Neustadt Viel Angebot, wenig Interesse

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„Es wäre schön, wenn ein bisschen mehr los wäre.“ Vanessa Steckmann von der Jugendfeuerwehr Haßloch steht am frühen Samstagnachmittag nicht allein da mit dieser Meinung beim Kinder- und Jugendtag des Kreisjugendrings Bad Dürkheim (KJR) auf dem Rathausplatz. Auch Ralf Bischoff von der Waldjugend Haßloch und Patrick Hoffmann von den Pfadfindern, Stamm Hasalaha, hätten sich ein paar mehr junge Besucher gewünscht. Bei herrlichem Sommerwetter hatten es aber wohl viele aus der Zielgruppe der Sechs- bis 14-Jährigen vorgezogen, eher das Schwimmbad aufzusuchen. Allerdings gibt es auch andere Eindrücke. Am Stand der Naturfreunde Haßloch sind ein paar Mädchen mit Begeisterung dabei, Schiefertäfelchen mit Sinnsprüchen zu verzieren und kleine Holztäfelchen zu bemalen. Viel Glitzer inklusive. Und während die zehnjährige Serena hingebungsvoll Briefmarken auf ein Blatt Papier klebt, spricht Alois Schneider aus Haßloch von einem „sehr guten Besuch“ der angebotenen Einführung ins Briefmarkenwesen. Vor dem Jugend- und Kulturhaus Blaubär hatten die Philatelisten Schaukästen mit bunten Bildmontagen aus Briefmarken aufgestellt. Das habe viele Kinder ins Gebäude gelockt, um sich einmal mit dem Briefmarkensammeln auseinanderzusetzen, freut sich Schneider. Und nebenan, im Hof des Blaubär, spielt das Malzacher Figurentheater gerade vor vielen kleinen Zuschauern und ihren Eltern eine überaus rockige Version von „Der Wolf und die sieben Geißlein“. „Wölfe aufschneiden, das ist nichts für kleine Kinder“, sagt die Mutter Geiß gerade zu ihrem kleinen Sohn Hieronymus. Alles lacht. Auch die Erwachsenen. „Da drin stinkt’s nach Wurst“, sagt eines der Geißlein, nachdem es von der Mutter mit der Schere aus dem Wolfsbauch befreit wurde. „Mami, mir ist langweilig“, jammert ein anderes. Doch natürlich muss der Wolfsbauch erst noch mit Wackersteinen gefüllt werden. „Geißenstein ist Wolfes Pein“, skandiert die Mutter dazu ein ums andere Mal. Auf dem Rathausplatz baut gerade die Rockwerkstatt der Musikschule ihre Instrumente auf. Gleich werden Klassiker von den Beatles, aber auch aktuellere Songs von den Red Hot Chili Peppers und Pink erklingen. Und es wird Rollerhockey und Wikingerschach für die sportlichen jungen Besucher geben. Ein Riesenprogramm. Die Organisation der Veranstaltung habe „durchaus viel Arbeit“ gemacht, unterstreicht Petra Ludwig, Schriftführerin des Kreisjugendrings, von der Evangelischen Jugendzentrale Grünstadt. Ein Jahr Vorlauf habe es gebraucht, um die Großaktion mit rund 70 Helfern auf die Beine zu stellen. Ziel sei es, dass die Jugendverbände vor Ort den Kreisjugendring kennenlernen. Künftig sei angedacht, eine Veranstaltung wie diese „vielleicht alle zwei Jahre“ jeweils an einem anderen Ort im Kreis zu organisieren, so Ludwig. „Wir sammeln Erfahrungen“, sagt sie und stellt das Spieleangebot am KJR-Stand vor: Dosenwerfen gibt es da zum Beispiel oder Eimermemory. Auch Taschen mit dem Logo des KJR können gestaltet werden. Ob es, wie von einigen Anbietern vorgeschlagen, die Lösung für mehr Besucherresonanz ist, den Kinder- und Jugendtag künftig direkt im Schwimmbad anzubieten, vermag KJR-Vorsitzender Stefan Kögel nicht zu sagen. Er kann sich an eine vergleichbare Veranstaltung im Bad Dürkheimer Salinarium mit rund 2500 Besuchern erinnern. Erwartet worden seien damals aber rund 4000. In die Tausende geht die Besucherzahl in Haßloch an diesem Samstag definitiv nicht. Ein paar hundert Besucher könnten es aber schon gewesen sein, schätzt Kögel. Immerhin: Die Jugendfeuerwehr Haßloch hat laut Vanessa Steckmann mit der Aktion zwei neue Interessenten hinzugewonnen – einer davon allerdings noch etwas zu jung, wie sie bedauert. Auch der elfjährige Christopher hat viel Spaß am Stand der Pfadfinder. Er macht mit Hilfe von Stammesrover Patrick Hoffmann ein paar Knautschbälle aus Luftballons.

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