Fußball
TSG Deidesheim und Phönix Bellheim starten in Aufstiegsrunde zur Bezirksliga
Am Sonntag, 16 Uhr, erwartet die TSG Deidesheim den FC Phönix Bellheim im ersten Relegationsspiel zum Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz. Die dritte Mannschaft in der Relegation, gegen die Deidesheim und Bellheim noch antreten müssen, wurde am Mittwochabend in einem Entscheidungsspiel ermittelt. Der ASV Heßheim siegte gegen den SC Schwarz-Weiß Frankenthal vor 1200 Zuschauern in Beindersheim mit 1:0. Auf eine ähnlich große Kulisse hofft am Sonntag auch die TSG.
Dass der FC Phönix Bellheim in der Relegationsrunde antritt und nicht als Meister der A-Klasse Südpfalz direkt aufsteigt, verwundert manchen Fan. Am letzten Spieltag wurde er vom TuS Schaidt vom ersten Tabellenplatz verdrängt. Der aus Lachen-Speyerdorf stammende Bellheimer Torjäger Julian Scharfenberger hat dafür eine Erklärung: „Wir haben während dieser Saison einige Stammkräfte verloren und waren in der Rückrunde nicht mehr so konstant.“
In Lachen-Speyerdorf angefangen
Scharfenberger freut sich, wieder einmal an der Mittelhaardt zu spielen. „Als ich bei der TuS Lachen-Speyerdorf angefangen habe, hatte ich oft Spiele in Deidesheim“, blickt er zurück. Mit dem Wechsel zum 1. FC 08 Haßloch änderte sich das. Von nun an war er bis zu seinem Wechsel nach Bellheim vor zwei Jahren sowohl als Jugendspieler als auch als Aktiver nur noch in höheren Spielklassen am Ball. „Bei den Haßlocher C-Junioren war der künftige Deidesheimer Torwart Peter Klug mein Mitspieler und in den Auswahlmannschaften der Ruppertsberger Eric Veth, der von Jockgrim nach Deidesheim wechselt. Zum Glück sind die beiden am Sonntag noch nicht dabei“, sagt er schelmisch. Den meisten Kontakt mit seinen früheren Haßlocher Mannschaftskameraden habe er inzwischen zu Torben Hubach. Der spielt als einziger der damaligen Mannschaft, die von seinem Vater Gunter Scharfenberger trainiert wurde, noch in der Ersten 08-Mannschaft. „Ich würde mich natürlich auch über unseren Aufstieg in die Bezirksliga Vorderpfalz freuen, weil wir dann ebenfalls gegen 08 Haßloch spielen“, betont Scharfenberger.
Seine weiteren Stationen waren die A-Junioren des Ludwigshafener SC und der TSG Hoffenheim, bevor er über den SC Hauenstein und TuS Mechtersheim 2014 zum FV Dudenhofen kam und dort acht Jahre blieb. Er bestritt 174 Oberliga- und 104 Verbandsligaspiele, in denen er 129 Tore erzielte. In der Saison 2019/2020 wurde er mit Jan Dahlke (Wormatia Worms) mit 18 Treffern Oberliga-Torschützenkönig.
In Auswahl für Tor des Monats
Sein Abschied aus Dudenhofen bot ihm noch einen besonderen Höhepunkt: Ein Treffer, der ihm im Spiel bei der TuS Koblenz gelang, wurde von der Redaktion der ARD-Sportschau in die Auswahl für das „Tor des Monats“ im Juni 2022 genommen. „Es war richtig interessant zu erleben, wie das abläuft“, berichtet er. In der Abstimmung musste er Alou Kuol vom VfB Stuttgart, dem mit der australischen U23 beim Asien-Cup gegen den Irak ein Treffer per Skorpionkick gelungen war, den Vortritt lassen.
Sein anschließender nach zwei schweren Verletzungen erfolgter Wechsel von der Oberliga in die A-Klasse Südpfalz ist für Scharfenberger eine große Umstellung gewesen: „In der A-Klasse geht es viel langsamer zu. Es wird nicht so viel kombiniert, sondern mehr auf Zweikämpfe Wert gelegt. Bei einfachsten Aktionen passieren auch Fehler.“
34 Treffer in 32 Spielen
Scharfenberger stellt auch in der Südpfalz seine Stürmerqualitäten unter Beweis. In 32 Spielen erzielte er 34 Tore. Der Bellheimer, der in der Oberliga vierstellige Zuschauerzahlen gewohnt war, sieht in einer großen Kulisse möglicherweise das größte Problem für seine Mitspieler: „Wenn in Deidesheim mehr als 1000 Zuschauer erscheinen, wird das für manche in unserer Mannschaft eine ungewohnte Situation sein.“
Und Deidesheims Fußballabteilungsleiter Joshua Simon rechnet mit einer großen Kulisse: „Wie schon beim Derby gegen den TuS Niederkirchen vor etwa 1500 Zuschauern ist die Wettervorhersage mal wieder ein Traum, so dass wir mit zahlreichen Besuchern aus Deidesheim und der Region rechnen. Wir werden erneut den Ausschank aus eigener Kraft stemmen.“
Nach einer Saison, in der die TSG in 30 Spielen 73 Punkte geholt habe, hätten sich die Jungs die zwei Spiele der Aufstiegsrunde verdient. „Das sind zwei Höhepunkte, die sie bestimmt nicht so schnell vergessen werden“, sagt Simon.