Neustadt Umzug selbst in die Hand genommen

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Gestern, kurz nach 14 Uhr: Die letzte Fuhre des Umzugs von Edenkoben nach Maikammer und umgekehrt kommt vor dem Rathaus Maikammer an. Der Lastwagen ist nur noch zu einen Drittel gefüllt. In wenigen Minuten sind Kartons, einige Pflanzen und Kleinmöbel abgeladen. Die Fusion beider Verbandsgemeinden ist damit auch umzugstechnisch ad acta gelegt. Michael Sack, Leiter der Verbandsgemeindewerke Edenkoben, ist einer von denen, die von Maikammer zurück nach Edenkoben ziehen. „Wir sind ja gut trainiert“, begründet er, dass der Umzug reibungslos und schnell gelaufen ist. Erst im September 2014 hatte der Umzug nach der vom Land verordneten Fusion in die andere Richtung stattgefunden. Eigene Mitarbeiter beider Verwaltungen, der Werke, des Bauhofs und der Schwimmbäder haben die Rückholaktion selbst in die Hand genommen. Nur den Möbelwagen haben die Verwaltungen ausgeliehen. Jeder Mitarbeiter hat seine Unterlagen und Arbeitsgeräte selbst verpackt und danach sortiert, was am Notwendigsten gebraucht wird und was länger im Karton ruhen darf. „Jetzt brauchen die Mitarbeiter noch ein, zwei Tage zum Ausräumen und Sortieren“, sagt Michael Sack. Dann wird in der Verwaltung das Meiste weitgehend seinen alten Gang gehen. Erster hauptamtlicher Beigeordneter Eberhard Frankmann (CDU) spricht von einer „Defusion“, als er sein bisheriges Domizil im Heimatort Maikammer verlässt und per Mail seine neuen Telefonnummer in Edenkoben mitteilt: Künftig ist er unter 06323/959104 zu erreichen. Die Fachbereiche Organisation, Finanzen, Hochbau und das Ordnungsamt sind jetzt also wieder in Maikammer. Dafür ziehen die Verbandsgemeindewerke Edenkoben aus, ebenso die für den Tiefbau in Edenkoben zuständigen Mitarbeiter. In diesem Teil der Verwaltung waren die meisten Kartons zu packen, im Falle eines Mitarbeiters allein 60 Stück mit vielen technischen Akten, weiß Michael Sack. Aber das sei eine Ausnahme. Am Morgen in Edenkoben: Der mit einer Hebebühne ausgestattete Umzugswagen der Neustadter Firma Mattern ist schon kurz vor 10 Uhr leer. Mitarbeiter packen beherzt zu und fahren die ungezählten Kisten mit Sackkarren ins Gebäude und zum Aufzug. Dass ein allzu forscher Umzugshelfer dabei einen als Türoffenhalter umfunktionierten Asche- und Papiersammelbehälter über den Haufen rennt, kann die Stimmung nicht trüben. „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, wird er von einem Kollegen aufgemuntert, der gleich noch einen Schluck aus einem Kaffeehumpen offeriert. Nun können sich die gestandenen Mannsbilder jenen 70 Kisten zuwenden, die – sorgfältig mit Namen und Zimmer beschriftet – per Lkw die Reise in umgekehrter Richtung, von Edenkoben nach Maikammer, antreten. Jörg Nicklis, geschäftsführender Beamter in Edenkoben, schaut derweil zufrieden von der Empore des Verwaltungsgebäudes. Nun können im zweiten Obergeschoss die Büros eingerichtet, die Stühle und Tische verschraubt und die Computer installiert werden. „Bis Freitag haben wir das bestimmt geschafft, wahrscheinlich noch früher.“ 35 Mitarbeiter sind im Maikammerer Verwaltungsgebäude untergebracht. Es sind nicht zu hundert Prozent dieselben wie vor der Fusion. Es sind einige in der Zwischenzeit in Pension gegangen. Dafür rücken andere an verantwortlichere Stellen nach, informiert Büroleiter Andreas Reuter. „Es hat sehr intensiver Beratungen gegeben“, sagt Bürgermeister Karl Schäfer (CDU), die Mitarbeiter hätten ihre Wünsche eingebracht. Die Verwaltung ist an einigen Stellen neu organisiert worden. „Die Mitarbeiter sind hoch motiviert“, sagt Schäfer über den Neubeginn an alter Stelle. Von der möglichst breit angelegten Kooperation mit Edenkoben, wie sie der Verbandsgemeinderat Maikammer beschlossen hatte, bleibt allerdings nicht viel übrig. Auf Edenkobener Seite habe man die Zusammenarbeit nur für einige Teilbereiche vorgeschlagen, sagt Reuter. Wie am 29. August berichtet, waren es Feuerwehrwesen, Datenverarbeitung, Asylbewerber und Zusammenarbeit im Werksbereich gewesen, die auf mögliche Vorzüge eine Kooperation geprüft werden sollen. (ff/mik) Noch geschlossen Die Verbandsgemeindeverwaltungen in Edenkoben und Maikammer sind in dieser Woche noch geschlossen. Für dringende Angelegenheiten sind lediglich die Bürgerbüros geöffnet.

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