Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel VG-Bürgermeisterwahl: Kandidaten stellen sich Fragen

Macht sich für eine strenge Kostenkontrolle bei der Rathaussanierung und Digitalisierung stark: Herausforderer Helmut Großmann.
Macht sich für eine strenge Kostenkontrolle bei der Rathaussanierung und Digitalisierung stark: Herausforderer Helmut Großmann.

Gabriele Flach und Helmut Großmann treten bei der Bürgermeisterwahl in der VG Maikammer an. Bei einer Podiumsdiskussion ließen sie sich auf den Zahn fühlen.

Amtsinhaberin gegen Quereinsteiger: Gabriele Flach (CDU) und Helmut Großmann (Bündnis 90/Die Grünen) kandidieren bei der Bürgermeisterwahl am 6. April in der Verbandsgemeinde Maikammer. Am Mittwochabend stellten sie sich bei einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus den Fragen des Vorsitzenden des örtlichen Werbekreises, Thomas Herrmann.

Flach, amtierende Bürgermeisterin der VG, hielt ihre Vorstellung kurz. Die CDU-Kandidatin gab einen kurzen Abriss über ihre Kindheit in Edenkoben sowie ihr Leben als Verwaltungsbeamtin und Bürgermeisterin. Großmann, Herausforderer von den Grünen, erklärte vor rund 70 Bürgerinnen und Bürgern, dass er bis dato keine öffentlichen Verwaltungstätigkeiten ausgeübt habe und sein Fokus auf Umweltthemen liege. Als Grund dafür nannte er seine langjährige Tätigkeit als Diplom-Agraringenieur in der Entwicklungshilfe in Sri Lanka, Kamerun, Kolumbien, Georgien und Australien. Zuletzt sei er als freiberuflicher Dozent an einer privaten Hochschule tätig gewesen und besitze viel Erfahrung im Projektmanagement. Als Stichworte für seine Kandidatur nannte er die Worte „Transparenz, Nachhaltigkeit und Teilhabe“.

Moderator Thomas Herrmann leitete das Thema Feuerwehr ein. Großmann kritisierte die unzureichende finanzielle Ausstattung und forderte jährlich 2500 Euro für die Wehrleute. Flach entgegnete, dass in der VG seit 2018 rund drei Millionen Euro in Fahrzeuge und Ausstattung der Feuerwehren investiert worden seien. Der Haushaltsansatz zur Förderung des Nachwuchses sei deutlich höher als die anvisierten 2500 Euro. Sie plädierte für dezentrale Wehren in allen drei Ortsgemeinden.

Kritik am Hundebadetag

Eine Frage zur Veranstaltung eines Hundebadetags im Kalmitbad in Maikammer am Ende der Badesaison führte zu einer Diskussion über Einnahmen und Ausgaben. Ein Zuhörer vermisste Zahlen zum Bad im Haushaltsplan. Flach erklärte, diese seien vorhanden, man müsse sich jedoch Zeit nehmen, sie zu finden. Mit der Auslastung des Kalmitbades von rund 100.000 Besuchern in guten Sommern sei sie zufrieden. Den Hundebadetag sehe sie kritisch wegen der Gefahr von Kratzspuren an den mit Metall verkleideten Becken. Ein Teilnehmer äußerte lautstark, das Schwimmbad sei für Menschen und nicht für Hunde gedacht. Ein weiterer Bürger schlug zusätzliche Events im Kalmitbad vor. VG-Beigeordneter Reinhold Stadler (Bürgerliste) entgegnete, dass die Kosten für Veranstaltungen wie etwa Musikauftritte meist höher seien als die Einnahmen.

Ausführlich beantworteten die Kandidaten die Frage nach der Zukunft der Grundschulen in der Verbandsgemeinde . Die von Großmann befürchteten Asbestrückstände bei der Sanierung der Schulturnhalle in Kirrweiler gebe es nicht, betonte Bürgermeisterin Flach. „Die Kosten sind mit einer Million Euro praktisch fix.“ In der Grundschule in St. Martin würden getrennte Essensbereiche geschaffen, sodass die Kinder nicht mehr im Klassenzimmer essen müssten. Die Beleuchtung werde dort wie in Kirrweiler auf LED umgestellt.

Beide Kandidaten äußerten sich zur Sanierung des Rathauses. Das Thema Digitalisierung wurde intensiv diskutiert. Nicht alles könne sofort umgestellt werden, so Flach. Man müsse die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, die nicht so technikaffin seien. Digitalisierung und bestehende Verwaltungsvorgänge müssten parallel laufen. Beide Kandidaten stimmten darin überein, dass die Kosten transparent dargelegt werden müssten. Großmann forderte eine strenge Kostenkontrolle.

Verwaltung weiter erreichbar

Flach bekannte, sich für die zuziehende Bevölkerung einsetzen zu wollen. Moderator Thomas Herrmann wies auf die Bedeutung ausreichender Gewerbeflächen für Betriebe hin. Großmann hielt dagegen, dass man nicht immer weiter bauen könne, da dies langfristig schädlich sei: „Wenn wir alles zubauen, schneiden wir uns ins eigene Fleisch.“

Abschließend versicherte Gabriele Flach, dass die Verwaltung auch während der Rathaussanierung für die Bürger erreichbar sein werde, auch wenn man vorübergehend in Neustadt arbeiten müsse. Großmann ergänzte: „Ich bin kein Mann, der Dinge schönredet. Wenn etwas nicht funktioniert, muss man herausfinden, warum das so ist.“

Ist mit der Auslastung des Kalmitbades in Maikammer zufrieden: Amtsinhaberin Gabriele Flach neben Moderator Thomas Herrmann.
Ist mit der Auslastung des Kalmitbades in Maikammer zufrieden: Amtsinhaberin Gabriele Flach neben Moderator Thomas Herrmann.
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