Neustadt Theater unter freiem Himmel

„Zaggisch und ned dabbisch“: Oma Wilma (Marie-Louise Mott, links) ist nicht so leicht hinters Licht zu führen.
»Zaggisch und ned dabbisch«: Oma Wilma (Marie-Louise Mott, links) ist nicht so leicht hinters Licht zu führen.

«Forst». Schon richtig gute Tradition ist das Freilichttheater in Guhmanns Weingarten in Forst. Auch in diesem Sommer wird die Hemshofschachtel aus Ludwigshafen an vier Wochenenden im Garten des Lokals ihre Bühne und ihre Kulissen aufschlagen. Zu sehen sind drei Komödien. Karten sind noch für alle Termine zu haben.

Wer sich in den vergangenen Sommern eins oder mehrere Stücke der Hemshofschachtel in Guhmanns Weingarten angesehen hat, wird heuer nichts Neues oder Überraschendes entdecken. Die Bühne und die rund 200 Zuschauerplätze sind wieder in einer geschützten Ecke des Guhmann’schen Gartens zu finden. Der Pächter allerdings, der jetzt das Restaurant bewirtschaftet, hat gewechselt, wie Andreas Assanoff, Regisseur der Hemshofschachtel, informiert. Der Neue, Thomas Papadinas, habe sich aber sofort bereiterklärt „und sogar gefreut“, dem Ludwigshafener Ensemble an vier Wochenenden im Juli Spielmöglichkeiten zu bieten. „Und so starten wir in bewährter Manier“, erklärt Assanoff. Theaterfrei ist ausnahmsweise Sonntag, 15. Juli; dann läuft in Moskau das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Zum Auftakt zeigt die Hemshofschachtel „Zaggisch un ned dabbisch“ von Rudy Kupferschmitt. Aufgrund der großen Nachfrage, erklärt Assanoff, „bringen wir das Stück in diesem Jahr nochmals“. Im Mittelpunkt steht eine rüstige Rentnerin (Marie-Louise Mott), die beweist, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel – der einzige, der sie versteht – lebt die Oma unter einem Dach. Wenngleich sie etwas tüdelig erscheint, merkt sie doch genau, dass der heimliche Geliebte der Schwiegertochter, der auf den sinnigen Namen Roman Windisch hört, versucht, ihr Häuschen abzustauben. Aber da hat er die Rechnung ohne die Wirtin gemacht. Mit Hilfe ihrer Freundin beweist Oma, dass sie überhaupt nicht „dabbisch“, sondern „zaggisch“ ist. Vom selben Autor stammt „Druff un dewedder“, das am 20., 21. und 22. Juli zu sehen ist. Drunter und drüber geht es in der Inkasso-Firma „Reibach-Management“. Nicht genug, dass der Chef des Ladens, Otto Brammer, das Vermögen seiner Kunden veruntreut. Die zwei weiblichen Angestellten mobben obendrein den einzig vernünftigen, aber schüchternen Mitarbeiter Hansi Baum. Die Katastrophe naht, als ein Kunde Einsicht in sein Anlagevermögen begehrt und Ottos Ehefrau die Firma endlich in ruhigere Fahrwasser bringen will. Als Ruhepol fungiert Putzfrau Roswitha, die natürlich Marie-Louise Mott mimt. Ihr Debüt geben in dieser Komödie Theresa Limp und Jörg Bendel. „Beide spielen prima und kommen gut an“, findet Regisseur Assanoff lobende Worte für die Neulinge. Eine musikalische Fitness-Einlage ergänzt die humorvollen Szenen. „Liebe, Frust und Schwiegermütter“ wird gleich an zwei Wochenenden aufgeführt. Geschrieben hat die Komödie Hans Schimmel, „ausnahmsweise kein Autor von uns“, berichtet Assanoff. Auch die Inszenierung von Anja Reich, die er in Osthofen gesehen habe, habe er übernommen. Da Reich selbst „in einer großen Rolle mitwirkt“, führt Assanoff Regie. Irrungen und Wirrungen prägen das Stück, das von zwei Männern und ihren Frauen handelt, die sich jeweils in neue erotische Abenteuer stürzen wollen. Dummerweise haben die Männer in ihrer Zeitungsannonce ihre Adresse angegeben. Und die Türklingel steht bald nicht mehr still. Um die Situation zu verkomplizieren, taucht die Schwiegermutter des einen Schwerenöters auf. Das komplette Chaos richtet schließlich der Einbrecher Ede an, der zwar ins Haus hinein-, aber aus der gesamten Nummer nicht mehr herauskommt. Die Aufführung gleich dreier Stücke bedeute schon etwas Aufwand, räumt Assanoff ein, zumal „Liebe, Frust und Schwiegermütter“ eine „Tür-auf-Tür-zu-Komödie“ sei. Für „Druff un dewedder“, das zwischendurch gezeigt werde, müsse die Bühne neu arrangiert werden. Die Stellwände sind übrigens nicht die aus der Hemshofschachtel, sondern eigens „wetterfest präparierte für Forst“, betont der Regisseur. Die Türen sowie die Deko-Kulissen dagegen seien Originale und stünden an spielfreien Tagen in einem großen Zelt geschützt. Auch die Technik bringe das Ensemble mit. Die ganze Crew freut sich laut Assanoff auf die Freiluftsaison, die „an die Schauspieler höhere Anforderungen stellt. Aber wir spielen alle sehr gern hier, wenn das Wetter uns nicht im Stich lässt“. Info —„Zaggisch un ned dabbisch“: Freitag, Samstag und Sonntag, 6., 7. und 8. Juli; „Liebe, Frust und Schwiegermütter“: Freitag, 13. und 27. Juli, Samstag, 14. und 28. Juli, Sonntag, 29. Juli; „Druff un dewedder“: Freitag, Samstag und Sonntag, 20., 21. und 22. Juli. — Guhmanns Weingarten, Weinstraße 87, in Forst; Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. —Karten gibt es im Vorverkauf bei der Touristik-Information Deidesheim, Bahnhofstraße 5, Telefon 06326/96770, oder Jörg Guhmann, Telefon 06326/7765, E-Mail reservierung@guhmanns.de oder an der Abendkasse ab 18 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro bei freier Platzwahl.

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