Neustadt Unzufrieden mit Mulch-Ergebnis
In der Diskussion über das giftige Jakobskreuzkraut hat Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne) zugesagt, alle Verwaltungsstellen, die mit der Eindämmung der Pflanze zu tun haben, noch einmal für die Gefahren zu sensibilisieren.
Der Anstoß war vergangene Woche von RHEINPFALZ-Leserin Silvia Helbach ausgegangen, die von der Stadt mehr Engagement bei der Bekämpfung der Pflanze forderte. Unterstützung erhielt sie von Landwirt Volker Lichti, der auch für die CDU im Umweltausschuss sitzt. Lichti pflichtete der Einschätzung Helbachs bei, dass das Jakobskreuzkraut sich immer stärker ausbreite. Der Landwirt nannte dafür auch einen Grund: Samen des Jakobskreuzkrauts seien in Mischungen enthalten gewesen, die vom Landesbetrieb Mobilität in der Vergangenheit für die Begrünung von Straßenstreifen genutzt wurden. Darüber hinaus sei das Wissen um die Gefährlichkeit der Pflanze ein Stück weit auch aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden. Lichti berichtete, dass auf dem Land früher ganze Schulklassen auf die Felder geschickt wurden, um die Pflanze zu entfernen. Das wisse er aus Erzählungen. „Das war für die Menschen ja existenzbedrohend, wenn das Vieh einging“, so Lichti. Unterdessen hat der städtische Bauhof vergangene Woche entlang der Speyerdorfer Straße gemulcht. Silvia Helbach ist allerdings mit dem Ergebnis keineswegs zufrieden. Gemulcht worden sei lediglich ein Seitenstreifen entlang der Straße, auf der Böschung seien die Pflanzen stehen geblieben. „Wir werden mit dem Bauhof und den Feldhütern sprechen und an den Landesbetrieb Mobilität schreiben“, sagte Blarr. Allerdings sieht sie die Stadt nur bedingt in der Pflicht. Die Frage sei, wem die Grundstücke neben dem Straßenstreifen gehören. „Wir können diese Aufgabe ja nicht für alle übernehmen“, so Blarr. Das Jakobskreuzkraut enthält giftige Stoffe, die leberschädigend und krebserregend sind. Es stellt vor allem eine Gefahr für Rinder und Pferde dar, das Gift kann über Bienen aber auch in die Nahrungsmittelkette kommen. (kkr)