Neustadt „Unsere Abwehr wird wichtig“

Der Neustadter Linkshänder Martin Görge soll für Gefahr vor dem Cannstatter Tor sorgen.
Der Neustadter Linkshänder Martin Görge soll für Gefahr vor dem Cannstatter Tor sorgen.

«Neustadt.»Dem SC Neustadt bleiben jetzt maximal noch fünf, mindestens noch drei Spiele, um sich den Verbleib in der Ersten Liga zu sichern. Am Samstag tritt der SCN um 16 Uhr im Inselbad gegen den SV Cannstatt zur ersten Partie im Modus „Best-of-five“ an. „Wenn wir absteigen, das überlebe ich nicht“, gesteht Janusz Gogola, Trainer des Wasserball-Bundesligisten SCN.

Mittlerweile spielt der SCN seine fünfte Saison in der B-Gruppe der höchsten Spielklasse. Janusz Gogola hat das Team nach dem Aufstieg im Sommer 2012 übernommen und über zwei Jahre lang trainiert. Davorin Golubic coachte das Team danach seit Sommer 2015. Vor den Osterferien, nach Abschluss der diesjährigen Hauptrunde, zog Manager Michael Heinz eine Zwischenbilanz. Seine Erkenntnis: „Ein neuer Wind muss her, um den Abstieg zu vermeiden.“ So ließ sich der Frankfurter Sportlehrer Gogola nicht lange bitten, die Mannschaft auf den Kampf gegen den Abstieg einzustimmen, während Golubic bis zum Sommer noch die Jugendarbeit beim SCN leitet. Die ersten Früchte von Gogolas Arbeit waren in der ersten Abstiegsrunde gegen den Duisburger SV zu sehen. Zwar verlor der SCN sein Heimspiel noch deutlich mit 6:11, zeigte aber danach in Duisburg bei der 4:5-Niederlage eine deutliche Steigerung. Der 58-jährige Pädagoge verbesserte das Überzahlspiel des SCN, auch wenn er betont, noch nicht alle Spieler seien auf seine genauen Anweisungen eingegangen. „Aber das Team will nicht absteigen. Alle wissen, um was es jetzt geht“, sagt er. In der vergangenen Saison war es pikanterweise Gogola mit seinem damaligen Verein Wasserfreunde Fulda, der in der letzten Abstiegsrunde ausgerechnet auf den SC Neustadt traf. Fulda und Gogola hatten keine Chance gegen die Pfälzer. „Die Ausgangssituation in Fulda war aber anders. Die Hessen waren sich nicht einig. Ein Teil des Teams wollte lieber in die Zweite Liga, ein Teil wollte in der Bundesliga bleiben. Das ist beim SV Cannstatt jetzt völlig anders. Die Schwaben haben ein junges Team und wollen wie wir nicht absteigen“, erklärt Gogola. Er hat intensiv die Videoaufzeichnungen der Cannstatter Partien in der ersten Abstiegsrunde studiert. „Ich hatte meine Spione in Berlin, sie filmten die beiden Spiele“, verrät der SCN-Coach. Im Grunde seien es klare Niederlagen gegen Wedding Berlin geworden, Cannstatt habe daher auch nicht mehr alles in die Waagschale geworfen, hat er erkannt. Besondere Gefahr werde wohl vom besten Cannstatter Torschützen Deni Cerniar ausgehen, der bereits 31 Tore erzielt hat. „Wir müssen ruhig und strukturiert spielen. Cannstatt besitzt eine gute Moral. Und unsere Abwehr wird wichtig“, gibt Gogola vor. Er möchte dennoch sein Team nicht zu stark in enge Zweikämpfe verwickelt sehen, um das Risiko von Zeitstrafen zu minimieren. „Bloß keine Rolle (Anmerkung der Redaktion: Spielsperre) erhalten“, sagt Gogola. Auch SCN-Rechtsaußen Martin Görge, der als Linkshänder für besondere Gefahr vor dem Tor der Cannstatter sorgen soll, fordert hohe Konzentration von seinem Team. Der 25-jährige Controller aus Ludwigshafen spürt einen gewissen Schub, der vom Trainerwechsel ausging. „Jetzt ist wieder ein anderer Zug in der Mannschaft. Wir sind neu motiviert“, sagt Görge. Verwirrung gab es noch wegen der Anstoßzeit in Cannstatt. Verena Rederer von der Geschäftsstelle des SV Cannstatt bestätigte die Anspielzeit um 16 Uhr im Inselbad in der Inselstraße 4. Auf der Homepage des Deutschen Schwimmverbandes stand indes noch eine andere Uhrzeit. Die nächsten Begegnungen sind laut DSV dann im Stadionbad Neustadt (Samstag, 20. Mai, 16 Uhr; Sonntag, 21. Mai, 14 Uhr). Der zweite Absteiger wird zwischen SV Würzburg und Poseidon Hamburg ermittelt. So spielen sie SC Neustadt: Pisk, Brzica - Ehrenklau, Mosashvili, Mongrell, Mijatovic, Glaser, Tummings, Reinspach, Görge, Härte, Hummel, Held.

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