Neustadt Titelambitionen untermauert

Marc Timpelan auf Giant Grizzly (links) führt das Feld im WM-Lauf der Herren in die Schlussrunde. Rechts der spätere Sieger Vinz
Marc Timpelan auf Giant Grizzly (links) führt das Feld im WM-Lauf der Herren in die Schlussrunde. Rechts der spätere Sieger Vinzenz Schiergen auf Bill Ferdinand.

«Mannheim.»Weltmeisterschaftsluft lag gestern über der Galopprennbahn in Mannheim-Seckenheim. Beim BMW-Renntag wurden zum Abschluss der Saison 2017 vor großer Zuschauerkulisse zwei Läufe bei der WM der Amateure entschieden. Zunächst waren die Herren an der Reihe. Für das Abspielen der deutschen Nationalhymne sorgte der Sieg des vierjährigen Bill Ferdinand, den Lokalmatador Horst Rudolph trainiert und der von dem in Köln lebenden Vinzenz Schiergen geritten wurde. Der Sohn des ehemaligen Jockeys und mittlerweile erfolgreichen Trainers Peter Schiergen vertritt Deutschland bei der Weltmeisterschaft und liegt nach dem gestrigen Sieg auf Rang vier in der Wertung. „Nun habe ich Ambitionen auf den Titel. Aber das ist noch ein weiter Weg“, sagte Vinzenz Schiergen. Trainer Horst Rudolph gab sich sehr zufrieden über den Heimerfolg: „Der Rennverlauf war optimal und wenn man gewinnt, dann ist eh immer alles gut. Ich hatte aber schon gehofft, dass Bill Ferdinand heute vorne dabei ist.“ Während die Gesamtwertung bei den Herren der Franzose Thomas Guineheux aus Frankreich – er war gestern Fünfter auf Alasdair – anführt, ist die belgische Reiterin Sara Vermeersch beim Titelkampf der Frauen nicht mehr einzuholen, obwohl sie mit Avantica Directa im Rennen der Amazonen nur Rang vier belegte. Gewonnen hat den WM-Lauf bei den Damen die Stute Jokohama aus dem Kölner Quartier von Henk Grewe mit der französischen Reiterin Melissa Boisgontier im Sattel. Die weiteren Plätze belegten Reiterinnen aus Deutschland. So lief die am Toto favorisierte Christin unter der Saarländerin Eva Herresthal mit einer halben Länge Rückstand als Zweite auf den Ehrenplatz. Die offizielle deutsche Teilnehmerin, Larissa Bieß aus Münchweiler/Rodalb klassierte sich auf Baker Man auf Platz drei. Den Wallach trainiert Erika Keller in Lustadt. Der Preis der Inter Versicherungsgruppe als erster sportlicher Höhepunkt wanderte durch den Sieg von Rock Academy ins Saarland in den Stall von Philipp Berg. Unter Michelle Blumenauer setzte sich der fünfjährige Wallach gegen den vor Ort von Horst Rudolph betreuten Pissarro mit Vinzenz Schiergen in lockerer Manier durch. Rang drei blieb durch Platin Lover mit Eva Herresthal ebenfalls in Mannheim, denn den Wallach trainiert Marco Klein. Mit 5500 Euro wies der Preis der BMW Niederlassung Mannheim die höchste Dotierung auf. Manfred Weber trainiert die siegreiche Tauranga im mittelbadischen Iffezheim und hatte die aus Tschechien stammende, aber längst in Saarbrücken beheimatete Hana Mouchova als Reiterin verpflichtet. Das Duo steuerte mit großen Vorsprung die Gerade an, wo der letztendlich zweitplatzierte Smart Shuffle unter Vinzenz Schiergen zwar angriff, aber nur noch bis auf eine Länge herankam. Siegtrainer Manfred Weber: „Die letzte Form war schon gut, sodass ich heute mit einem starken Laufen gerechnet habe. Bedenken gab es nur wegen der äußeren Startposition.“ Kampfstimmung herrschte im Rennen der Dreijährigen. Der von Nicol Polli gerittene 15:10-Favorit Naledi rang als Gast aus München die nie aufgebende Seductive mit Tommaso Scardino im Sattel knapp mit einem Kopf-Vorteil nieder. Das zum Finale der Seckenheimer Pferdesportsaison schon traditionelle Trakehnerrennen wurde diesmal als Georg-Heyser-Gedächtnispreis entschieden und von O’Bella mit Jennifer Künzler im Sattel hochüberlegen gewonnen. Hier belegten Chello unter Chantal Buß und Tayfun mit Martin Kruiss die Plätze. Zahlenspiegel

x