erwähnt, der sich beim Verein „Freunde für Flüchtlinge“ engagiert. Ebenso genannt wurden Karin Brandner vom Generationentreff, Monika Lauterbach, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds, Wolfgang Weber, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, Karl-Friedrich Groß von der Kolpingkapelle, die Ortsgeistlichen Luise Burmeister und Matthias Schmitt, Robert Kirchner, Leiter des Forstrevier Wallberg sowie Michael Hörner, Gärtnermeister und Falkner. Sie alle wurden mit einer Ehrengabe belohnt.