Fussball
Verein zieht nach rassistischen Vorfällen Konsequenzen
Es lief die 54. Spielminute. Die Haßlocher führten zu diesem Zeitpunkt durch ein schön herausgespieltes Tor aus der 34. Minute mit 1:0. Plötzlich gerieten nahe der Torauslinie zwei Spieler aneinander. Wie ein Video zeigt, drehte sich ein Königsbacher Spieler plötzlich um und schlug einem Haßlocher Akteur ins Gesicht. Letzterer ließ sich daraufhin zu einer beleidigenden Äußerung hinreisen, woraufhin Schiedsrichter Benedikt Baßler beiden Heißspornen die Rote Karte zeigte. Daraufhin habe sich die Mutter eines Gästespielers gegenüber einem dunkelhäutigen Haßlocher Spieler rassistisch geäußert, schildert JSG-Trainer Max Barthel. Das habe die zu diesem Zeitpunkt bereits aufgeheizte Stimmung auf und neben dem Platz nochmals befeuert.
„Eltern haben sich dann angegiftet. Die Königsbacher Trainer haben auch noch mehr Aggressivität in die Begegnung gebracht, indem sie ihre Spieler noch mehr aufputschten, was ich auch besonders bedauerlich finde“, sagt Barthel. „Rassistische Vorwürfe dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wenn darüber nicht geredet wird, passiert so etwas immer wieder“, ergänzt er. Der TSV Königsbach könne natürlich nichts dafür, da diese Situation ausschließlich von einem Spieler und dessen Mutter ausgegangen sei. „Der DFB und der SWFV betonen immer wieder, dass Rassismus nicht auf den Platz gehört. Deshalb spielt es keine Rolle, ob man beim TSV Königsbach über meine Reaktion sauer ist“, betont Barthel.
Viele kleine Fouls
Aufgebaut habe sich die aggressive Stimmung bereits aufgrund vieler kleiner Fouls der Gäste, die angesichts der Ausgangssituation überraschend defensiv agiert hätten. Nach der Pause hätten die Nickeligkeiten zugenommen. „Der Schiedsrichter hatte das Spiel aber gut im Griff. Meine Bitte an den Verband, einen guten Unparteiischen zu schicken und das Spiel unter Verbandsaufsicht zu stellen, war jedenfalls gerechtfertigt“, erläutert Barthel.
„Während des Spiels sind meinen Trainerkollegen und mir tatsächlich undiszipliniertes Verhalten der Spieler und eine rassistische Äußerung aufgefallen“, erklärt Königsbachs Trainer Marcel Schöneberger. Er habe das sofort TSV-Jugendleiter Dierck Moser mitgeteilt. Dieser habe dann mit Haßlochs Jugendleiter Torsten Quell Kontakt aufgenommen und sich im Namen von Verein, Trainer und Mannschaft entschuldigt.
Verein reagiert sofort
„Wir haben recherchiert, dass Elternteile, die sich im Bereich der Trainerbank aufhielten, für die rassistischen Äußerungen verantwortlich waren. Da der TSV Königsbach ein solches Verhalten keinesfalls toleriert, wurden die betroffenen Personen noch am gleichen Tag aus dem Verein ausgeschlossen und haben für unser Sportgelände Hausverbot erhalten“, informiert der TSV-Coach.
Am kommenden Samstag, 14 Uhr, steht für die Haßlocher C-Junioren erneut ein Spitzenspiel auf dem Programm. Dann gastieren sie beim neuen Tabellenzweiten VfR Frankenthal, der die Königsbacher durch einen 6:1-Sieg bei der SG Rheinzabern/Jockgrim vom zweiten Rang verdrängte. Erreicht die JSG mindestens ein Unentschieden, hätte sie sich die Meisterschaft und den damit verbunden Aufstieg in die Verbandsliga Südwest bereits vor ihren abschließenden beiden Spielen gesichert.