Neustadt Viele Unfälle von Rasern verursacht

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Laut den Daten für die Verkehrsunfallentwicklung im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Haßloch, zu dem neben dem Großdorf auch die Verbandsgemeinde Deidesheim gehört, ist die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr nach einem Anstieg 2014 wieder auf das Niveau der Jahre zuvor zurückgegangen. Allerdings stieg die Anzahl der Verletzen an. Innerhalb der Gemarkungsgrenzen der Gemeinde Haßloch ereigneten sich 559 Unfälle, 101 Personen (darunter 14 Schwerverletzte) kamen zu Schaden, und bei zwei Unfällen wurden drei Personen tödlich verletzt. In der Verbandsgemeinde Deidesheim wurden 290 Verkehrsunfälle registriert, eine Person kam ums Leben, 10 Personen wurden schwer und 32 leicht verletzt. Bei knapp einem Drittel der Verkehrsunfälle entfernte sich ein Beteiligter, meistens der Hauptverursacher, vom Unfallort und beging Unfallflucht. Die Aufklärungsquote der Verkehrsunfallfluchten lag mit 37,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Laut Polizeihauptkommissar Matthias Schramm, Sachgebiet Einsatz und Verkehr, konnte seit der Einführung eines Unfallfluchtsachbearbeiter am 1. November 2015 für das letzte halbe Jahr die Aufklärungsquote bereits deutlich auf 48,8 Prozent gesteigert werden. In der Risikogruppe der Kinder (bis unter 14 Jahre) waren wie im Vorjahr 13 Fälle zu verzeichnen, dabei verunglückten elf Kinder. Ein Kind wurde als Fußgänger, sieben Kinder wurden als Radfahrer und drei als Mitfahrer im Pkw verletzt (davon eines schwer). Für diese Risikogruppe beginne die Polizei bereits im Kindergarten mit Präventionsprojekten und mache die Kinder frühzeitig mit den Regeln des Straßenverkehrs vertraut, so Schramm. Regelmäßig stehen auch Schulweg-Überwachungen auf dem Programm. In der Grundschule kommt die Jugendverkehrsschule zum Einsatz, erläuterte Schramm. An den weiterführenden Schulen stehen Vorträge über die Wirkungsweisen und Gefahren von Alkohol und Drogen im Mittelpunkt der Aufklärungsarbeit, um speziell junge Fahrer zu sensibilisieren. In der Risikogruppe der jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) ist die Anzahl der Unfälle auf 145 (2014: 170) gesunken, allerdings lag die Anzahl der Verletzten mit 19 auf dem Vorjahresniveau. Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren (ab 65 Jahre) gab es 177 (174), davon 86 unter Beteiligung von älteren Menschen über 75 Jahre. Die Anzahl der Verletzten blieb mit 26 konstant, allerdings starben bei einem Unfall, der von einem Senior verursacht wurde, zwei Personen in einem Fahrzeug. Auch für die Senioren werden spezielle Veranstaltungen angeboten, um auf die Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen, denen sich sich als Kraftfahrer, Radfahrer oder Fußgänger mit zunehmendem Alter stellen im Straßenverkehr stellen müssen. Mit 63 Fahrradunfällen bleibt deren Anzahl seit Jahren relativ konstant. Bei rund der Hälfte war der Hauptverursacher der Unfälle der Fahrradfahrer. Ein Radfahrer starb an den Folgen eines Sturzes ohne Beteiligung eines anderen Verkehrsteilnehmers, sechs Radler wurden schwer und 40 leicht verletzt. Differenziert nach den Hauptunfallursachen ergibt sich folgendes Bild: Drogen oder Alkohol waren in 13 Fällen Ursache für einen Unfall, sechs Personen wurden leicht verletzt. Allerdings geht die Polizei von einer Dunkelziffer in nicht bekannter Höhe bei Fahrten unter Drogeneinfluss aus, so Schramm. Eine zu hohe Geschwindigkeit war in 64 (44) Fällen Unfallursache, das ist eine Steigerung von 45,5 Prozent. Hier unterscheidet die Polizei nach absoluter und relativer Geschwindigkeit. In vielen Fällen führt nicht angepasste Geschwindigkeit, sei es aufgrund der Verfassung des Verkehrsteilnehmers oder der Witterungsbedingen, beispielsweise Nebel, Regen oder Schnee, zum Verkehrsunfall. Insgesamt wurden hier 14 Personen verletzt, davon vier schwer. In 87 (76) Fällen missachteten die Beteiligten die Vorfahrt eines anderen Verkehrsteilnehmers. Dabei verunglückten 37 (33) Personen, fünf davon schwer. Keine Angaben gibt es für die Anzahl von Wildunfällen, die insbesondere auf den drei Ausfallstraßen im Süden von Haßloch (nach Lachen-Speyerdorf, Geinsheim, Aumühle) passierten. Bei der polizeilichen Verkehrsüberwachung schritten die Polizeibeamten in insgesamt 3177 (1868) Fällen ein, um Verkehrsverstöße zu ahnden. Dabei wurden 827 (484) Mängelberichte erstellt, 134 (107) Strafanzeigen und 143 (133) Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet sowie 2022 (1080) Verwarnungen ausgesprochen. 22-mal wurden Fahrten unter Alkoholeinfluss geahndet, in fünf Fällen befand sich der Fahrer unter Drogeneinfluss. 51-mal konnte die Polizei Trunkenheitsfahrten verhindern. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurden 34 Strafanzeigen erstattet. Auffällig viele waren nicht angeschnallt: Wegen Verstößen gegen die Gurtanlegepflicht wurden im vergangenen Jahr 678 (250) Verwarnungen ausgesprochen. (uhk)

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