Neustadt Tolle Tore, aber kein Sieger
Hassloch. Große Kulisse, fantastische Tore, aber kein Sieger: Im vorgezogenen Ortsduell der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz trennten sich der VfB Haßloch und der 1. FC 08 Haßloch gestern Abend vor 713 Zuschauern 1:1 (1:1). Der Gastgeber war dem Sieg näher als die „Nullachter“, die den Sprung an die Tabellenspitze verpassten.
Christian Lederle, der Trainer des 1. FC 08, bewertete die Leistung seiner Elf nach der Partie sehr streng. „Von uns war das viel zu wenig Fußball. Wir haben uns nicht getraut, unser Spiel zu spielen“, sagte Lederle, „das haben wir schon wesentlich besser hinbekommen. Nicht mal in der Ordnung standen wir immer gut. So richtig glücklich bin ich nicht.“ Dabei begann die Partie für seine Elf optimal: Einen langen Ball aus der eigenen Hälfte von Timo Hubach nahm Lucas Franzreb gekonnt mit, entwischte seinem Gegenspieler und schloss trocken halbhoch zum 1:0 ab. Acht Minuten waren in diesem Augenblick gespielt – ein wunderbares Tor. Ausgerechnet Franzreb, mochten die Anhänger des VfB denken. Der Jungspund war fester Bestandteil im Plan des Trainers Frank Lieberknecht gewesen, hatte sich dann aber in einer Nacht- und Nebelaktion zum Ortsrivalen „abgesetzt“. Dass Franzreb bei den „Nullachtern“ schon zur Stammformation gehöre, zeige nur, wie gut die Jugendarbeit des VfB sei, bedeutete Lieberknecht im Vorfeld der Partie. Er hätte auf den weiteren Beleg für seine These in Form des Gegentores gerne verzichtet. Timo Hubach hätte beinahe erhöht (25.), sein Schuss wurde abgefälscht. Nach Sebastian Pelgens Ballverlust im Mittelfeld erkannt Franzreb, dass VfB-Schlussmann Kevin Rebholz weit vor seinem Tor stand. Er versuchte es frech aus großer Ferne und scheiterte. Damit war die beste 08-Phase vorüber. Fortan kam der VfB immer besser ins Spiel und in der 30. Minute zu einer ersten großen Chance, als Szabolcs Ferenci den Ball an die Latte köpfte. Patrick Heilman hatte eine Flanke aus enormer Distanz in den Strafraum geschlagen, der 08-Deckungsverbund gepennt. Und dann wurde Ferenci zum tragischen Helden: Die prächtige Vorarbeit des emsigen, starken André Grässer verwertete der Ungar mit einem Fallrückzieher zum 1:1 (31.). Dabei verletzte er sich durch den Kontakt mit seinem Gegenspieler schwer. Ferenci musste aus der Partie genommen werden, es bestand der Verdacht auf einen Bruch des Jochbeins. Der für Ferenci eingetauschte Kevin Klein brachte vor allem im zweiten Abschnitt Schwung ins Spiel des Gastgebers. Um die 56. Minute herum setzte er binnen kurzer Zeit zwei Schüsse ab, der zweite hoppelte abgefälscht knapp am Tor vorbei. Die beste Gelegenheit aber bot sich ihm sechs Minuten vor dem Ende, als er sich durch einen Doppelpass mit André Grässer in eine blendende Position kombinierte, der Abschluss aber misslang. „Nimmt er da den Außenrist, ist der Ball wahrscheinlich drin“, haderte Frank Lieberknecht, der in Summe mit dem Vortrag seiner Elf einverstanden war: „Es war ein spannendes Spiel. 08 steht eben gut, wir haben uns dennoch Chancen erarbeitet. Uns hat am Ende ein wenig das Glück gefehlt.“ In Gefahr geriet das Gehäuse des VfB im zweiten Abschnitt kaum mehr. 08 versuchte sein Heil meist mit Schüssen aus der zweiten Reihe, den besten feuerte der eingetauschte Lukas Schütz mit dem linken Fuß ab (63.). Doch auch in diesem Moment war der gute Torwächter Kevin Rebholz auf der Hut. So spielten sie Tore: 0:1 Franzreb (8.), 1:1 Ferenci (31.) - Gelbe Karten: Schulz, Kevin Klein - Ackermann, Engisch - Beste Spieler: Grässer, Schulz, Weber, Rebholz - Ackermann, Franzreb, Torben Hubach - Zuschauer: 713 - Schiedsrichter: Knarr (Offenbach).