Neustadt Viele „Neulinge“ und ein alter Hase

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Deidesheim. Frühjahr, Mandelblüte, Deidesheim und Keramik – vier Begriffe, die nach zehn Jahren beinahe schon ein bisschen zusammengehören: Am Freitag startet die nunmehr elfte Auflage des internationalen Künstlersymposiums „Intonation“, bei dem Gastgeberin Friederike Zeit wieder auf die bewährte Mischung aus bekannten und – in diesem Jahr etwas mehr – neuen Gesichtern setzt und auf das Konzept mit offener Werkstatt und einer Abschlussausstellung dessen, was in der Zeit der gemeinsamen Arbeit entstanden ist.

Mit dem Jahrgang 2015 werden es 37 Künstler aus 18 Nationen sein, die seit 2004 über die „Intonation“ an die Weinstraße gekommen sind und Deidesheim damit zu einem Anziehungspunkt für Kunstinteressierte nicht nur aus der Region gemacht haben. Auch im elften Jahr bleibt es bei den beiden Hauptschauplätzen, dem Atelier von Friederike Zeit, selbst eine ausgewiesene Keramikkünstlerin und der ehemaligen Synagoge, dem „Kulturhaus am Schlosspark“. Neu hinzu kommt in diesem Jahr allerdings das Kellergewölbe des Restaurants Schloss Deidesheim, in dem der deutsche Künstler Christoph Möller an einer Großinstallation arbeiten wird. Möller ist erstmals Teilnehmer des Symposiums und hat die Atmosphäre des Raumes bei der Ausstellung zum zehnjährigen Geburtstag der „Intonation“ 2014 kennengelernt, bei der unter dem Titel „Dialog der Generationen“ Arbeiten aus der Geschichte des Symposiums zu sehen waren. Der kathedralenartige Charakter des Raumes habe ihn zu der Arbeit inspiriert, über die er noch keine Details erzählen will – außer, dass „es nichts zum Brennen“ sein wird, sagt Friederike Zeit. Friederike Zeit selbst arbeitet in ihrem ebenfalls im Schlossareal liegenden Atelier mit dem Norweger Svein Narum zusammen. Er ist seit vielen Jahren bei der „Intonation“ dabei und mithin ein „alter Hase“ des Symposiums. Ein „Neuling“ ist dagegen der Südkoreaner Sunbim Lim, der ebenfalls in Zeits Atelier arbeiten wird. Gleich drei neue Gesichter teilen sich derweil die zweite Werkstatt in der ehemaligen Synagoge: Theodora Chorafas aus Griechenland, Joop Haring aus den Niederlanden und Juan Ortí aus Spanien nutzen die Zeit an der Weinstraße, um sich von der gemeinsamen Arbeit inspirieren zu lassen. „Es ist immer eine spannende Erfahrung, wenn Profis auf engem Raum ihre jeweilige Philosophie verfolgen und gleichzeitig die Ideen und Techniken der anderen kennenlernen“, sagt Zeit über ihre nunmehr zehnjährige Erfahrung als Gastgeberin einer meist inhomogenen, letztlich aber immer fast familiären Truppe, deren unterschiedliche Arbeitsweisen in der Vergangenheit die zahlreichen Facetten der Keramikkunst anschaulich offenbart haben. Die Resultate aus der Kombination konzentrierter Arbeit mit Geselligkeit, etwa bei den traditionellen Kaffeerunden im Hof der Zeit’schen Galerie, werden wie immer bei einer Abschlussausstellung gezeigt, bei der auch Arbeiten früherer Symposiumsteilnehmer zu sehen sein werden – in diesem Jahr von Martin Ellis, Medi Zimmermann und Judith Radl. „Die ,Intonation’ bedeutet für die Teilnehmer, für zehn Tage intensiv miteinander zu arbeiten, zu kommunizieren, aus den eigenen vier Wänden herauszugehen und mit ihnen vorher meist noch nicht bekannten Menschen und unter Beobachtung kreativ zu sein“, sagt Zeit. Sie betont, dass es für das Publikum kaum eine bessere Möglichkeit gebe, an den Schaffenden und sein Werk heranzukommen und Fragen zu stellen.

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