Neustadt „Todesstoß“ verhindern

91-95806197.jpg

Der Lambrechter Verbandsbürgermeister Manfred Kirr und der für Schulen zuständige Beigeordnete Hans-Werner Rey (CDU) sind heute in Mainz, um sich im Bildungsministerium genauere Informationen zu den Leitlinien für das Grundschulangebot im Lande geben zu lassen. Es geht konkret um die Existenz der Grundschule in Esthal, die wegen ihrer geringen Schülerzahl auf den Prüfstand gestellt werden soll.

In der Sitzung des Verbandsgemeinderats Lambrecht am Montag nannte Kirr eine ganze Reihe guter Gründe, warum die Schule erhalten bleiben soll. Und Mitglieder des Verbandsgemeinderats machten deutlich, dass sie für den Bestand aller Schulen kämpfen wollen. „Wir müssen uns wehren“, sagte Ralf Kretner (CDU). Die SPD begrüßt laut Fraktionssprecher Günther Semmelsberger, dass die Verwaltungsspitze diesem Thema so große Bedeutung beimesse. Kurt Ertel (FWG) wies auf Unterschriftenlisten hin, die in diversen Geschäften der Verbandsgemeinde auslägen. Reiner Koch (FWG), Ortsbürgermeister von Lindenberg, erinnerte an eine Online-Petition zum Erhalt kleiner Grundschulen. Leider sei die Beteiligung daran bisher enttäuschend gering. Koch rief die Ratsmitglieder und die Bevölkerung dazu auf, die Petition zu unterstützen. Die Online-Petition findet sich im Internet unter https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-unsere-zwergenschulen-kleine-grundschulen-muessen-bleiben. Nach Stand von gestern haben sich bisher über 8300 Unterstützer gefunden, davon 7450 aus Rheinland-Pfalz. Wenn ein Quorum von 15.000 Unterstützern erreicht wird, soll die Petition an die gewählten Vertreter im Landtag mit der Bitte um eine Stellungnahme weitergeleitet werden. In der Grundschule Esthal wird derzeit in zwei Klassen unterrichtet. Es sei eine „gute Schule“, sagte Kirr. Kleine Klassen ermöglichten den Schülern ein kindgerechtes Lernen. Sollte sie geschlossen werden, so gebe es erhebliche Probleme. Das erste wäre, wo man die Schüler dann unterbringen sollte. Die nächste Schule wäre in Lambrecht. Die sei aber als Schwerpunktschule zur Integration Lernbehinderter selbst in Raumnot. In Lindenberg würden zusätzliche Schüler weitere Brandschutzmaßnahmen erfordern. Neidenfels komme nicht in Frage, weil es dort nur vier Klassenräume gebe. Weidenthal sei zu weit entfernt. In Elmstein wäre eine zweizügige Schule mit parallelen Klassen einer Stufe zwar möglich. Doch dann müssten im Schulgebäude Heizung, Fenster und Böden für die zusätzlichen Schüler erneuert werden. In Esthal dagegen sei die Schule intakt. Zudem gebe es das Problem des Schülertransports. Vor allem im Winter sei das schwierig und zeitaufwendig. Mit einer Schließung in Esthal würde zwar das Land Geld sparen, der Landkreis Bad Dürkheim aber müsste Zusatzkosten für den Transport tragen. Schließlich, so führte Kirr aus, gebe es in Esthal derzeit auch ein gutes Betreuungsangebot. Wollte man dies auch an einer anderen Schule anbieten, müsste dafür ein eigener Schülerbus finanziert werden. Das würde nochmals Zusatzkosten bedeuten. Würde die Schule geschlossen, wäre das „der Todesstoß“ für die gesamte Gemeinde , sagte der Esthaler Ortsbürgermeister Gernot Kuhn. Man müsse alle Register ziehen, um das zu verhindern. Dirk Hedtke (Linke) sagte, vor allem die Kommunalpolitiker von SPD und CDU seien gefragt, um die im Landtag vertretenen Parteien mit dem Problem zu konfrontieren. Einstimmig beschloss der Verbandsgemeinderat den Flächennutzungsplan für eine Erweiterung der Wohnbaufläche Soläcker zu ändern. Die Gemeinde Esthal plant dort ein Baugebiet. Es könnte junge Familien in den Ort bringen und so auch zum Erhalt der Schule beitragen.

x