Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel U18 des SC Neustadt: konditionell und technisch unterlegen

SCN-Coach Peter Jacqué ärgert sich, weil seine Spieler immer wieder hohe Pässe über die Potsdamer Abwehr spielen.
SCN-Coach Peter Jacqué ärgert sich, weil seine Spieler immer wieder hohe Pässe über die Potsdamer Abwehr spielen.

Die Junioren des SC Neustadt kennen jetzt ihre Grenzen. Im ersten Finalturnier um die deutsche U18-Meisterschaft in Hannover kassieren sie viele Gegentore gegen etablierte Clubs aus der Bundesliga-A-Gruppe . Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Körperlich, konditionell und technisch war der SC Neustadt den A-Gruppen-Teams der U18-Wasserball-Bundesliga im ersten Endrunden-Turnier um die deutsche Meisterschaft unterlegen. Dennoch durften sich die Neustadter bereits vor dem ersten Spiel als Gewinner fühlen.

„Noch nie hat ein Teilnehmer der B-Gruppe den Sprung über die Rundenphase und die Zwischenstationen in die Finalrunde geschafft. Das ist das erste Mal“, betonte Rundenleiter Wolfgang Rühl vom Deutschen Schwimmerverband. Zwar belegte der SCN 2021 im Neustadter Stadionbad in der Endrunde den zweiten Platz im Finalturnier um die deutsche U18-Meisterschaft. Doch damals herrschte Corona. Es gab keine ordentliche U18-Runde. Die Qualifikation erfolgte über ein Vorrunden- und ein Zwischenrundenturnier.

Der SCN als Kanonenfutter

Jetzt hat sich also der SCN gegen starke Gegner für die beiden Finalturniere qualifiziert. Doch das Ziel von SCN-Coach Peter Jacqué, „wir wollen kein Kanonenfutter sein“, verfehlte seine Mannschaft. Im ersten Spiel am Samstagvormittag gegen den Ersten der A-Gruppe, den OSC Potsdam, gab es eine 2:18 (1:7, 1:4, 0:4, 0:3)-Niederlage. Den Spielbeginn verschliefen die Jacqué-Buben regelrecht. Der erste Angriff von Potsdam führte gleich zur Führung. Dann fielen die Treffer im Minutentakt für die Ostdeutschen. Neustadt kam überhaupt nicht in die Nähe des gegnerischen Tores. Die aggressive Pressdeckung der Potsdamer ließ keine Kombinationen zu. Kurios der erste Treffer des SCN mit einem eher missglückten Heber von Alexandros Vlantoussis zum 1:6. Richtig schön herausgespielt war indes das zweite Neustadter Tor von Maksim Bahchevanov mit einem wuchtigen Schuss. Weitere Chancen parierte der starke Potsdamer Keeper Max Rössel.

Kristof Meszaros im SCN-Gehäuse hatte dagegen kaum Chancen, die vielen Kontertore zu verhindern. Meszaros: „Erst später habe ich mich auf die Schützen eingestellt. Sie haben aber alle sehr hart geschossen.“ Anfang des letzten Viertels kassierte Alexandros Vlantoussis seine dritte Zeitstrafe und musste das Becken verlassen. „In einigen Situationen hätten wir besser agieren müssen. Vielleicht können wir uns in den nächsten Spielen steigern“, sagte er.

Zu viele Basisfehler

Für Trainer Jacqué blieb nach dem Spiel nur Ratlosigkeit. „Die Jungs haben nicht zugehört. So habe ich erklärt, keine hohen Bälle im Angriff, weil ein großgewachsener Potsdamer die alle abfängt. Und trotzdem haben wir es immer wieder so versucht. Die hohe Niederlage ist eine Klatsche. Es gab zu viele Basisfehler.“ Trotzdem sah er einen Lichtblick: „Wir haben uns nicht aufgegeben und sind immer wieder auch Konter geschwommen.“

Doch im Spiel gegen Gastgeber White Sharks Hannover folgte die nächste deutliche Niederlage mit 4:17 (1:2, 0:6, 1:6, 2:3). Gastgeber Hannover spielte mit Wut im Bauch, ging doch das erste Spiel für Hannover überraschend mit 6:12 gegen Krefeld verloren. Jacqué: „Wir hatten gut begonnen, aber danach ohne Konzept weitergespielt. Unser Team zeigte klare Konditionsmängel, verbunden mit geringer Ballkontrolle und schlechtem Schussverhalten.“ Auch aus einer vierminütigen Überzahl konnte der SCN nicht viel machen: Der Hannoveraner Spieler Fynn Janke erhielt nach einem schlimmen Foul gegen Benedikt Grüne die Rote Karte, plus vier Minuten Unterzahl für sein Team. Dem SCN gelang in dieser Phase nur ein Treffer. Grüne musste ins Krankenhaus, seine Verletzung am Auge kontrolliert werden. Jacqué: „Es war eine klare Tätlichkeit. Benedikt hat jetzt ein blaues Auge.“

Einladung vom Bundestrainer

Am Sonntagvormittag präsentierte sich das SCN-Team verbessert, verlor aber mit 6:13 (3:7, 0:2, 3:2, 0:2) gegen den SV Krefeld. Dabei verwertete das SCN-Team zu selten seine Überzahlgelegenheiten. Jacqué: „Krefeld brachte seine Überzahlspiele besser durch. Aber ich bin etwas zufriedener. Krefeld hatte nach der Führung seine zweite Reihe eingewechselt. Auch wir haben gut durchgewechselt.“ Bester SCN-Angreifer: Alexandros Vlantoussis mit vier Toren.

Für Flynn Laux (Jahrgang 2008) und Matteo Ananias (2007), die jüngsten Spieler im Team, gab es eine erfreuliche Nachricht: Junioren-Bundestrainer Nebosja Novoselac lädt sie zum nächsten Lehrgang ein. Beide erzielten je ein Tor im Turnier. Sieger des ersten Finalturniers wurde Potsdam mit drei Siegen. Damit haben die Ostdeutschen die besten Karten, im zweiten Turnier Ende Juni, das sie selbst ausrichten, den Titel zu holen.

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