Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Viertägiges Nachwuchsturnier beim TC RW Neustadt

Jan Schade war einziger Neustadter Finalist.
Jan Schade war einziger Neustadter Finalist.

Beim viertägigen Wilson-Junior-Race-Tennisturnier beim TC Rot-Weiß-Neustadt boten die Nachwuchsspieler starke Leistungen mit technisch anspruchsvollen Schlägen, zeigten aber auch Ticks und Tricks, wie sie im Profi-Tenniszirkus üblich sind. Bei gewissen Spielen ging es nicht bei null, sondern beim Stand von 2:2 los.

So beim Finale der Jungen-12. Maurice Klein (Lebach) begleitete jeden seiner Schläge mit einem langgezogenen „Aieeee“-Ausruf. Das zermürbte seinen Gegner Fedi Ben Rehouma, der mit 1:6 und 0:6 klar verlor. Turnierorganisator und Oberschiedsrichter Jürgen Gassert berichtete von den Turniertagen zuvor auch von so manchen ehrgeizigen Eltern, die temperamentvoll von außen ihren Nachwuchs pushen wollten. „Aber Coaching ist nicht erlaubt“, betonte Gassert. Besonders bei den Halbfinals am Samstag sei von außen Unzufriedenheit ins Spiel getragen worden. So musste Gassert mehrmals bei strittigen Punkten entscheiden, ob der Ball noch im Feld gelandet war. „Es geht bei dem Turnier auch um Punkte für die deutsche Rangliste – da sind Spieler und Eltern schon recht motiviert“, stellte er fest. Gesammelt wurden ebenso Punkte, um im Herbst ins Finale der mehrteiligen Wilson-Turnierserie zu gelangen. Dem Gesamtsieger jeder Altersklasse winkt dann eine komplette Tennisausstattung.

72 Nachwuchsspieler

Jürgen Gassert registrierte zufrieden, dass elf Teilnehmer mehr als im Vorjahr am Start waren. Die 72 Nachwuchsspieler kamen teilweise aus Baden-Württemberg. Hier leistete der erfahrene Turnierorganisator Schwerstarbeit, um die Terminwünsche der Spieler zu berücksichtigen, da in diesem Bundesland noch keine Ferien sind. Auch aus Berlin und Lehrte reisten zwei Spieler an, die am Freitag ihre ersten Matches hatten.

Einziger Neustadter Finalist war Jan Schade (Rot-Weiß Neustadt). Allerdings wird in der Altersklasse Mädchen/Jungen-10 außerhalb der Wertung der Wilson-Serie gespielt. Bei den Zehnjährigen treten Mädchen und Jungen noch gegeneinander an. So traf der neunjährige Neustadter Jan Schade auf die zehnjährige Katharina Sliwka aus Weisenheim, die amtierende Pfalzmeisterin. Lokalmatador Jan spielt erst seit wenigen Monaten Tennis, dazu kam noch eine achtwöchige Corona-Zwangspause. Doch hat er als Ex-Fußballer eine gute Kondition und hielt beim 7:6, 3:6 in den ersten beiden Sätzen gut mit. Beim Stand von 1:1 musste also der Match-Tiebreak entscheiden. Hier siegte Sliwka dank ihrer größeren Erfahrung mit 10:5. Ein interessantes Detail am Rande erklärte Jürgen Gassert: „In dieser Altersklasse geht ein Satz erst bei 2:2 los, ohne dass die Punkte ausgespielt wurden. Damit wird verhindert, dass ein Kind eine deftige 0:6-Satzniederlage quittieren muss.“

Umkämpftes U16-Finale

Heftig gekämpft wurde im Jungen-16-Finale. Hier trafen der an Nummer zwei gesetzte Daniel Kirchner (Mainz) und der top-gesetzte Lukas Hamacher (Ingelheim aufeinander. Beide Spieler sind Mitglied des Rheinland-Pfalz-Kaders, spielten schon oft gegeneinander und sind befreundet. Satz eins ging mit 6:3 an Kirchner. Danach fand Hamacher besser ins Spiel, servierte starke Aufschläge und gut platzierte Returns. Er glich aus, und die beiden Junioren gingen in den Match-Tiebreak. Mit dem besseren Ende mit 10:6 gab es den Turniersieg für den leichten Favoriten Hamacher.

Die Sieger

U10: Katharina Sliwka (TC Weisenheim); Mädchen U12: Victoria Okon (TA MTV Ludwigsburg); Jungen U12: Maurice Klein (TC Lebach); Jungen U14: Moritz Gallow (BASF TC Ludwigshafen); Jungen U16: Lukas Hamacher. kle

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