Neustadt Trotz Karriere tief verwurzelt geblieben

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Die Entscheidung, zur Polizei zu gehen, fiel direkt nach dem Abitur: Eberhard Weber, heute stellvertretender Leiter des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, suchte als 20-Jähriger den Bezug zum „wirklichen“ Leben. 40 Jahre später ist der ehemalige „Leibnizianer“ überzeugt: Alles richtig gemacht, damals, 1976. Wenn er noch einmal wählen könnte, würde er die gleiche Entscheidung treffen, sagte der Mußbacher am Donnerstag, als er sich auf Einladung seiner „alten“ Schule in der Reihe „Wir vom Leibniz“ vorstellte.

Weber hat den Beruf zu einer Zeit gewählt, als Berufseinsteiger bereits nach einer Ausbildungszeit von nur eineinhalb Jahren ins kalte Wasser geworfen wurden und selbstständig agieren mussten. „Heute wäre das undenkbar“, sagt er. Der Weg für den gehobenen Dienst führe inzwischen über ein Studium an der Polizeihochschule in Rheinland-Pfalz am Flughafen Hahn, erklärt er. Weber dagegen fuhr zunächst Streife, wechselte dann zur Kriminalpolizei, bildete sich an der Fachhochschule weiter und absolvierte schließlich noch einmal ein Studium, das in etwa dem heutigen Masterstudiengang entspricht. „Meine Zensuren waren dann deutlich besser als in der Schule“, erzählt der Polizeibeamte lachend. Er sei ein „durchschnittlicher“ Schüler gewesen, mit mehr Leidenschaft für den Sport als fürs Pauken. Nichtsdestotrotz kletterte er bei der Polizei Schritt für Schritt die Karriereleiter hoch. Vor seiner jetzigen Funktion im Polizeipräsidium Rheinpfalz war er unter anderem Referent für „Verbrechensbekämpfung und Kriminalprävention“ im Mainzer Innenministerium, Chef der Kripo Ludwigshafen und stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes. In all den Funktionen an verschiedenen Standorten behielt er seinen Wohnsitz in Mußbach. „Ich bin überzeugter Pendler.“ Die Schüler nutzen den Besuch vor allem für Fragen zu aktuellen Themen: die Cyberkriminalität beispielsweise, die Drogenkriminalität oder die Terrorgefahr. Aber auch persönliche Dinge sind interessant: „Haben Sie sich schon einmal in einem moralischen Zwiespalt befunden“, fragt Leonie Strohmeier (Klassenstufe 11), die zusammen mit Niklas Kaul (Klassenstufe 12) den Abend moderiert. Als Weber verneint, hakt Lehrer Marc Weigel, der Initiator der Veranstaltungsreihe, noch einmal nach: Wenn er an die Klagen über die Personalsituation bei der Polizei denke, sei es doch gut vorstellbar, dass Beamte in leitender Funktion gelegentlich in einen Zwiespalt gerieten. Weber erklärte, dass in punkto Stellenreduzierungen, die vor einigen Jahren vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung noch sinnvoll schienen, inzwischen ein Umdenken stattgefunden habe. „Die Aufstockung braucht aber seine Zeit.“ Interessant für die Schüler: Rund 550 junge Leute werden laut Weber derzeit in Rheinland-Pfalz pro Jahr bei der Polizei ausgebildet, die Anzahl der Bewerbungen liegt bei mehreren Tausend. Zur Vorbereitung einer Bewerbung sei es sehr empfehlenswert, frühere Tests durchzulesen, sagt Weber, der seinen Besuch auch ein bisschen dafür nutzen will, für seinen Beruf zu werben. Der Anteil der Frauen ist laut Weber in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, bei der Schutzpolizei liege er mittlerweile bei 30 Prozent. „Da hat sich zum Glück einiges geändert seit den 1970ern“, sagt der 60-Jährige. |kkr

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