Stadtleben Vom Ballett zum Hip-Hop: Schule präsentiert ihr Angebot
„Wenn man Ballett tanzen kann, kann man alles tanzen.“ Davon ist Schreieck überzeugt. Sie leitet in Neustadt die Ballettschule in der Karolinenstraße. Nach wie vor bildet der Balletttanz den Hauptausbildungszweig in ihrer Schule, die als Ausbildungsstätte vom Kultusministerium zertifiziert ist. Doch mittlerweile sei Hip-Hop, der den Jazztanz abgelöst habe, als Tanz vom Ministerium ebenfalls anerkannt worden.
Großer Zulauf
Die Nachfrage sei da, doch stärker noch im klassischen Ballett. Gerade nach Corona sei die Nachfrage nach einem regelmäßig stattfindenden Hobby gestiegen. Das Tanzen habe Zulauf. Schreieck sieht die Gründe in der Bewegung, die in der Corona-Zeit zu kurz gekommen sei. Doch nicht nur. „Der soziale Faktor spielt eine große Rolle. Das gemeinsame Erleben in der Gruppe erfährt bei den Menschen, ob groß oder klein, eine neue Wertschätzung.“ Auch erschienen die Kinder regelmäßig, wobei sie schon auf die nächste Stunde drängten.
Am Samstag können Interessierte von 11 bis 16 Uhr sich informieren und auch an Workshops teilnehmen. „Es gibt Aufführungen, für die die Kinder innerhalb von vier Wochen einen Tanz einstudiert haben“, sagt sie. Dabei war es einigen Kindern sehr wichtig, ihre privaten Termine zu verschieben, um so als Tanzpartner für andere zur Verfügung zu stehen. „Sie sagten mir, dass sie die Gruppe nicht im Stich lassen wollen.“ Der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe hat Schreieck fasziniert.
Großes Programm im Juli
In der Tanzausbildung werde unter anderem auch die Konzentrationsfähigkeit trainiert. „Schon die Dreijährigen lernen, Gedichte aufzusagen, zu denen sie sich bewegen sollen“, sagt die Tanzpädagogin. „Das können viele Erwachsene nicht.“
Noch immer wird das Thema Corona auch im Hinblick auf die kommenden Wintermonate in der Tanzschule ernst genommen. „Wir haben glücklicherweise die räumlichen Möglichkeiten, sodass die Tänzer einen Abstand von drei Metern halten können. Die Kinder berühren sich gegenseitig nicht. Wir sind bislang ohne Coronafälle durch die Zeit gekommen“, sagt Schreieck. Weil die nächsten Wochen und Monate noch unsicher seien, habe sie nicht wie eigentlich üblich eine Aufführung im Saalbau geplant. Der Tag der offenen Tür sei für die Kinder jedoch eine Chance, vor Publikum aufzutreten. „Aber im nächsten Sommer werden wir am 15. Juli wieder im Saalbau präsent sein“, verspricht sie beim Blick nach vorn.