Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Tony Oehm geht einem süßen Beruf nach

Am Arbeitsplatz: Tony Oehm als Patissier.
Am Arbeitsplatz: Tony Oehm als Patissier.

Verschiedene Vereine, verschiedene Funktionen, völlig unterschiedliche Sportarten – das ist das Leben des Familienvaters Tony Oehm. Wie er sich gerade weitergebildet hat und warum sein Beruf so süß ist.

28 Jahre war Tony Oehm als Fußballtorwart aktiv, zuletzt für die SG Mußbach in der B-Klasse Rhein-Mittelhaardt, Staffel West. Inzwischen wechselte er zum Bezirksligisten TSG Deidesheim, für den er allerdings nicht zwischen den Pfosten steht, sondern als Schiedsrichter Spiele leitet. Steht er nicht auf einem Fußballplatz, verwöhnt er Hotelgäste mit süßen Köstlichkeiten.

„Ich habe im Alter von vier Jahren damit begonnen, Fußball zu spielen. In diesem September werde ich 34 Jahre alt und habe festgestellt, dass die jungen Torhüter inzwischen athletischer als ich und deshalb an der Reihe sind“, erzählte er. Da er aber weiterhin sportlich aktiv bleiben wollte und früher auch einmal Basketballschiedsrichter war, traf er die Entscheidung, Fußballschiedsrichter zu werden. „Beim Basketball habe ich sogar Spiele der Ersten Regionalliga geleitet“, blickte er zurück. „Vor eineinhalb Wochen habe ich in Edenkoben mit anderen Schiedsrichterkollegen erfolgreich die Leistungsprüfung für die A-Klasse abgelegt. Wenn also in dieser Vorrunde alles gut läuft und ich von den Schiedsrichterbeobachtern gute Kritiken bekomme, darf ich in der Rückrunde vielleicht schon ein paar Spiele der A-Klasse pfeifen“, meinte er weiter. Grundsätzlich müsse seine Tätigkeit als Schiedsrichter aber mit Frau und Kind zeitlich vereinbar sein. Daher werde auch aufgrund des Zeitaufwandes ein Aufstieg in höhere Spielklassen wahrscheinlich nicht möglich sein.

Großer Unterschied

Es sei übrigens ein großer Unterschied, beim Basketball oder Fußball als Schiedsrichter zu agieren. „Beim Basketball herrscht eine andere Grunddisziplin als beim Fußball. Da musste man auch nicht so deutlich mit den Spielern kommunizieren als im Fußball. Ich habe schon immer viel gesprochen, aber jetzt sind die Ansprachen klarer und deutlicher. Auf dem Feld kann man mit mir jederzeit über alles ordentlich reden, nur ist klar das ich als Schiedsrichter keine Diskussionsrunden auf dem Platz führe. Damit kommen bisher aber auch alle Teams gut zurecht“, erklärte er. Zum Basketball sei er durch seinen Vater gekommen. „Er war sogar in der Ersten Frauen-Bundesliga als Co-Trainer aktiv. Da es in unserer Region aber sehr wenige Basketballteams gibt, habe ich mich dazu entschieden, Fußball- und nicht mehr Basketballspiele zu pfeifen“, begründete er.

Meckerregel gut

Die Einführung der neuen Meckerregel im Fußball finde Oehm grundsätzlich gut. „In meinen vergangenen Spielen kam immer wieder die Frage auf, ob ich als Schiedsrichter überhaupt noch angesprochen werden dürfe. Ich bejahe das natürlich, denn Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Ich signalisiere aber, wenn es eine Situation, die nur mit einem Mannschaftskapitän besprochen werden darf, vorliegt. So bin ich bisher ganz gut gefahren“, meinte er dazu. Die Spieler und Trainer müssten mitgenommen werden und dürften nicht das Gefühl haben, dass diesen der Mund verboten werde.

Abwechslung gebe es für Tony Oehm auch bei dessen hauptberuflicher Tätigkeit in der Gastronomie zu. In einem Deidesheimer Hotel hat er sowohl die Position des Sous Chef als auch die des Patissiers inne. „Bei mir dreht sich beruflich alles um Desserts, sowohl vom selbstgemachten Eis bis zu Pralinen. Das ist so vielfältig und abwechslungsreich, dass es mir nie langweilig wird“, berichtete er aus seinem Alltag, der nie alltäglich sei.

In Aktion: Tony Oehm als Fänger von TuS Maikammer.
In Aktion: Tony Oehm als Fänger von TuS Maikammer.
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