Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Triathlon: Neustadter Tim Hellwig konzentriert sich auf die Spiele in Paris 2024

Tim Hellwig, hier 2019 bei der deutschen Meisterschaft, absolviert derzeit vor allem Grundlagentraining.
Tim Hellwig, hier 2019 bei der deutschen Meisterschaft, absolviert derzeit vor allem Grundlagentraining.

Der Neustadter Tim Hellwig hat noch minimale Hoffnungen, die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio zu schaffen. Doch der Fokus liegt auf Paris 2024. Hellwig hat jetzt mit Rainer Jung einen Manager engagiert.

Jung kennt die Triathlonszene als Organisator der Triathlonwettbewerbe des TV Germania Buschhütten. Jung: „Dort sind bereits viele deutschen Hawaii-Sieger wie Sebastian Kienle und Jan Frodeno gestartet.“ Hellwig lernte den 62-jährigen Jung auf Wettkämpfen der Triathlon-Bundesliga kennen. Jung ist seit 20 Jahren Manager des erfolgreichen Bundesligateams im TV Buschhütten.

Die Qualifikation für die kommenden Olympischen Spiele in Tokio sei allerdings schwer. Bei den Männern kämen sechs Kandidaten für den letzten zur Verfügung stehenden Startplatz in Frage. „Die Chance ist also 1:6. Daher setzen wir mittelfristig auf die Olympischen Spiele in Paris“, betont Jung. Hellwig erläutert die Kriterien: „Ich muss zunächst durch weitere Starts bei Weltcups auf mindestens Rang 140 im Olympia-Ranking kommen. Das ist erst wieder 2021 möglich. Habe ich diesen Platz erreicht, bietet der deutsche Verband 2021 einen internen Test für die Athleten an, die ebenfalls im Ranking sind.“ Weil Hellwig zunächst noch bei den Junioren gestartet war, fehlen ihm die Ergebnisse der Wettkämpfe im Bereich der Aktiven, die ältere Nationalkader-Athleten schon absolviert haben und deshalb bereits qualifiziert sind.

Im Juli Trainingslager in St. Moritz

Hellwig geht jetzt Ende Juli ins Trainingslager nach St. Moritz. Er studiert im ersten Semester Wirtschaftsingenieurswesen an einer Fern-Universität. Zurzeit liegen seine Trainingseinheiten mehr im Bereich Grundlagen. „Weniger intensiv, weniger schnelle Einheiten. Wir wollen mit dem Grundlagentraining die Basis für 2021 schaffen und eine Körperstabilität erreichen“, erklärt er. Die eingeschobene Zwangspause habe für seinen Körper auch etwas Gutes. Zunächst habe sich der Wettkampfstopp merkwürdig angefühlt. Es habe ein kleines Motivationsloch gegeben, weil die Ziele weggefallen seien, gesteht Hellwig.

Doch jetzt ist er wieder mit viel Spaß bei der Sache. „Ich habe gemerkt, dass ich den Sport ausübe, weil er mir Freude macht. Ich kann die Einheiten richtig genießen“, betont er. Der Manager sei jetzt der nächste, folgerichtige Schritt in seiner Karriere. „Triathlon ist ein hoher finanzieller Aufwand. Hier sind Kontakte und Kompetenzen wichtig, um an Unterstützer zu gelangen. Ich kann mich auf meinen Sport konzentrieren und Rainer Jung auf die weiteren Aspekte“, erklärt Hellwig.

In sozialen Netzwerken präsent sein

Bislang hat der Neustadter einen Vertrag mit einem Fahrradhersteller sowie einem Hersteller für Neopren-Anzüge. „Diese Verträge wollen wir prüfen und dann auf weitere Sponsoren zugehen“, sagt Rainer Jung. Wichtig seien auch eine eigene Homepage und eine Präsentation auf Social-Media-Kanälen.

Grundsätzlich gibt es laut Jung drei mögliche Arten von Unterstützern: Gönner, Spender oder Sponsoren. Letztere erwarten eine Gegenleistung, indem etwa die Produkte präsentiert werden und der Name des Sponsors auf dem Trikot zu sehen ist. Jung weiß: „Bei Hellwig ist noch viel Platz auf dem Sportanzug.“ Bei Sportartikel-Herstellern kann es dann zu abgestuften Hilfen kommen. Die niedrigste Form einer Unterstützung wäre beispielsweise ein Sonderpreis beim Kauf eines Fahrrades, eine leihweise Überlassung oder ein Rabatt. Namhafte Triathleten erhalten laut Jung dann eine finanzielle Vergütung, wenn sie das Rad eines Herstellers nutzen.

Am Anfang der Karriere

Um Sponsoren an Land zu ziehen, muss Hellwig also entsprechend sportlich erfolgreich sein und mit seinen Leistungen in den Medien auftauchen. Jung: „Dann werden leistungsbezogene Verträge abgeschlossen und gute Platzierungen entsprechend stärker honoriert.“

Für Rainer Jung steht der 20-jährige Hellwig erst am Anfang seiner Karriere. Daher liegt für den Manager der Fokus auch erst auf die Olympischen Spiele 2024. Der Manager engagiert sich „aus Liebe zum Triathlonsport“. Vertragliche Details zum Deal mit Tim Hellwig möchte er nicht nennen. Seine Bezahlung orientiere sich dabei an den Prämien, die eventuell bei Erfolgen über die Sponsoren vertraglich flössen, sagt der Manager. Jung: „Daran bin ich dann prozentual beteiligt. Aber das ist nur wirklich lukrativ, wenn wir in den fünfstelligen Bereich kommen.“ So sieht der Firmenkundenberater aus Kreuztal (bei Siegen) bei einer Bank sein nebenberufliches Engagement als Triathlonmanager „teilweise als Ehrenamt aus Liebe zu diesem Sport“ an.

Zur Person: Tim Hellwig

Hellwig bestreitet seit dem zwölften Lebensjahr Triathlon-Wettkämpfe. 2016 gewann er in Tabor den Junioren-Cup auf europäischer Ebene. 2017, 2019 und 2020 wurde er deutscher Meister in seiner Altersklasse. 2018 gewann er bei der Europameisterschaft in Tartu zwei Silbermedaillen in der Altersklasse U23, konnte allerdings verletzungsbedingt nicht bei der Weltmeisterschaft 2018 starten. 2020 begann für den Neustadter mit Platz zwei beim Triathlon-African-Cup, doch dann stoppte die Corona-Pandemie seine weiteren Wettkampf-Pläne. Hellwig trainiert in Saarbrücken und startet für die DJK SG St. Ingbert und mit Zweitstartrecht in der Triathlon-Bundesliga für die LTF Marpingen.

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