Neustadt Test beweist: Kaffee ist gesund

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Das Ergebnis gleich am Anfang: Kaffeetrinken ist gesund. Sagt Elke Richling, Professorin für Lebensmittelchemie und molekulare Ernährungsforschung. Sie muss es wissen, denn sie hat federführend an der Studie mitgearbeitet. Sie gibt zu: „Schadstoffe, die beim Rösten des Kaffees entstehen, sind natürlich da, aber sie spielen bei der Entwicklung von Krankheiten keine große Rolle.“

84 Probanden haben mitgemacht. Sie wurden im Umfeld der Lauterer TU gesucht und gefunden. Drei weitere Gruppen schlürften das Heißgetränk in Wien und München. Elke Richling schildert die fünfmonatige Studie als „sehr spannend“. In den nächsten Monaten werden die Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Finanziert wurde sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. 26 Jahre alt waren die Testpersonen im Durchschnitt, Frauen wie Männer nahmen teil.

Aller Anfang ist schwer: Denn zuerst galt es, vier Wochen lang Kaffee-abstinent zu leben. Wash-out nennt sich diese Phase, bei der mindestens 750 Milliliter Wasser getrunken werden mussten. Der Kaffeeverzicht war nicht ganz einfach: „Der Körper signalisiert: Es fehlt etwas“, erklärt Richling Entzugserscheinungen, die ein bis zwei Tage dauern und Kopfschmerzen auslösen können. Danach folgte eine vierwöchige Kaffeephase. Beide wiederholten sich noch einmal, am Schluss stand wieder der Wash-out.

Überprüft wurde beispielsweise der biologische Effekt von Kaffee. Wie wirkt er sich auf das Körpergewicht aus? Spielt Kaffee eine Rolle bei der Sättigung? Hat der Brühtrunk eine antioxidative, eine zellschützende Wirkung?

Die Testpersonen mussten Ernährungsprotokolle führen, aus denen die Wissenschaftler ersahen, dass in den Kaffeephasen weniger gegessen wurde. Botenstoffe im Körper signalisierten einen früheren Sättigungseffekt. „Wenn ich Kaffee trinke, habe ich weniger Hunger.“ Irritierenderweise hat sich dadurch das Körpergewicht nicht geändert, obwohl das Körperfett bei den Männern um ein bis 1,5 Kilo reduziert wurde. Dafür wurden jedoch Muskeln aufgebaut. Unterm Strich keine Gewichtsänderung. „Die Männer reagierten sensitiver, die Frauen scheinen austarierter zu sein“, macht die Lebensmittelchemikerin einen Erklärungsversuch des unterschiedlichen Ergebnisses beider Geschlechter.

Ein anderes Resultat der Studie zeigte, dass die menschliche DNS, das Erbgut geschützt werden konnte. „Schäden, die wir am Erbgut messen können, waren reduziert“, fasst Richling zusammen und zählt Beeinträchtigungen auf: durch die Sonne, durch natürliche Stoffe aus der Umwelt oder Schäden, die aus natürlichen Prozessen entstehen.

Kaffee stimuliert die Radikalabwehr, konstatiert die Professorin ein drittes Ergebnis der Kaffee-Studie und erläutert: „Das Erbgut wird den ganzen Tag geschädigt.“ Dabei gelangen freie, ungebundene Radikale in den Körper, die zu degenerativen Erkrankungen oder Krebs führen können. Obst und Gemüse sind in der Lage, freie Radikale zu fangen. Und nach der Studie wissen die Wissenschaftler: Kaffee trägt ebenfalls zur Abwehr dieser schädlichen Molekülteilchen bei.

Die Blutuntersuchungen, die die Probanden bei Professor Jochen Rädle in der Klinik für Innere Medizin 3 im Westpfalz-Klinikum über sich ergehen lassen mussten, zeigten außerdem: Im Fettstoffwechsel stieg das sogenannte gute Cholesterin (HDL) an. Einen Nachteil stellte Richling jedoch auch fest: Der Blutdruck steigt bei täglichem Kaffeegenuss leicht an. Und sie räumt mit dem lange propagierten Vorurteil auf, dass Kaffee bei der Flüssigkeitsaufnahme nicht mitzählt.

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