Handball
TSG Haßloch will im Aufstiegskampf den Heimvorteil nutzen
Nach zuletzt drei Siegen mussten die Frauen der TSG Haßloch im letzten Spiel in der Fremde bei FrischAuf Göppingen II eine Niederlage einstecken, was den vorzeitigen Aufstieg in die Dritte Liga verhinderte. Dass der Weg nach oben trotzdem klappen wird, davon ist eine Spielerin überzeugt, die dafür keine Mühen scheut.
Nach den ersten 30 Minuten sah es in der EWS-Arena noch nach einem vorzeitigen Aufstieg aus. Aber am Ende war die Enttäuschung mehr als schmerzhaft. „Wenn man so nah dran war, dann tut so etwas weh“, erzählt Katharina Scheid. In der Tat: Der TSG Haßloch fehlte im Rückspiel beim ebenfalls ungeschlagenen Meister der Regionalliga Baden-Württemberg, der Zweitvertretung des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, nur ein Tor, um gemeinsam vorzeitig in die Liga drei aufzusteigen.
Am Montag gegen Meister aus Bayern
Daraus wurde nichts. Die Mannschaft von Cheftrainer Marc Robin Eisel zog am Ende mit 26:27(12:10) noch den Kürzeren und muss jetzt die beiden verbleibenden Heimspiele gegen TSV EBE United Forst (Montag, 16 Uhr, TSG-Sportzentrum) und dem HC Schmiden/Oeffingen für sich entscheiden. Dabei geht es für die Meisterinnen aus Bayern um ihre letzte Chance, nach dem sie ihre ersten beiden Partien verloren haben.
Die „Bärinnen“ sind gewarnt und dürfen auch die kommende Aufgabe keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. „Das werden wir sicherlich nicht tun, wir wissen, dass es in Göppingen kein gutes Spiel war, das sollte Motivation genug sein, gerade vor eigener Kulisse und der tollen Atmosphäre in der eigenen Halle es besser zu machen“, erzählt Katharina Scheid. „Jeder wusste, dass es unser schwerstes Auswärtsspiel war und auch alles passen musste, um was mitzunehmen. Es war leider nicht unser bester Tag, wir haben viele freie Bälle liegen lassen, auch war das Abwehrverhalten nicht das, was wir uns vorgenommen hatten, aber wir können daraus lernen“, ergänzt Scheid.
TSG hadert mit Schiedsrichterentscheidung
Die 22 Jahre alte Studentin für das Lehramt an Gymnasien, die aus Neuhofen stammt und beim dortigen TuS die ersten Schritte im Handball machte, überzeugte in der letzten Partie im rechten Rückraum und verkürzte nochmals mit ihrem siebten Treffer auf 27:26. Am Ende reichte es doch nicht. Dabei haderte die TSG auch mit einer Schiedsrichterentscheidung, nach dem die Gastgeberinnen nach einem technischen Fehler weiterhin in Ballbesitz blieben und damit den Pfälzerinnen die letzte Möglichkeit nahmen, nochmals ins Angriffsspiel zu kommen.
„Man hat es im Nachhinein auch auf den Bildern gesehen, dass es eine falsche Entscheidung war“, so Scheid, die sich aber nicht weiter mit dem Thema beschäftigen will. Stattdessen möchte die zwischenzeitlich aufgrund ihres Studiums an der Universität in Mainz lebende Rückraumspielerin den Fokus auf die eigenen Stärken der Mannschaft legen.
Katharina Scheid schwärmt vom Team
„Wir müssen uns nicht allzu sehr mit dem Gegner beschäftigen, es genügt, wenn wir das besser machen, was zuletzt nicht gut lief“, sagt sie. Nach der Niederlage gab es erstmals einen Tag mehr zur Regeneration. Der Dienstagabend war auch mit Blick darauf, dass die nächste Partie erst an Pfingstmontag stattfindet, trainingsfrei, um auch leichte Blessuren aus den letzten Wochen auszukurieren. Aber auch aus Gründen der Belastungssteuerung. Danach ging es seit Mittwoch wieder in die intensive Vorbereitung. Und am Samstag steht eine weitere Vorbereitungseinheit auf dem Plan. Da scheut Katharina Scheid keine Mühen, die drei Mal wöchentlich stets eine Anfahrt von 90 Kilometern von ihrem Studienort in Mainz, wo sie die Fächer Sport und Geografie belegt und im Sommer ihre Bachelor-Arbeit schreibt, anreist.
„Ich mache es gerne, denn wir sind ein tolles Team, es macht in Haßloch sehr viel Spaß und es ist eben mehr als nur Handball“, erzählt die Studentin, die nach ihrem Wechsel von der TSG Friesenheim ins Großdorf dort bereits ihre dritte Saison bestreitet. „Und ich bleibe auch die nächste Spielzeit“, gab sie bekannt. „Ich fühle mich wohl, es sind auch einige Spielerinnen hier, die ich noch aus Friesenheim kenne“.
Zusammenhalt als Schlüssel zum Erfolg
Scheid spielte viele Jahre in der Jugend bei den Eulen, wo Jürgen Meisel ihr erster Trainer war, ehe sie nach dem ersten Aktiven-Jahr nach Haßloch ging. Inzwischen sei ihr die Mannschaft ans Herz gewachsen. Dass der Schritt in die Dritte Liga kommen wird, davon ist sie überzeugt. „Wenn man sieht, wie wir bisher, auch nach einigen Toren Rückstand zurückgekommen sind, dann sollten wir den Mut nicht verlieren. Wir sind ein Team, wo jede für die andere da ist, das zeichnet uns besonders aus und jetzt kommen auch die Spiele vor eigenem Publikum, das uns zusätzlich motivieren wird“, sagt Scheid. „Ich glaube, der Zusammenhalt, ist bei uns der Schlüssel für die Entwicklung, die wir in den letzten Jahren genommen haben“. Trotzdem wollen die „Bärinnen“ den kommenden Gegner, der nach zwei Niederlagen „mit dem Rücken zur Wand steht“ nicht unterschätzen.
„Es ist ein sehr, sehr dynamische Mannschaft, die durch ihre Schnelligkeit, aber auch durch ihr ungewöhnliches Abwehrspiel uns vor Herausforderungen stellen kann“, erzählt Scheid. Keine leichte Aufgabe, aber die Rückraumspielerin ist überzeugt, dass das Trainerteam die Mannschaft auch taktisch klug auf die kommenden Gegnerinnen einstellen wird. Denn jetzt heißt es nach der knappen Niederlage in Göppingen, den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg in die Drittklassigkeit zu machen.