Neustadt TSG setzt auf Trainerwechsel
DEIDESHEIM. Das 0:5 beim VfB Haßloch am Freitag war für die Verantwortlichen des Fußball-Bezirksligisten TSG Deidesheim eine Niederlage zu viel. Trainer Michael Doll wurde noch am Abend entlassen. Nach drei Partien ohne Punkt kauert der Aufsteiger auf dem drittletzten Tabellenplatz, einen Punkt vor dem VfL Neustadt und nur noch zwei Zähler vor Schlusslicht VfR Frankenthal.
„Die Enttäuschung ist riesengroß, das ist ganz schwer für mich“, sagte Doll am Samstagmorgen nach einer schlaflosen Nacht. Der Rauswurf kam für ihn überraschend. Zumindest der Zeitpunkt. „Wenn man das nach dem 2:3 gegen Frankenthal gemacht hätte, nach dem Spiel gegen eine Mannschaft, die noch keinen Punkt hatte, hätte ich es verstanden. Aber nicht nach einem Spiel wie in Haßloch.“ Das 0:5 endete ... „Wir haben trotzdem Teamgeist bewiesen und uns gewehrt.“ Nach Darstellung Dolls hätten die Entscheider versucht, ihn zum Bleiben im Verein zu bewegen, vielleicht unter dem neuen Cheftrainer die Funktion des „Co“ zu übernehmen. Für Doll nicht vorstellbar: „Bei der TSG Deidesheim ist nach fünf Jahren für mich jetzt alles beendet.“ Abteilungsleiter Ulrich Seckinger bestätigt das Angebot. Und Dolls Nein. „Wir haben lange diskutiert, was wir machen“, sagt Seckinger. „Wir sind weiterhin von der Qualität der Mannschaft überzeugt und müssen einen neuen Impuls setzen. Wir wollen nicht absteigen.“ Schon in dieser Woche soll Dolls Nachfolger präsentiert werden. „Wir müssen Drive in die Sache bringen, denn Zeit haben wir nicht.“ Namen ließ Seckinger unkommentiert. Rudi Benkler, der die Mannschaft mit Doll in die Bezirksliga geführt und seine Trainerlaufbahn danach für beendet erklärt hat, wurde von Seckinger noch nicht kontaktiert. Und Benkler dürfte auch kein Interesse haben. „Ich denke nicht, dass ich im Aktivenbereich noch mal eine Mannschaft betreuen werde“, sagte er auf RHEINPFALZ-Anfrage. Zurzeit hilft der ehemalige Oberliga-Spieler als Jugendcoach bei der JFV Ganerb aus. Dort spielt einer seiner Söhne. Nicht nur Michael Doll fuhr der Beschluss der TSG in den Magen, auch Seckinger hat zu knabbern. „Es ist natürlich schwierig. Unter so etwas leiden auch freundschaftliche Verhältnisse ...“ |aboe