Neustadt Verdächtiger Fund

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Großer Polizeieinsatz am Sonntagabend wegen einer verdächtigen Tasche vor der ehemaligen Synagoge in Deidesheim: Das Kulturhaus wurde geräumt, die Bahnhofstraße vorübergehend gesperrt. Doch glücklicherweise hat sich alles als harmlos herausgestellt.

In der ehemaligen Synagoge ist derzeit eine Ausstellung über das Schicksal deportierter Juden in der Pfalz zu sehen. Plötzlich am Sonntag „öffnete sich die Tür, und zwei Polizisten mit Maschinengewehr standen in der Tür“, berichtet ein Mitglied des Freundeskreises Synagoge Deidesheim, das gerade Aufsicht in der Ausstellung führte. Von den Anwesenden – nach Auskunft der Polizei 15 an der Zahl – konnte keiner sagen, wem die Tasche gehörte. Sie befand sich bei einem Zelt, das vor dem Kulturhaus aufgestellt ist. „Die Zeltplane flatterte hin und her, und die Tasche war mal zu sehen und mal nicht“, so ein Zeuge. Polizeibeamte der Inspektion Haßloch im Streifendienst hatten die Tasche entdeckt. Nachdem ein Polizist in die Tasche hineingeschaut und dort Metallisches gesehen hatte, wurden „Experten des Landeskriminalamtes verständigt“, teilte das Polizeipräsidium Ludwigshafen mit. Auch ein benachbartes Haus wurde sicherheitshalber geräumt. Die Experten des Landeskriminalamts stellten schließlich fest, dass sich in der Tasche „haushaltsübliche Gegenstände“ befanden, wie es zunächst hieß. Gestern gab eine Sprecherin des Polizeipräsidiums auf Anfrage präzisere Auskunft. Es handelte sich um ein Holzbrett, eine Decke und eine Milchkanne. Es sind Requisiten für das Musical „Anatevka“, das im Kulturhaus aufgeführt worden ist und noch an fünf weiteren Tagen zu sehen ist: Hauptfigur in dem Stück ist der Milchmann Tewje. Nachdem sich der Inhalt als harmlos herausgestellt hatte, konnten die Anwohner in ihr Haus zurück, die Straße wurde für den Verkehr freigegeben. „Zu keinem Zeitpunkt“ habe eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, betont die Polizei. (ff)

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