Handball
TSG Haßloch: Elvijs Borodovskis Abschied nach sieben Jahren
Die letzten Vorbereitungen hat er schon getroffen. Aber so richtig an seinen Abschied möchte Elvijs Borodovskis nicht denken. Denn seine sportliche Mission bei der TSG Haßloch sieht der 35 Jahre alte Linkshänder noch nicht vollendet. „Ich möchte mich nicht als Oberligist verabschieden“, sagt Borodovskis. Der gebürtige Lette, der die letzten 14 Jahren als Leistungshandballer im Ausland verbracht hat, will mit einem Sieg im Saisonspiel gegen TUSEM Essen II (Samstag, 19:30 Uhr, TSG-Sportzentrum) den Bären die Drittklassigkeit bewahren.
„Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt, jetzt müssen wir alle auf das letzte Spiel fokussiert sein. Wir haben die Qualität im Kader, es liegt ganz alleine an uns“, sagt der Linkshänder. „Wir haben schon zweimal die Chance verpasst, das sollte nicht noch ein drittes Mal passieren.“ Damit meint er auch die jüngste Partie in der Abstiegsrunde gegen den TSV Blaustein. „Es ist ein Auf und Ab, das müssen wir endlich abstellen. Es geht jetzt um alles, wir müssen es krachen lassen.“
Ein letztes Frühstück
Dass die Essener möglicherweise mit einigen Akteuren aus dem Zweitliga-Kader zum „Spiel des Jahres“ anreisen, lässt den 80-fachen lettischen Nationalspieler kalt. „Wir haben schon gegen die Füchse Berlin II gewonnen. Wer war da dabei? Drux, Wiede und einige mehr aus dem Erstligakader“, erinnert Borodovskis an die Partie. Heute hat er seinen letzten Arbeitstag bei Thor-Chemie in Speyer, morgen gilt sein Fokus dem letzten Spiel im blau-weißen Trikot.
Vor der Partie geht er schon fast traditionell mit Loic Modzinski frühstücken. Ein Ritual, dass er auch am letzten Spieltag beibehalten will. „Eigentlich wäre Kevin Seelos noch dabei, aber er trinkt ja keinen Kaffee“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Danach ist kurze Ruhe angesagt, ehe sich das Team im TSG-Sportzentrum trifft. Er ist gern im Kreis seiner Kameraden, mit ihnen und den eigenen Fans will er gegen Essen II den Klassenverbleib sichern. „Ich habe noch nie so lange in einem Verein im Ausland gespielt wie in Haßloch. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, ich habe hier sehr viele Freunde gefunden. Der Abschied fällt mir nicht leicht“, erzählt der Lette.
Der Kontakt bleibt
Seine drei Kinder im Alter von acht, fünf und zwei Jahren warten ebenso wie seine Ehefrau auf ihren Papa und Gatten. Es geht in der kommenden Woche zurück in die Nähe von Riga. Die Familie ist schon vor eineinhalb Jahren hingezogen. Wie es beruflich weitergeht, lässt er offen. Borodovskis hat nach eigenen Angaben mehrere Optionen. Fest steht lediglich, dass er dem Handball den Rücken kehren möchte. Die Bandscheiben, aber auch die Hüfte machen ihm gesundheitlich zu schaffen. „Zu 90 Prozent werde ich wohl aufhören“. Er lässt sich eine kleine Möglichkeit offen, falls die Nationalmannschaft ihn noch braucht. Seine Frau Liene arbeitet als Sekretärin beim lettischen Handballverband.
„Zunächst steht aber meine Gesundheit im Vordergrund“, sagt Borodovskis. Beruflich will er den Einstieg in die IT-Branche wagen. Noch vor seinem Wechsel ins Ausland hatte er ein Studium in diese Richtung eingeschlagen, das er gerne wieder aufnehmen möchte. „Ich habe zwar ein Studium der Logistik, aber ich habe nochmals den Wunsch, mich mit der IT zu beschäftigen“, erläutert Borodovskis, der in der kommenden Woche sein 24-stündige Heimfahrt in die Nähe von Riga antreten wird. Er freut sich auf das Wiedersehen mit seiner Ehefrau Liene, den Kindern Richards, Adriana und Lote. „Ich habe meine Familie lange vermisst, aber ich werde auch meine Freunde in Haßloch vermissen. Es war ein Lebensabschnitt in der Pfalz, den werde ich nicht vergessen. Der Kontakt wird bleiben.“