Neustadt Unfug im Sinn
Neustadt-Duttweiler. Hoch her ging es sehr zur Freude der kleinen Zuschauer am Sonntag beim Gastspiel des Mannheimer „Capitol“-Kindertheaters in der Festhalle Duttweiler. Laura Track als chaotischer Kobold Pumuckl und Georg Veit als ordnungsliebender Schreinermeister Eder bildeten im Stück „Pumuckl“ ein wunderbares Paar, das mit Phantasie und vollem Körpereinsatz für viele Lacher sorgte.
Gleich zu Beginn sitzt der Pumuckls, dieser struwwelige, rothaarige Geselle, dem Meister Eder im wahrsten Sinne des Wortes im Genick. Er tobt und zetert, denn gerade ist er sichtbar geworden. Und das ist gegen jede Koboldehre, einfach eine Schande. Festgeklebt an einem Leimtopf war der sonst unsichtbare Kobold, der so gerne Sachen versteckt und Unfug stiftet. Dabei hat ihn Eder berührt. Nun werde er ihn nicht mehr los, erklärt der Pumuckl provozierend und übernimmt fortan die Regie in Meister Eders bisher wohl geordnetem Betrieb und Leben. Der etwas kauzige, altmodische Eder muss sich nun mit dem temperamentvoll wirbelnden, unkonventionellen Pumuckl arrangieren. Er mache nur Sachen, die ihm Spaß machen, teilt Pumuckl mit und versteht nicht, warum Eder arbeiten muss. Als der erklärt, dass er nur so Geld verdienen könne, um Essen zu kaufen, stellt der Kobold unzufrieden weinerlich fest, dass er für seine schweißtreibende Arbeit, Dinge zu verstecken, noch nie Geld bekommen habe. Da Eder ihm erklärt, dass echte Arbeit nicht lustig sei und oft keinen Spaß mache, beschließt der Kobold, seine Streiche mit finsterem Gesicht auszuführen. Weil das Eder nicht genügt, „hilft“ er diesem und „arbeitet“ mit, was darin gipfelt, dass er Eder auf den Daumen hämmert und ihn „schreinergeschäftsunfähig“ macht. Und seit Pumuckl für einen Menschen sichtbar ist, hat er zu seinem eigenen Entsetzen sogar menschliche Gelüste. Er hat magengrummelnden Hunger und braucht ganz dringend „ein Marmeladenbrot für das Hungertier“. Schließlich übernimmt Pumuckl sogar Eders Auftrag, einen neuen Stuhl für die Nachbarin zu bauen. Mit Spannung erwarten die Zuschauer das Ergebnis. Er kreiert einen bizarren Phantasiestuhl aus Vogelhäuschen, krummen Brettern und Strumpfbinde, letztere hat er auch Meister Eders Daumen verordnet. Die Aufführung hat viel Tempo, und die beiden Darsteller bestechen durch komödiantisches Talent. Sie jagen sich in der Werkstatt unter großem Kindergelächter die Werkzeuge ab und raufen sich doch hin und wieder zusammen, was hier bedeutet, dass man sich für eine Weile ignoriert. „Geöffnet nach Vereinbarung“ steht dabei sehr treffend auf dem Schild des Schreinermeisters Eder an der Bühne. In diesem Fall geht der „Werkstatttreff“, auch wenn die Ortsverwaltung als Veranstalter auftritt, auf den Förderverein „Duttweiler Cuvée“ und vor allem dessen Mitglieder Stefan Stock sowie Sonja und Oliver Jakobi zurück. Die Gäste können Kuchen und Popcorn essen, die Kleinen Glitzertattoos ergattern und ihren großen Biberfreund Nils Nager (Marco Klöpfel) begrüßen, der mit dem Nils-Nager-Club-Team von Susi Koch zur Fertigung von Nager-Buttons und Malspaß einlädt. „Nach zwei gelungenen Veranstaltungen wollen wir jetzt gerne jedes Jahr einen Kindertheatertermin am letzten Feriensonntag der Weihnachtsferien anbieten“, erklärt Sonja Jakobi. Für 7. Januar 2018 ist bereits der Michel aus Lönneberga gebucht. |aew