Neustadt Urlauber loben die Gastlichkeit

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In der Verbandsgemeinde Deidesheim ist die Anzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben im vergangenen Jahr gegenüber dem Jahr 2014 um 7,1 Prozent auf 147.000 gestiegen. Das hat Stefan Wemhoener, Leiter der Tourist Service GmbH Deidesheim, beim alljährlichen „touristischen Stammtisch“ am Montagabend in Deidesheim mitgeteilt.

Die Anzahl der Übernachtungsgäste sei im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent auf 84.000 angewachsen. Mit deutlichem Abstand liege dabei die Stadt Deidesheim vorne. Hier wurden 120.000 Übernachtungen und 70.000 Gäste registriert. In Ruppertsberg waren es 15.000 und in Forst 12.000 Übernachtungen. Für einen so kleinen Ort wie Forst sei das „enorm“, lobte Wemhoener. In Meckenheim und Niederkirchen werden die Gästezahlen nicht erfasst, da es hier zu wenige Übernachtungsbetriebe gibt. „Wer bei Um- oder Neubauten nicht an Barrierereduzierung oder –freiheit denkt, bekommt in einigen Jahren ein Problem.“ Mit diesen Worten verwies Wemhoener darauf, dass barrierefreier Tourismus zunehmend an Bedeutung gewinne. Wemhoener erinnerte daran, dass die Verbandsgemeinde Deidesheim sowie die Städte Bad Dürkheim und Neustadt eine der Modellregionen des Landes für barrierefreien Tourismus seien (die RHEINPFALZ berichtete). Das bedeute, dass die Gemeinden und touristische Betriebe Fördermittel für bauliche Maßnahmen zum barrierereduzierten oder -freien Tourismus bekämen. Finanziert würden bis zu 40 Prozent der Investitionskosten. Das Programm läuft noch bis 2020. Angesichts der demografischen Entwicklung sei Barrierefreiheit zunehmend gefragt, sagte Wemhoener. Teilnehmer des Treffens berichteten, dass bereits verstärkt entsprechende Anfragen zu verzeichnen seien. Der Forster Bürgermeister Bernhard Klein (CDU) kündigte an, dass in seiner Gemeinde neben der Kirche eine barrierefreie öffentliche Toilette gebaut werden solle. „Man kann vieles so gestalten, dass es barrierefrei ist, aber niemanden abschreckt“, betonte Wemhoener. Schließlich wolle man nicht zur Tourismusregion ausschließlich für Alte, Kranke und Behinderte werden. Derzeit sei bei Fragen zu barrierefreiem Tourismus die Tourist Service GmbH Ansprechpartner, doch sei ein gemeinsamer Ansprechpartner für die Verbandsgemeinde Deidesheim sowie die Städte Bad Dürkheim und Neustadt geplant. Bei einer Befragung im vergangenen Herbst, die allerdings nicht repräsentativ sei, hätten sich die meisten Urlauber sehr positiv über ihren Aufenthalt in der Verbandsgemeinde geäußert, berichtete Wemhoener. Gelobt worden seien unter anderem Ruhe, Landschaft, Sauberkeit und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit Deidesheim würden Begriffe wie Entspannung, Erholung und Gastlichkeit assoziiert. Moniert worden sei unter anderem, dass es zu viele Wanderwege gebe und diese nicht ausreichend markiert seien. Diesen Punkt wolle man in Kooperation mit dem Pfälzerwald-Verein angehen, kündigte Wemhoener an. „Höchst sensibel“ seien die Gäste beim Thema Autoverkehr. „Sie wollen mit dem Auto anreisen, aber vor Ort keinen Autoverkehr haben“, berichtete Wemhoener. „Der Straßenverkehr ist ein Problem“, bestätigte der Deidesheimer Bürgermeister Manfred Dörr (CDU). Wenn nicht vor über 20 Jahren die B 271 um Deidesheim herumgeführt worden wäre, wäre in der Stadt inzwischen kein Tourismus mehr möglich. Dörr nannte es als Ziel, dass entlang der Weinstraße durchgehend Tempo 30 eingeführt wird. Er äußerte die Hoffnung, dass in zehn bis 20 Jahren das Zentrum der Stadt Fußgängerzone ist. „Der erste Schritt ist uns nicht gelungen“, musste Dörr zugeben. Es habe sich gezeigt, dass es nicht möglich sei, Autos komplett vom Marktplatz zu verbannen. Unter anderem deshalb, weil die Autofahrer in enge Gassen ausgewichen seien, wo es dann massive Probleme gegeben habe. Es gelte nun, eine andere Lösung für den Marktplatz zu suchen. Wie Dörr weiter berichtete, habe er gegenüber der Familie Bürklin-von Guradze kritisiert, dass diese das historische Gasthaus „Zur Kanne“ schließen wolle (wir berichteten). Das für Deidesheim bedeutsame Gebäude gehört der Winzerfamilie. Diese habe noch keine konkreten Pläne für die weitere Nutzung der Räumlichkeiten, berichtete Dörr weiter. (ann)

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