Neustadt Viel Vorarbeit vor dem ersten Start

Auf großes Publikumsinteresse und gutes Wetter wie hier beim Mai-Renntag hofft der Rennverein auch am kommenden Donnerstag.
Auf großes Publikumsinteresse und gutes Wetter wie hier beim Mai-Renntag hofft der Rennverein auch am kommenden Donnerstag.

So einen engen Zeitplan gab es selten in der Vergangenheit. Grund genug, einmal hinter die Kulissen der Veranstaltung zu schauen. Bis die Glocke das erste Rennen einläutet und bevor auch nur ein Pferdehuf sich auf dem Geläuf bewegt, ist schon eine Menge an Vorarbeit geleistet worden. Der Termin an Fronleichnam kommt dem Veranstalter gar nicht mal so ungelegen, denn durch den kurzen Zeitabstand zum ersten Rennen entfällt schon mal eine doppelte Abnahme der Bahn durch das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, das in Köln angesiedelt ist. Jedes Galopprennen läuft unter der Oberaufsicht und Organisation dieser Institution. Vier Wochen vor dem Renntag besichtigt eine Kommission des Direktoriums die Bahn und gibt sie für das bevorstehende Rennen frei oder macht Auflagen, die bis zum Renntag abzuarbeiten sind. Erst am Morgen des Renntages wird die Bahn nochmals überprüft – und nur, wenn die Auflagen zur Zufriedenheit abgearbeitet sind, werden die Rennen freigegeben. Peinlich und auch kostspielig wäre es für den Veranstalter, wenn ein Renntag einmal abgesagt werden müsste. Die gesamten Kosten blieben dann an ihm hängen. Für einen Renntag in Haßloch sind knapp 25.000 Euro an Fixkosten zu veranschlagen. Bisher gab es in Haßloch aus den vorgenannten Gründen noch keine Absage, anderswo allerdings schon. Das heißt auch: Alles war bisher in Ordnung. Verantwortlich in erster Linie sind der Vorstand des Pfälzischen Rennvereins und ehrenamtliche Helfer. „Leider ist das Engagement freiwilliger Helfer nicht besonders groß, fast an der Hand kann man sie abzählen“, so erzählt Ernst Büttner, Mitglied im Vorstand – und fast als die „Seele der Rennbahn“ zu bezeichnen. „Da stellt der Rennverein keine Ausnahme im Bereich des ehrenamtlichen Engagements dar“, bedauert er. Nur durch Sponsoren, die Preisgelder zur Verfügung stellen, ist ein finanziell gesicherter Renntag machbar. Das Wetter muss auch mitspielen. Denn nur bei entsprechender Zuschauerzahl und damit verbundenen Wettumsätzen bleibt für den Veranstalter was hängen. Auch das Catering soll sich rechnen. Wenn nichts verzehrt wird, gibt es auch dort ein Defizit. Am Morgen des Renntags wird mit einem Bodenmessgerät (Penetrometer) der Zustand der Bahn festgestellt. Je nach dem, wie tief das Messgerät beim Test einsinkt, spricht man von einem harten bis zu einem tiefen Geläuf. Und das ist für den Reiter und Trainer des Pferdes sehr wichtig. Nicht jedes Pferd ist auf jedem Geläuf konkurrenzfähig. Ein Tierarzt muss beim Rennen anwesend sein. Ebenso ein Arzt mit Rettungsdienst. Ein Dopingbeauftragter überprüft jeweils mindestens zwei Pferde pro Rennen. Und nicht zu vergessen der „Handicapper“, der für die Gewichtsausgleiche bei den Ausgleichsrennen zuständig ist. Eine Faustformel besagt nämlich: Pro Kilogramm, das ein Pferd mehr tragen muss, verliert es über die Renndistanz etwa ein Pferdelänge. Insgesamt acht Pferderennen wurden für die Veranstaltung am Fronleichnamstag ausgeschrieben. Darunter befindet sich mit dem „Preis vom Pferdeland Kollerinsel, Familie Erny“ der vom Verband Südwestdeutscher Rennvereine organisierte vierte Lauf zum Wettstar Junior-Cup Südwest 2017. Nach den ersten drei Läufen in Zweibrücken, Iffezheim und Saarbrücken führt Arabella Vercelli die Gesamtwertung in diesem Nachwuchs-Cup mit 20 Punkten an. Chiara Kehrer (16 Punkte) und Chiara D’heur (9 Punkte) belegen die nächsten Plätze. Bei den „Großen“ gingen 71 Nennungen ein. Ganz im Mittelpunkt steht mit der „Haßlocher Meile“ – ein Traditionstitel auf der Waldrennbahn. Hier sind derzeit zehn Galopper startberechtigt, die zwar überwiegend aus den Südwestställen stammen, aber mit Montino ist auch ein Pferd aus dem Münchner Quartier von Werner Glanz mit von der Partie. Als weiterer Höhepunkt gilt das Rennen für die dreijährigen Vollblüter, die durch die rund 600 Meter lange Gerade in Haßloch optimale Voraussetzungen vorfinden. In solchen Rennen liefen schon Pferde, die später in der Champions League des Galopprennsports mitmischten. Diesmal wurden für den „Preis des Pfälzischen Rennvereins“ zehn Dreijährige genannt, die nur zum Teil aus den südwestdeutschen Quartieren stammen. Auch Iffezheimer Trainer wie Lennart Hammer-Hansen und Eugen Frank reisen mit ihren Schützlingen an. Außerdem sind Henk Grewe (Köln) mit Jetstream, Ralf Rohne (Dortmund) mit Invincible Squaw und Christian von der Recke (Weilerswist) mit Commissario vertreten.

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