Handball
Viele Abschiede nach Drittliga-Spiel Haßloch gegen Mundenheim
Es war der Abend voller Abschiede. Zumindest aus Sicht der TSG Haßloch. Denn Thomas Müller wie auch die Eheleute Rita und Egbert Best, die in den vergangenen Jahren, die Motoren der Ersten Männermannschaft in der TSG Haßloch waren, sagten diesmal Tschüss. Außerdem verließen fünf Akteure den Verein nach der letzten Saisonpartie. Trotzdem gelang dem Drittligisten TSG Haßloch im Pfalzderby gegen die VTV Mundenheim der Befreiungsschlag. Es war der erste Sieg der Bären im Jahr 2023. Dagegen blieben die Gäste aus Mundenheim im sechsten Spiel in Folge ohne Sieg.
Es hat lange gedauert. Sehr lange sogar. Diesmal konnten die Akteure der TSG Haßloch nach dem Schlusspfiff wieder Arm in Arm in Kreis herumhüpfen. Im letzten Spiel der Saison 2022/2023 feierten die Schützlinge von Trainer Andreas Reckenthäler im Derby gegen die VTV Mundenheim einen hart umkämpften 27:24 (16:15)-Erfolg und sicherten sich den ersten Sieg 2023.
Umkämpfte 60 Minuten
Dagegen verpassten die Hornissen aus dem Stadtteil Mundenheim vor fast ausverkaufter Kulisse den versöhnlichen Saisonabschluss vor ihrem Gang in die Viertklassigkeit. Schon vor dem letzten Saisonspiel stand fest, dass Mundenheim in die Oberliga absteigt. Dabei zeigte sich VTV-Trainer Steffen Schneider keinesfalls nach den umkämpften 60 Minuten enttäuscht. „In der ersten Hälfte haben wir eine gute Abwehr gestellt. Aber im Angriff haben wir leider die eine oder andere freie Chance nicht genutzt und sind durch einige Abpraller dann selbst in Rückstand geraten. In der zweiten Hälfte hat man leider gesehen, wo unsere Probleme sind: Wir konnten teilweise das Tempo nicht mitgehen. Und im Positionsangriff haben sich die Schwächen wieder gezeigt“, analysierte Schneider die Leistung seiner Schützlinge.
Mundenheim erwischte den besseren Start und lag mit 4:1 in Front. Haßloch stemmte sich dagegen, schaffte dank einiger Paraden von Torhüter Marco Bitz nicht nur den Ausgleich, sondern zog auch noch auf 10:7 (17.) davon. Mundenheim kämpfte sich dank der Treffer von Simon Schleidweiler immer wieder heran, hielt die Partie offen. Es war die Partie zweier Teams auf Augenhöhe. Es war zunächst ein Auf und Ab.
Cule pariert zwei Djozic-Siebenmeter
Die Gäste, bei denen Adrian Cule den angeschlagenen Torhüter Nico Klein ersetzte und zwei Siebenmeter gegen Denni Djozic parierte, schafften es nach dem Pausentee, sich mit 18:16 (36.) durch Emanuel Novo abzusetzen. Dann waren die Bären nicht mehr zu bremsen.
Trainer Reckenthäler brachte für Marco Bitz letztmals Moritz Mangold zwischen die Pfosten. Der Keeper beendet seine Karriere. Mangold erwies sich als entscheidender Impuls. Der 25-Jährige parierte vier Würfe in Folge. So hatte die Gastgeber keine Mühe, sich bis zum 26:21 (53.) abzusetzen. Mundenheim konnte den Ausgleich nicht mehr erzwingen.
Sportlich hatte die Partie zwar keine Bedeutung mehr, aber es ging für beide Teams um das Prestige. „Bei uns hat einfach der letzte Biss gefehlt. Viele Abschlüsse waren nicht aus voller Überzeugung. Und das macht sich am Ende dann am Ergebnis bemerkbar“, sagte VTV-Linksaußen Marco Binnes. Dagegen war der Exmundenheimer Lars Hannes nach dem Sieg erleichtert. „Nach der tollen Hinrunde und der Rückrunde, die alles in den Schatten stellte, war es unser Ziel, nochmals alles zu geben, um uns mit einem Sieg zu verabschieden“, betonte der Spielmacher der Bären.
Pfeil geht nach Schweden
Motiviert bis in die Haarspitzen war bei den Gastgebern auch Leo Pfeil. Der 23-Jährige, auch Nothelfer in den vergangenen Wochen, brannte vor Leidenschaft, rackerte sich ab und zeigte, dass er auch in der Zukunft eine echte Stütze bei den Bären sein könnte, wenn nicht im Sommer sein Auslandsstudium in Schweden auf dem Plan stünde. „Klar, es war für mich schon ein besonderes Spiel. Das letzte Spiel hier in Haßloch, dann noch gegen meinen früheren Verein. Da wollte ich schon mal alles aus mir rausholen. Es hat Spaß in Haßloch gemacht, vor allem habe ich meine Leidenschaft für den Handball wieder entdeckt“, sagte Pfeil. Er wirkte ein wenig traurig nach dem Abpfiff. Aber seine Prioritäten haben sich verschoben. Der in Meckenheim lebende Spieler studiert im vierten Semester, internationales Personalmanagement an der Hochschule in Ludwigshafen und geht im Sommer nach Schweden. Nicht anders ist es bei Konstantin Herbert. Nach drei Jahren bei den Bären zieht es ihn zur TG Osthofen. „Ich habe in Haßloch sehr viel erlebt, sowohl Positives wie auch Negatives. Ich wäre gerne geblieben, aber der Aufwand für die Dritte Liga geht für mich nicht mehr“, sagte der 22-Jährige, der seinen Bachelor, seinen Studienabschluss im Bereich Steuern und Controlling macht.
Solche Probleme haben die Hornissen nicht. Ihr Kader bleibt bis auf Max Schneider und Thoren Pönisch, die ihre Karrieren beenden, zusammen. Ihr Ziel ist klar: die Rückkehr in die Dritte Liga.
So spielten sie
TSG Haßloch: Bitz (1. - 40.), Mangold (ab 41. - 60.), Modzinski (bei zwei Siebenmetern) – Konstantin Herbert (3), Hannes (8), Götz (2) – Djozic (3), Gregori (6) – Messerschmidt – Surblys (1), Pfeil (4), Müller, Kern (n. e.), Luley (n. e.).
VTV Mundenheim: Kunz (n. e.), Cule (1. - 60.) - Simon Schleidweiler (9), Naas, Pönisch – Schneider (6/5), Novo (1) – Aaron Schleidweiler (2) – Müller (1), Treiber (2), Binnes (1), Schmieder (2), Seitz (n. e.).
Spielfilm: 1:4 (5.), 5:5 (10.), 8:6 (13.), 10:7 (17.), 11:11 (21.), 13:13 (27.), 16:15 (30.), 17:18 (34.), 19:18 (40.), 21:19 (46.), 24:19 (49.), 26:21 (53.), 27:24 (60.); Siebenmeter: 2/0; 6/5; Zeitstrafen: 4/2; Rote Karte: Pönisch (13., Foulspiel); beste Spieler: Hannes, Bitz, Pfeil, Götz – Simon Schleidweiler, Cule, Treiber; Zuschauer: 350; Schiedsrichter: Walter/Staszak (Schmelz/Karlsruhe).